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Feuerwehr Heilbronn stellt hochgeländegängiges Sonderfahrzeug in Dienst

Heilbronnvon Feuerwehr Heilbronn

Einen ungewöhnli­chen Gerätewagen Rüst (GW-Rüst) konnte die Feu­er­wehr Heil­bronn nach inten­siven Aus­bil­dungen in den Ein­satz­dienst nehmen. Die Viel­sei­tig­keit dieses Fahr­zeuges erfor­derte jedoch im Vor­feld eine ganze Menge an Aus­bil­dungs­stunden wie z. B. in der Bedie­nung des Lade­krans, der Winde, des Son­der­zubehörs sowie für Fahrten im Gelände.

Das auf einem Mer­cedes-Benz Unimog U 5023 auf­ge­baute Fahr­zeug löste einen 1986 gebauten Rüstwagen RW 1 auf Mer­cedes-Benz Unimog U 1300 L aus der Serie des Kata­stro­phen­schutzes als hochgeländegängiges Son­der­fahr­zeug ab.

Schwer zugängliche Ein­satz­stellen durch Extrem­wet­ter­lagen, ungünstige Ein- und Aus­was­ser­stellen für Feu­er­wehr­boote oder auch abge­le­gene Wald­be­reiche hatten in der Ver­gan­gen­heit bereits gezeigt, dass die Beschaf­fung eines der­ar­tigen All­roun­ders unumgänglich war.

Die Haupt­auf­gabe des GW-Rüst besteht künftig in erster Linie im Ziehen und zu Wasser bringen des 5,20 m langen Ret­tungs­bootes (RTB 2). Dies kann auf­grund der hohen Fle­xi­bilität auch außerhalb soge­nannter Slip­stellen mit dem fern­be­dien­baren, fünffa­chen Tele­skop­la­de­kran mit einer Aus­la­dung von knapp 15 m erfolgen.

Eine Viel­zahl an Gelände­fea­tures wie Por­tal­achsen, Hoch­stol­len­pro­fil­reifen, eine Rei­fen­druck­re­gel­an­lage sowie einer Wat­tiefe von 1,20 m gewährleisten auch ein Durch­kommen auf den wid­rigsten Untergründen.

Die Prit­sche des Unimog verfügt über einen abnehm­baren Pla­nen­aufbau, wel­cher im Dach- und Sei­ten­be­reich als Schie­be­plane ausgeführt wurde. Dies ermöglicht eine schnelle Bela­dung mit­tels Lade­kran oder auch durch Flurförder­fahr­zeuge. Alter­nativ steht am Heck des Fahr­zeuges auch eine DHol­landia-Lade­bord­wand mit einer Tragfähig­keit von 1.500 kg zur Verfügung.

Die Prit­sche bietet Platz für vier Roll­con­tainer im Grundmaß genormter Euro­paletten. Dank dieser Module kann der GW-Rüst zu den unter­schied­lichsten Einsätzen her­an­ge­zogen werden. Zur grundsätzli­chen Bela­dung gehört ein Roll­con­tainer „Anschlag­mittel“ für den Winden- bzw. Kran­ein­satz. Als wei­tere Module stehen fol­gende Roll­con­tainer je nach Ein­satz­auf­trag zur Verfügung bzw. sind noch in der Umset­zung: „Pumpe mit Zubehör“ (Tauch­pumpen, Was­ser­sauger), „Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung“ (Hydrau­li­sche Ret­tungsgeräte, Motor­ket­tensäge, Werk­zeug), „Beleuch­tung“ (Strom­erzeuger, Beleuch­tungs­satz), „Wald­brandbekämpfung“ (Hoch­drucklöschan­lage) und IBC- Behälter (600 Liter Wasser). Gerade durch die beiden letzt­ge­nannten Roll­con­tainer kann der GW-Rüst auch bei Waldbränden zur Brandbekämpfung, zum Löschmit­tel­trans­port oder auch als Logis­tik­fahr­zeug im Gelände ein­ge­setzt werden.

Tech­ni­sche Daten:

Motor­leis­tung: 170 kW (Euro-VI-Motor)
Hub­raum: 5.132 cm³
Länge: 6.700 mm
Breite: 2.550 mm
Höhe: 3.700 mm
Rad­stand: 3 850 mm
Zul. Gesamt­ge­wicht: 14.500 kg
Lade­kran: Pal­finger PK 18502-SH D
Seil­winde: 60 kN
Lade­bord­wand: DHol­landia 1.500 kg
Aufbau: Empl (Kal­ten­bach)

Feu­er­wehr Heil­bronn
(Fotos: J. Thorns und Fw HN)