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"Ein Holländer auf dem Schrottplatz" oder Abteilungsübung zur Technischen Hilfeleistung und Rettung mit dem Spineboard

Schwaigernvon Steffen Hartmann, Feuerwehr Schwaigern

Am ver­gan­genen Montag stand für die Abtei­lung Stetten das Thema Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung und die Ein­satzmöglich­keiten des neu beschafften Spi­ne­board zur Per­so­nen­ret­tung aus Kraft­fahr­zeugen im Vor­der­grund. Dazu wurde ein Fahr­zeug auf dem Schrott­platz in Gem­mingen wie­der­einmal kurz und klein geschnitten.

Ange­nommen wurde ein Unfall mit einer ver­letzten Person (Fahrer). Je nach Art der ange­nom­menen Ver­let­zung wurden meh­rere Sze­na­rien durch­ge­spro­chen und geübt. Mit Hilfe des Spi­ne­board, wel­ches im letzten Jahr neu beschafft werden konnten standen meh­rere Möglich­keiten der Per­so­nen­ret­tung zur Verfügung. Die erste Möglich­keit bietet sich über eine seit­liche Sta­bi­li­sie­rung und aus dem Fahr­zeug her­aus­beugen der Person, wenn diese z.B. wegen eines Herz­in­farktes nur vom Sitz auf das Board gelegt werden müsste. Eine wei­tere, fili­grane aber schnelle Möglich­keit bietet sich z.B. im Falle einer Beschädigung der Fahr­zeug­ka­ros­serie auf der Fah­rer­seite. Hier könnte die Person auf das durch die ein­ge­schla­gene Heck­scheibe und den zurückge­stellten Sitz ein­ge­scho­bene Spi­ne­board gelegt werden. Auf diesem fixiert kann der Ver­letzte dann durch die Heck­scheibe aus dem Fahr­zeug her­aus­ge­zogen werden.

Der größte Auf­wand war die "übliche" Lösung, das Dach mit­hilfe der hydrau­li­schen Schere von der rest­li­chen Karos­serie zu trennen und den Ver­letzten auf diesem Wege mit maxi­malen Freiräumen zu retten. Die tra­di­tio­nelle Sze­nerie wurde jedoch dadurch geändert, dass ange­nommen wurde hinter dem Fahr­zeug befände sich ein Wohnanhänger, wodurch das Weg­klappen des Daches nach hinten nicht den maximal mögli­chen Ret­tungs­raum ver­spre­chen würde. Daher wurde das Dach vom Heck begin­nend ent­fernt und über die A-Säule und Wind­schutz­scheibe nach vorne geklappt. Die B-Säule wurde mit­samt der Fond-Türe eben­falls ent­fernt. Ein wei­terer Vor­teil dieser Methode besteht darin, dass das Sägen der Wind­schutz­scheibe entfällt und dadurch das Ver­let­zungs­ri­siko durch Splitter für den Ver­un­fallten selbst und die Ein­satzkräfte mini­miert werden kann. Der Ver­letzte konnte dann wieder mit zurückge­klapptem Sitz auf das Spi­ne­board gelegt, fixiert und hätte im Ernst­fall dem Ret­tungs­dienst überg­eben werden können.