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Brackenheimvon Helga El-Kothany, HSt

Feu­er­wehr­leute hoffen auf eine ruhige Sil­ves­ter­nacht – Für den Ernst­fall gewappnet

Weih­nacht­liche Kata­stro­phen durch tro­ckene Tan­nenbäume, die wie Zunder brennen? Fal­sche Hand­ha­bung von Feu­er­werkskörpern, möglichst noch bei erhöhtem Alko­hol­pegel an Sil­vester? Löschfahr­zeuge, die mit Blau­licht und Sire­nen­ge­heul durch die letzte Nacht des Jahres rasen? Feu­er­wehr­leute, die nach einem Notruf aus ihrem Ruhe­raum durch das Loch im Fußboden an der Stange her­un­ter­rut­schen und zu ihren Ein­satz­fahr­zeugen sprinten? Also das übliche Sze­nario, das man aus Nach­richten und Filmen kennt?

Bilanz Die Mit­glieder der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bra­cken­heim, die sich in lockerer Runde auf der Feu­er­wache ver­sam­melt haben – Männer, Frauen, Jugend­liche und Kinder – können bei dieser Vor­stel­lung nur schmun­zeln. Marc Thede schüttelt den Kopf: „Wir sind nicht in Berlin.“ Abtei­lungs­kom­man­dant Ger­hard Scheerer, dessen Ehe­frau Ste­fanie und Sohn Philipp, 12, eben­falls mit am großen Tisch sitzen, ergänzt: „Man meint immer, dass an Sil­vester viel los ist, dass wir mehr Einsätze als nor­ma­ler­weise haben.“ Und auch Feu­er­wehr­kom­man­dant Peter Hügle schüttelt den Kopf. Es gebe im Stadt­kreis viel­leicht Brenn­punkte, aber in Bra­cken­heim wie im gesamten Land­kreis sei es sehr ruhig. Es brenne zwar schon mal in Papier­con­tai­nern, und die Älteren erin­nern sich an einen von einem Feu­er­werkskörper ver­ur­sachten begin­nenden Dach­stuhl­brand am 1. Januar 2011. Viel mehr hat es bisher nicht gegeben.

Kame­rad­schaft Seit 2010 ist die Bereit­schaft in der Sil­ves­ter­nacht frei­willig, aber es sind genügend Retter im Not­fall vor Ort. Da die Kame­rad­schaft in Bra­cken­heim groß geschrieben und, wie Fran­cesco Bruno gut gelaunt erzählt, man keinen Unter­schied mache zwi­schen „privat“ und „Feu­er­wehr“, wird gemeinsam mit den Fami­lien im Feu­er­wehr­haus gefeiert. Es wird gekocht, gegessen, in Maßen getrunken, gespielt, und das obli­ga­to­ri­sche „Dinner for One“ läuft im Schu­lungs­raum über die Lein­wand. Selbst­verständlich können nicht alle Flo­ri­ansjünger auch nur am Sekt­glas nippen. Der Ernst­fall könnte ein­treten, so wie man während des ganzen Jahres stets mit einem Ein­satz rechnen muss. 104 Einsätze waren es bereits, wobei Brände, also die klas­si­sche Feu­er­wehr­ar­beit, eher selten sind. Meist geht es um Unfälle und die Besei­ti­gung von Ölspuren.

„Ein Stan­dard­sze­nario gibt es nicht. Jeder Ein­satz ist anders“, sagt Ger­hard Scheerer. „Man hat gelernt, zu impro­vi­sieren. Feu­er­wehr­taktik.“ Doch auch wenn man nicht unbe­dingt mit einem Ein­satz an Sil­vester rechnet, ist es für Peter Hügle beru­hi­gend zu wissen, dass so viele Kame­raden anwe­send sind. „Der Gedanke im Hin­ter­kopf ist da, dass man viel­leicht ausrücken muss.“

Und die Feu­er­wehr beugt vor und klärt auf. Der Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn warnt auf seiner Inter­net­seite und auf Face­book vor unacht­samem Umgang mit Feu­er­werkskörpern und gibt Tipps, damit das neue Jahr nicht gleich mit einer Kata­strophe beginnt.

Erreich­bar­keit Und sollte tatsächlich in der in Großstädten „arbeits­reichsten Nacht des Jahres“ auch in Bra­cken­heim etwas pas­sieren, was Tabea Schunke und ihre Kame­raden nicht hoffen, so ist die Feu­er­wehr über einen Anruf – 112 – zu errei­chen und schnell zur Stelle.

Wenn um Mit­ter­nacht auch auf dem Feu­er­wehrgelände geböllert wird und Raketen gezündet werden, hört sich Peter Hügle in der Funk­zen­trale an, was im Land­kreis pas­siert – und hofft, dass es so ruhig bleibt wie in den letzten Jahren. Eine Garantie gibt es nicht. Und sollte es keine beson­deren Vor­komm­nisse geben, gehen auf dem Gelände in der Georg-Kohl-Straße zwi­schen 3 und 4 Uhr mor­gens die Lichter aus.