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Alarmübung - Feuerwehr übt Ernstfall an der Kraichgau und Hellbergschule Eppingen

Eppingenvon Martin Kuhmann

Am Don­nerstag Vor­mittag den 25.04.2013 führte die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Eppingen zwei unangekündigte Schulübungen an der Kraich­gau­schule im Orts­teil Elsenz und an der Hell­berg­schule auf dem Eppinger Schulhügel durch.

In beide Übungen waren jeweils nur die Schul­lei­tungen, sowie der Sicher­heits­be­auf­tragte und Haus­meister, der betrof­fenen Schulen ein­ge­weiht um den Cha­rakter der Übungen so realitätsnah wie möglich zu gestalten.

Sinn und Zweck der Übungen war, even­tu­elle Schwach­punkte beim Ablauf der Räumung, den Anfahrts­wegen, der Auf­stellplätze, sowie der Sam­melplätzen der Schüler und des vor­beu­genden Brand­schutzes her­aus­zu­finden, um diese dann anschließend zu erkennen und besei­tigen zu können.

Die Feu­er­wehr hatte gemeinsam mit den Schul­lei­tungen die Übungen vorher abge­spro­chen und ein realitätsnahes Sze­nario als Ein­satz­fall ange­nommen. Jeweils zwei Pla­nungs­teams hatten ein soge­nanntes Übungs­dreh­buch erstellt, bei dem der Ablauf der Übungen dar­ge­stellt wurde, sowie fik­tive Ein­spie­lungen beinhaltet waren, die im Real­fall tatsächlich dann ein­treten könnten.

Dieses war aber nur den Pla­nungs­teams bekannt, die auch als Beob­achter der jewei­ligen Übung fun­gierten, sodass sich die alar­mierten Ein­satzkräfte vor Ort, wie im Real­fall, erst einen Über­blick über die Lage machen mussten und dann danach Ihre Ent­schei­dungen über die Vor­ge­hens­weise treffen mussten.

Die Alar­mie­rung zu ersten Übung, an der Kraich­gau­schule in Elsenz fand um 8:45Uhr statt, wobei durch die Schul­lei­tung bei der Leit­stelle ein Brand im Com­pu­ter­raum im 1.OG der Schule gemeldet wurde. Durch die Ver­rau­chung des Flures war es zwei Klassen nicht möglich Ihre Klas­sen­zimmer zu ver­lassen. Diese blieben nach Überprüfung des Flucht­weges durch die Klas­sen­lehrer, in Ihren Zim­mern und signa­li­sierten den Ein­satzkräften durch das zeigen der far­bigen Karten, Ihren Status für die Ret­tung an.

Die rest­li­chen Schüler verließen über die vor­ge­se­henen Ret­tungs­wege das Gebäude und sam­melten sich Vor­schriftsmäßig auf dem vor­ge­se­henen Sam­mel­platz der Schule. Wobei durch die Lehrkräfte die Vollständig­keit überprüft wurde und diese dann dem Sicher­heitsbauf­tragten gemeldet wurde. Durch die zuerst am Ein­satzort ein­ge­trof­fene Abtei­lung Elsenz wurde mit der Brandbekämpfung begonnen, die dann im Anschluss von der Abt. Eppingen, die mit einem Löschzug vor Ort war, unterstützt wurde und über die Dreh­leiter die Men­schret­tung ein­lei­tete. Hier wurde das Ein­satz­sze­nario durch Schilder dar­ge­stellt, da man durch die Zusam­men­set­zung der Schüler, die teil­weise auch aus Körper­be­hin­derten und zu epe­lep­ti­schen Anfällen nei­genden Schülern besteht, keine unnötige Gefahr ein­gehen, da der Lern­ef­fekt im For­der­grund stehen sollte.

Im Anschluss an die Übung, ging die Abtei­lung Elsenz, noch mit jeweils drei Mann, durch alle Klassen der Kraich­gau­schule und erklärte die Ausrüstung eines Feu­er­wehr­mannes beim Brand­ein­satz, um im Ernst­fall, gegen even­tu­elle Ängste vor­zu­beugen.

Zur zweiten Übung an der Hell­berg­schule in Eppingen, wurde die Wehr um 10:50Uhr durch die Leit­stelle über die digi­talen Meldempfänger mit dem Alarm­stich­wort Rauch­ent­wick­lung im 2.OG der Hell­berg­schule alar­miert.

Beim Ein­treffen an der Ein­satz­stelle fanden die Wehrmänner fol­gende Lage vor.

Durch das offene Fenster im Ober­ge­schoss quollen dicke grau­schwarze Schwaden. Im Zimmer nebenan hämmern Schüler von innen an die Scheiben, rufen, ges­ti­ku­lieren. Das an und abschwel­lende Heulen der Sirene quält das Trom­mel­fell. Im Ser­ver­raum der Hell­berg­schule brennt es.

Wären da nicht die vielen schuss­be­reiten Foto­handys und einige in der Vor­mit­tags­sonne schwat­zenden Schüler­gruppen, die sich mit ihren Leh­rern auf die Wiese "gerettet" haben und jetzt am Durchzählen sind - man könnte von einer sich anbah­nenden Kata­strophe aus­gehen. Für die Feu­er­wehr ist es das auch.

Ein Brand in einer Schule mit gut 700 Men­schen gehört für sie neben der Eva­ku­ie­rung eines Alten­heims zu den schwie­rigsten Einsätzen über­haupt. Und darum wurde dies auch geübt.

Die Ein­satzkräfte beginnen mit Atem­schutz­trupps, vom zuerst ein­ge­trof­fenen Löschfahr­zeug aus mit der Brandbekämpfung im Ser­ver­raum, Zeit­gleich wird die Dreh­leiter zur Men­schen­ret­tung auf dem Schulhof vor dem Pavil­lion 4 in Stel­lung gebracht und die Men­schen­ret­tung ein­ge­leitet. Wei­tere Kräfte stellen die Was­ser­ver­sor­gung vom örtli­chen Was­ser­netz für die Löschfahr­zeuge her.

Bereits 16 Minuten nach der Alar­mie­rung wird die erste Drei­er­gruppe Schüler mit der Dreh­leiter aus dem 2.OG gerettet. Im Zwei­mi­nu­ten­takt folgten 17 Klas­sen­ka­me­raden. Wei­tere 20 Jugend­liche wurden per Steck­leiter aus dem 1. OG eva­ku­iert.

Die rest­li­chen beiden ein­ge­schlos­senen Klassen führte die Feu­er­wehr durch das Trep­pen­haus nach draußen, nachdem der Brand von zwei Trupps unter Atem­schutz "gelöscht" worden war und das Trep­pen­haus mit­tels Über­druckbelüftung rauch­frei gemacht wurde. Dass dabei dann doch mehr Klas­senräume nicht Ihre Zimmer durch die Ver­rau­chung des Trep­pen­hauses ver­lassen konnten, als eigent­lich geplant war, stei­gerte die Her­aus­for­de­rung durchaus.

Die roten und grünen Karten, die in jedem Klas­sen­zimmer bereit­liegen und mit denen die Lehrer auch in anderen Notfällen - etwa bei einem Amok­lauf - den Grad der Bedro­hung signa­li­sieren können, hätten sich dabei sehr bewährt, schil­dert Ein­satz­leiter Frank Pitz eine wich­tige Erkenntnis aus dem Ein­satz. So hätten die Retter schon von außen die Lage beur­teilen können. "Wir wussten ja nicht, was uns erwartet. Das war absolut realitätsnah."

Da die Übung tagsüber statt­fand, wurden die meisten Ein­satzkräfte von ihrer Arbeit weg­ge­rissen. Dies war aber Absicht um es so realitätsnah wie möglich gestalten zu können.

Während der Übung an der Hell­berg­schule bekam eine Schülerin wirk­lich Panik, als die Sirenen los­heulten. Lehrer und DRK hatten die Situa­tion zwar schnell im Griff, den­noch zeigt dieser Vor­fall, womit die Ein­satzkräfte im Ernst­fall zusätzlich zu kämpfen hätten. Nicht alleine in der schnellen Anfahrt, der Ret­tung und Brandbekämpfung liegen die Her­aus­for­de­rungen. Und im Han­dy­zeit­alter wäre die Schule wohl binnen Minuten von besorgten Eltern umstellt, was die Arbeit der Ein­satzkräfte nicht leichter macht. Bis auf die Panik­at­tacke sei aber alles "vor­bild­lich gelaufen", so Kom­man­dant Martin Kuh­mann.

In den anschließenden Bespre­chungen der beiden Übungen, an der die Schul­lei­tungen, Kreis­brand­meister Uwe Vogel, der als Übungs­be­ob­achter vor Ort war, sowie die Stadt­ver­wal­tung, Oberbürger­meister Klaus Holaschke und das Kom­mando der Feu­er­wehr Eppingen ein posi­tives Resümee. Somit sind nun alle wei­terführenden Schulen der Großen Kreis­stadt Eppingen, auf dem glei­chen Level und setzen nun, das von der Lan­des­feu­er­wehr­schule vor­ge­ge­bene Ret­tungs­kon­zept um. Die Durchführung sol­cher Übungen während des Schul­be­triebes dürften im Land­kreis Heil­bronn ein­zig­artig sein und bezeich­nete der Kreis­brand­meister als sehr mutig und äußerst lobens­wert.

Das Kom­mando der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Eppingen bedankt sich noch recht herz­lich bei allen Kame­raden, die sich an den beiden Übungen betei­ligt haben, sowie den Geschäfts­in­ha­bern der Betriebe, die die Kame­raden während der Übungen von Ihrer Arbeit frei­ge­stellt haben. Ohne Ihre Unterstützung, wäre die Durchführung sol­cher Übungen gar nicht möglich.