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Eine Ära geht zu Ende

Eppingenvon Nicole Theuer, HSt

Eine Ära ist zu Ende. Bei der Gene­ral­ver­samm­lung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Eppingen, Abtei­lung Mühlbach trat Bernd Rei­mold nach 10.955 Tagen im Amt und 389 Einsätzen nicht mehr zur Wahl des Abtei­lungs­kom­man­danten an und legte das Amt nach 30 Jahren an der Abtei­lungs­spitze in jüngere Hände. Dass die aus der eigenen Familie kommen und Tochter Anne Schmidt gehören, steht für die Kon­ti­nuität in der Abtei­lung. „Ich werde Anne, ihren Stell­ver­treter und der Feu­er­wehr wei­terhin mit Rat und Tat zur Seite stehen“, ver­sprach Rei­mold, „denn schließlich bin ich noch zehn Jahre aktiver Feu­er­wehr­mann bevor ich in die Alters­ab­tei­lung wech­seln werde.“ Also kein feu­er­wehr­tech­ni­scher Ruhe­stand, son­dern ein wohlüber­legter, lange geplanter Schritt ins zweite Glied. „Wenn man spürt, dass ein Nach­folger bereit­steht, sollte man die Chance ergreifen und Platz machen“, so Rei­mold. In Würdi­gung seiner Ver­diente für die Abtei­lung Mühlbach, die Gesamt­wehr und die Stadt Eppingen ernannte ihn Oberbürger­meister Klaus Holaschke zum Ehren­kom­man­danten der Abtei­lung Mühlbach und über­reichte neben der Ernen­nungs­ur­kunde auch das Sei­den­wappen der Stadt Eppingen.

Noch gut kann sich Rei­mold an die Anfänge seiner Lauf­bahn bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr erin­nern. „Es war 1981 und Rudi Krüger war Abtei­lungs­kom­man­dant“, so der 56-jährige, „als wir, wir waren 15, 16 junge Männer, bei einem See­fest ober­halb des Sees saßen und von Rudi ange­spro­chen wurden, ob wir uns nicht vor­stellen könnten, in die Frei­wil­lige Feu­er­wehr ein­zu­treten.“ Die Clique über­legte nicht lange, denn „wir hatten schon vorher darüber nach­ge­dacht, bei der Feu­er­wehr Mit­glied zu werden.“ Noch heute, so rechnet Rei­mold im Gespräch mit der Kraichgau Stimme nach, ist die Hälfte der dama­ligen Neu­linge aktiv bei der Abtei­lung dabei. „Wir waren danach zwei, drei Freunde, die sich von Beginn an mehr enga­giert haben als erfor­der­lich und schon früh den Grup­penführer­lehr­gang besucht haben.“ Auch beim Bau des Feu­er­wehr­hauses in den Jahren 1983 und 1984 brachte sich die Gruppe ein, bald darauf 1987, gerade einmal sechs Jahre nach seinem Ein­tritt, wurde der damals 25-jährige zum 2. Stell­ver­tre­tenden Kom­man­danten gewählt, ein Amt, das er zwei Jahre beklei­dete, um dann Rudi Krüger als Kom­man­dant nach­zu­folgen. In den ersten Jahren, genauer bis 1992 stand ihm Ernst Bregler als 1. Stell­ver­treter zur Seite, danach, bis vor zwei Jahren, Frie­de­rich Müller. Der legte 2017 sein Amt als 1. Stell­ver­treter in die Hände von Sascha Abendschön, der dieses Amt wei­terhin ausüben wird.

Zurückbli­ckend stellt Rei­mold eines fest: Der Auf­wand und die Arbeit, die man heute als Abtei­lungs­kom­man­dant zu bewältigen hat, ist mit seinen Anfangs­jahren nicht zu ver­glei­chen. Bei Tochter Anne weiß er das Amt des Abtei­lungs­kom­man­danten in guten Händen, gibt aber auch freimütig zu, „ich habe schon daran zu kauen, aber meine Ent­schei­dung ist lange gereift.“ Erlebt hat Rei­mold viel in den ver­gan­genen 38 Jahren. Zum einen viele Ausflüge und Feste, zum anderen viele Einsätze und Verände­rungen wie die Umset­zung des Löschzügekon­zepts. Ob der Lebens­leis­tung des neuen Ehren­kom­man­danten zollten Oberbürger­meister Klaus Holaschke und Kom­man­dant Thomas Blösch höchstes Lob und Aner­ken­nung. „Bernd Rei­mold hat immer 100 Pro­zent und mehr für die Bürger­schaft gegeben“, so Holaschke, „was er geleistet hat ist ein­malig, er war immer ein verlässli­cher Partner.“ 30 Jahre ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment mit Einsätzen an und über der Belas­tungs­grenze ver­dienten Lob und Aner­ken­nung. „Er hat eine sehr ange­nehme Art und es ist nicht seine Art, sich in den Vor­der­grund zu stellen, son­dern immer die Sache“, so Holaschke. Blösch betonte, man brauche und ver­traue wei­terhin auf die Erfah­rung von Rei­mold, „wir brau­chen seine Denk­anstöße und sind froh darüber.“ (nit)

Hin­ter­grund: Bernd Rei­mold enga­gierte sich aber nicht nur auf kom­mu­naler Ebene für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr, son­dern fun­gierte als Aus­bilder auf Kreis­ebene. Bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr durch­lief er die Aus­bil­dungen zum Trupp­mann, Grup­penführer, Sprech­funker und Melder und legte zweimal das Leis­tungs­ab­zei­chen in Bronze und einmal in Gold ab. Dazu kamen Lehrgänge, um den Nach­wuchs aus­bilden zu können. Diese Ver­dienste hono­rierte der Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn als regio­nale Dach­or­ga­ni­sa­tion mit der Ehren­nadel, vom Deut­schen Feu­er­wehr­ver­band wurde Rei­mold vor knapp sechs Jahren mit dem Ehren­kreuz in Silber aus­ge­zeichnet.