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Als die Wehr auf Affenfang ging

Leingartenvon Josef Staudinger, HSt

Sie ist da, wenn's brennt - im wahrsten Sinne des Wortes, und das seit ein­ein­halb Jahr­hun­derten: Mit einem Festakt hat die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Lein­garten am Freitag das Bewusst­sein für die eigene Geschichte ver­tieft und der His­torie einen wei­teren Mei­len­stein hin­zugefügt.

Rund 220 Gäste, dar­unter zahl­reiche Ver­treter aus der Kom­munal-, Landes- und Bun­des­po­litik, der Wirt­schaft sowie Dele­ga­tionen benach­barter Wehren und die württem­ber­gi­sche Weinkönigin Nina Hirsch gaben im Kul­turgebäude ihr Stell­dichein, um das statt­liche Jubiläum zusammen mit den Männern und Frauen der Lein­gar­tener Hilfs­or­ga­ni­sa­tion gebührend zu feiern. In fest­li­chem Ambi­ente gestal­tete die Jugend­mu­sik­schule Lein­garten das Pro­gramm mit.

Schutz Unsere Feu­er­wehr ist als kom­mu­nale Ein­rich­tung mit hoheit­li­chen Auf­gaben quasi eine ehren­amt­liche Dienst­leis­tungs­tochter der Gemeinde zum Schutz der Bevölke­rung, ver­deut­lichte Bürger­meister Ralf Stein­brenner. Stich­wort­artig inter­pre­tierte der Lein­gar­tener Rat­haus­chef anhand von Bil­dern die Bedeu­tung der Lein­gar­tener Hilfs­or­ga­ni­sa­tion. Der Buch­stabe E stehe für ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment, F für Feuer löschen, das zwi­schen­zeit­lich von tech­ni­scher Hil­fe­leis­tung abgelöst worden sei. I, so Stein­brenner, bedeute immer und überall bereit sein, und W sei der Anfangs­buch­stabe für das wohl teu­erste Ein­satzgerät: eine Wärme­bild­ka­mera. Die Aufzählung sei zwar nur ein Aus­schnitt, den­noch gebe sie einen Ein­blick. Die Stärke unserer Wehr ist die Mann­schaft, die dahinter steht.

Stein­brenner wünschte den Flo­ri­ansjüngern, dass sie von ihren Einsätzen stets gesund zurückkehren. Als Glücks­bringer für die nächsten 150 Jahre über­reichte der Rat­haus­chef dem Lein­gar­tener Kom­man­dant Rouven Leib­brand ein Feu­er­wehr­teufel-Mas­kott­chen.

Die Lein­gar­tener Feu­er­wehr gehöre zu den ältesten in Baden-Württem­berg, infor­mierte SPD-Innen­mi­nister und Vor­sit­zender des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands, Rein­hold Gall. Im Laufe der Zeit habe sich der Feu­er­wehr­dienst nach­haltig verändert. Aus- und Fort­bil­dungsmaßnahmen in Ver­bin­dung mit Übungs­ein­heiten bezeich­nete er als einen wich­tigen Faktor im Feu­er­wehr­dienst. Die ehren­amt­lich tätigen Ein­satzkräfte müssen im Ernst­fall genau so pro­fi­haft arbeiten wie die Berufs­feu­er­wehr­leute, ver­deut­lichte Gall. Einen hohen Stel­len­wert besitze die Jugend­ar­beit, und die sei in Lein­garten vor­bild­lich, so Gall.

Es sei gut zu wissen, dass die Lein­gar­tener Wehr für die Zukunft gut auf­ge­stellt sei, freute sich Landrat Detlef Pie­pen­burg.

Schmun­zeln Der neue Feu­er­wehr­chef Rouven Leib­brand ließ die Ent­wick­lung der Lein­gar­tener Feu­er­wehr von der Gründung anno 1863 bis zu seiner Amtsüber­nahme im März 2013 als Nach­folger von André Göbl Revue pas­sieren. Die Lau­datio des 30-Jährigen regte teil­weise auch zum Schmun­zeln an. So musste sich die Lein­gar­tener Feu­er­wehr 1984 auf Affen­fang begeben, nachdem einige Tiere aus dem Lein­talzoo in Schwai­gern ausgebüchst waren. Wenn man nicht mehr weiter weiß, bildet man einen Arbeits­kreis oder ruft die Feu­er­wehr, meinte Diplom-Inge­nieur Leib­brand, bevor er seine Gäste im Kul­turgebäude zum warmen Büfett bat.

Bild: Ein Prosit auf die Feu­er­wehr: von links André Göbl, Jochen Reske, Rouven Leib­brand, Rein­hold Gall, Ralf Stein­brenner und Nina Hirsch. Foto: Josef Stau­dinger