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Blauer Turm ist sicher

von Steffen Heizereder, HSt

Es hat für Auf­ruhr in der Lan­des­haupt­stadt gesorgt, als der Stutt­garter Fern­seh­turm ver­gan­gene Woche wegen Bedenken beim Brand­schutz gesperrt wurde. Auch im Ver­brei­tungs­ge­biet der Heil­bronner Stimme, Hohen­loher Zei­tung und Kraichgau Stimme wird über das Thema Feu­er­si­cher­heit dis­ku­tiert, so etwa in Öhringen. Dort wurde der Blas­turm der Stifts­kirche für den Besu­cher­ver­kehr gesperrt. Einen zweiten Ret­tungsweg und eine Brand­mel­de­an­lage gibt es in dem Gebäude nicht. Der Turm wird jetzt nur noch an etwa vier Sonn­tagen im Jahr geöffnet. Eine mobile Brand­mel­de­an­lage und eine neunköpfige Brand­wache der Feu­er­wehr sollen dann nach Angaben von Kreis­brand­meister Günther Uhl­mann für Sicher­heit sorgen.

Außent­reppe Das Was­ser­schloss in Heil­bronn-Kirch­hausen wurde in seiner Nut­zung nach einer Bege­hung im ver­gan­genen Jahr stark ein­ge­schränkt. Auch hier fehlt ein zweiter Fluchtweg. 'Es werden bei den Brand­verhütungs­schauen immer wieder Mängel fest­ge­stellt', sagt Heil­bronns Feu­er­wehr­kom­man­dant Eber­hard Jochim. Brand­mel­de­an­lagen und Außent­reppen als zweiter Fluchtweg seien in den ver­gan­genen Monaten ver­mehrt instal­liert worden, so etwa an der Gustav-von-Schmoller-Schule.

Wei­terhin begehbar sein wird der Blaue Turm in Bad Wimpfen. Nach Angaben von Bri­gitte Schneider, Pres­se­spre­cherin des Land­rats­amts Heil­bronn, ist der Blaue Turm der ein­zige im Land­kreis Heil­bronn, der unter die soge­nannte Brand­schau­verhütungs­pflicht fällt und somit regelmäßig auf Feu­er­si­cher­heit überprüft werden muss. 1984 wurde der Turm nach einem Blitz­ein­schlag schwer beschädigt. Dar­aufhin wurde eine Steig­lei­tung instal­liert, die es ermöglicht Löschwasser den Turm hin­auf­zu­pumpen. Auch die Türmer­woh­nung wurde durch eine mas­sive Zwi­schen­decke und Brand­ab­schlusstüren gesi­chert. 'Bei älteren Gebäuden ist es aber oft nicht möglich, einen zweiten Ret­tungsweg zu gewährleisten', sagt Rein­hold Korb von der Bad Wimp­fener Feu­er­wehr. 'Als zweiter Ret­tungsweg gilt aber auch immer eine Dreh­leiter', erklärt Volker Lang, Spre­cher des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands Heil­bronn. Die Bad Wimp­fener Wehr besitzt eine solche mit einer Aus­zugslänge von 23 Metern.

Gru­ben­wehr Mit rund 50.000 Besu­chern jährlich stellt sich auch für das Besu­cher­berg­werk der Südwest­deut­schen Salz­werke AG in Bad Fried­richs­hall die Frage nach der Brand­si­cher­heit. Pro­bleme gebe es nicht, sagt Kon­zern­spre­cherin Claudia Haußner. Im Not­fall könnten Besu­cher über die Ver­bin­dungs­strecke zu den Schächten in Heil­bronn eva­ku­iert werden. Zudem steht eine Gru­ben­wehr parat.

Auch das Eppinger Wahr­zei­chen, der mit­tel­al­ter­liche Pfeif­fer­turm, ist eine Besu­cher­at­trak­tion und nur über eine enge Holz­treppe zu besteigen. Falls es dort oben brennt, reiche die aus­zieh­bare Dreh­leiter bis an die Aus­sichts­kammer in der Turm­spitze heran, ver­si­chert Martin Kuh­mann, Kom­man­dant der Eppinger Feu­er­wehr. Vor einigen Jahren erlitt ein Besu­cher in 30 Meter Höhe eine Kreis­lauf­schwäche. Die Feu­er­wehr setzte zur Ret­tung die Dreh­leiter am Pfeif­fer­turm an.

Trotz der Turm­sper­rungen der ver­gan­genen Wochen: Schärfere Vor­schriften gebe es nach Angaben von Kreis­brand­meister Uhl­mann nicht. Aller­dings gehe man heute sen­si­bler mit dem Thema um. 'Das Sicher­heitsbedürfnis der Men­schen ist größer geworden', bestätigt Jochim. "Hun­dert­pro­zen­tige Sicher­heit gibt es nicht."

Bild: Wegen des Brand­schutzes sind Gebäude wie das Kirch­hau­sener Schloss teil­weise gesperrt. Eber­hard Jochim, 'Hun­dert­pro­zen­tige Sicher­heit gibt es nicht.' Foto: Mugler