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Defizite

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Helmut Buchholz, HSt

Aus den Augen, aus dem Sinn. Diese mensch­liche Eigenart führt beim Feu­er­schutz zu Nachlässig­keit und die kann im Not­fall ver­hee­rende Folgen haben. Wie das System der Verdrängung funk­tio­niert, wird sich jetzt nach der Brand­ka­ta­strophe in Back­nang zeigen. Wenn sich die Auf­re­gung und Betrof­fen­heit mit der Zeit abschwächt, ver­schwindet das Thema Brand­schutz wieder aus der öffent­li­chen Wahr­neh­mung. So sehr, dass, wie vor wenigen Monaten in Heil­bronn, sogar Kritik an ver­meint­lich über­zo­genen und zu strengen Brand­schutz­stan­dards laut werden kann bis zur nächsten Feu­ers­brunst.

Man muss kein Pro­phet sein, um vor­her­zu­sagen, dass sich wenig ändern wird, um große Brände in Zukunft mehr als bisher zu ver­hin­dern. Viel­leicht mit einer Aus­nahme: Das Vor­haben der grün-roten Lan­des­re­gie­rung, flächen­de­ckend Rauch­melder einzuführen, ist zwar keine neue For­de­rung. Doch diese Technik würde den Brand­schutz sicher ein sehr gutes Stück vor­an­bringen. Aller­dings ändern die Rauch­melder nichts an der maroden Elek­trik in Alt­bauten, die mögli­cher­weise das Feuer in Back­nang ver­ur­sacht hat. Für Pri­vat­ver­mieter gelten nicht ähnliche Brand­schutz­auf­lagen wie für Eigentümer öffent­li­cher Gebäude. Auch das ist ein Manko.

Eines der größten Defi­zite ist aber das man­gelnde Bewusst­sein in der Bevölke­rung, wie man sich im Brand­fall zu ver­halten hat. Die zerstöreri­sche Gewalt des Feuers wird im Alltag immer noch unterschätzt. Nach tödli­chen Flammen wie jetzt in Back­nang fla­ckert zwar die Frage auf, ob man nicht zum Bei­spiel mehr Eva­ku­ie­rungsübungen in Schulen und Betrieben machen müsste. Doch wenn die Woge der Bestürzung über die Kata­strophe abge­ebbt ist, wird diese Dis­kus­sion leider leiser. Dann ist der Brand­schutz wieder aus den Augen, aus dem Sinn.