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Bittelbronner sind mächtig stolz auf sich

Möckmühlvon Bernhard Vetter, Feuerwehr Möckmühl

Kleiner Teilort weiht sein neues Dorf­ge­mein­schafts- und Feu­er­wehrgerätehaus ein – Viel ehren­amt­liche Arbeit steckt darin

Die breite Brust, die bei etli­chen Ein­woh­nern des Möckmühler Orts­teils Bit­tel­bronn am ver­gan­genen Wochen­ende fest­zu­stellen war, hatte berech­tigte Gründe. Was die 150 Ein­wohner in ihrem Wohnort in der Ver­gan­gen­heit soli­da­risch geleistet haben, erhielt von allen Seiten Respekt und Aner­ken­nung. Mit­hilfe der Stadt Möckmühl und enorm viel Eigen­leis­tung der Ein­wohner haben die Bit­tel­bronner ein Haus für die Dorf­ge­mein­schaft errichtet und gleich­zeitig direkt daneben ein neues Feu­er­wehrgerätehaus für die Abtei­lungs­wehr Bit­tel­bronn. Die Kosten für das Dorf­ge­mein­schafts­haus betragen 587.000 Euro.

Ehrengäste Dort, wo das alte Schaf­haus stand, ist nun der neue Orts­mit­tel­punkt. Am Wochen­ende wurde er ein­ge­weiht. Zünftig mit der Orts­schelle in der Hand kündigte Orts­vor­steher Heiko Gieser am Sonn­tag­vor­mittag den Beginn der Ein­wei­hungs­fei­er­lich­keiten an. Er begrüßte einige Ehrengäste, dar­unter auch den Vor­sit­zenden des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands und Land­tags­ab­ge­ord­neten Rein­hold Gall sowie den stell­ver­tre­tenden Kreis­brand­meister und Möckmühler Kom­man­danten Uwe Thoma und die Stell­ver­tre­terin von Bürger­meister Ulrich Stammer, Marie-Anna Traub.

Gieser erin­nerte daran, dass Uwe Thoma der Initiator des Pro­jekts war. Thoma ist bei der Stadt­ver­wal­tung als Tech­ni­scher Koor­di­nator auch für Bau­sa­chen zuständig und auch der Kom­man­dant der Gesamt­wehr. 2014 wurde das Pro­jekt im Gemein­derat beschlossen, eine dama­lige Kos­tenschätzung belief sich auf 536.000 Euro. Doch dann kam es im Bau­ge­werbe all­ge­mein zu enormen Kos­ten­stei­ge­rungen. „Dass wir das Gesamt­pro­jekt trotz Kos­ten­stei­ge­rungen von 30 Pro­zent jetzt mit 586.000 Euro abrechnen konnten, ist der außergewöhnli­chen Soli­dar­leis­tungen durch Eigen­leis­tungen unserer Ein­wohner zu ver­danken“, führte Gieser vor den zahl­rei­chen Festgästen aus und fügte an: „Darauf sind wir alle mächtig stolz“. 1940 wurde die Bit­tel­bronner Feu­er­wehr gegründet. Mehr als dürftig, in einer ange­mie­teten pri­vaten Garage, war die Abtei­lungs­wehr unter­ge­bracht gewesen, zuvor in einem kleinen Raum im alten Rat­haus. „Wir haben dann diese zukunfts­si­chernde Maßnahme und frucht­bare Sache für unseren Ort ange­packt und voll­endet“, sagte Gieser. Er hob hervor, dass die Ein­wohner 1570 ehren­amt­liche Arbeits­stunden geleistet haben. Bit­tel­bronn hat jetzt auch einen schönen befes­tigten Fest­platz, bei dem sogar ein neuer Kin­der­spiel­platz erstellt wurde. „Ich war schon bei der ältesten und auch bei der größten Feu­er­wehr unter den 46 Feu­er­wehren des Land­kreises, bei der Kleinsten war ich noch nicht“, sagte Rein­hold Gall. Er war voll des Lobes über die tolle Leis­tung. „Das ist für Bit­tel­bronn ein tolles Ereignis. Wenn man bedenkt, dass die 150 Ein­wohner von Bit­tel­bronn eine Abtei­lungs­wehr mit 19 Aktiven auf die Beine stellen, die auch noch ein schönes Gerätehaus baut, ist das mehr als bemer­kens­wert“, sagte er.

Hei­mat­lied Uwe Thoma über­brachte die Glückwünsche der Möckmühler Feu­er­wehr und gra­tu­lierte auch ganz persönlich. „Durch eure Arbeit habt ihr in zweijähriger Bau­zeit einen tollen Ort auch für die Zukunft und die nach­kom­mende Gene­ra­tion geschaffen. Dazu meine Glückwünsche“, rief er aus. Ein eigens gebil­deter Pro­jekt­chor trug beim Ein­wei­hungsständchen auch das Bit­tel­bronner Hei­mat­lied vor.

Zuschüsse und Eigen­leis­tungen

Das Pro­jekt Dorf­ge­mein­schafts­haus und Feu­er­wehr­haus Bit­tel­bronn bekam auch Zuschüsse. Mit 60.000 Euro betei­ligte sich der Land­kreis an der Feu­er­wehr­ga­rage. Das Land Baden-Württem­berg geneh­migte eine Zuwen­dung in Höhe von 120.000 Euro aus dem Ent­wick­lungs­pro­gramm ländli­cher Raum für das Dorf­ge­mein­schafts­haus.

Der Start­schuss erfolgte mit der Grund­stein­le­gung im August 2017. In Eigen­leis­tung wurde nahezu der kom­plette Rohbau mit Mau­rer­ar­beiten, Armie­rungen, Beto­nie­rungen, Decken­balken und Dach­ein­de­ckung durchgeführt und kurz vor Weih­nachten 2017 abge­schlossen. Danach stellten Fach­firmen den Innen­ausbau her. Die Außenan­lagen wurden wieder in Eigen­leis­tung her­ge­stellt. Die Feu­er­wehr hat im Februar ihr neues Domizil bezogen.