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Schlaflose Nacht für die Feuerwehren

Einsatz der Feuerwehren Eberstadt und WeinsbergWasserschaden am von Isabell Voigt und Margit Stöhr-Michalsky, HSt

In einigen Orten des Weins­berger Tals hieß es Mitt­woch­nacht "Land unter". Allein in Eber­stadt gingen inner­halb von einer halben Stunde 50 Liter Regen pro Qua­drat­meter nieder. Land­straßen und Keller waren über­flutet und die örtli­chen Feu­er­wehren hatten alle Hände voll zu tun.

"Solche Regen­massen, die in der kurzen Zeit run­ter­gingen, packt kein Kanal der Welt", sagt Timo Frey, Bürger­meister in Eber­stadt. Allein in seiner Gemeinde war die Frei­wil­lige Feu­er­wehr an mehr als 30 Orten im Ein­satz. Der Rat­haus­chef weiß, "um kurz vor Mit­ter­nacht waren sie zum ersten Mal alar­miert worden". Von da an pumpten alle 40 Mann unermüdlich Keller in sämtli­chen Teil­orten leer.

Beson­ders schlimm traf es die Häuser und Gewer­be­be­triebe im Wei­de­grund, der Hol­der­straße und dem Orts­teil Hölzern. Jetzt sind die Men­schen dabei, den Schlamm und Dreck, den das Wasser brachte, zu besei­tigen. Bei den Aufräumar­beiten helfen auch der örtliche Bauhof und die Feu­er­wehr­leute, die alle seit Stunden im Ein­satz sind.

"Die mit Schlamm überspülte Kreis­straße L 1036 Rich­tung Weins­berg haben die Bau­hof­mit­ar­beiter schon in der Nacht wieder befahrbar gemacht ", sagt Frey stolz. "Aber die Aufräumar­beiten dauern am Vor­mittag nach wie vor an." Im Laufe des Don­ners­tags sollen aber alle Straßen wieder frei sein.

In Eber­stadt finden sich an allen Ecken Spuren, die das nächt­liche Unwetter hin­ter­lassen hat. Wie etwa auf der Strom­lei­tung zum Rat­haus. Da hängt ein großer, kräftiger Ast, den der Sturm vom Baum vor der Kirche gerissen hat. Trotzdem rechnet der Eberstädter Gemein­de­chef damit, " dass die Schäden am Ende des Tages besei­tigt sind".

Im benach­barten Weins­berg sieht es nicht anders aus: Fünf Stunden waren die Weins­berger Feu­er­wehr­leute beim Unwetter in Aktion. 13 Einsätze mit Gell­mers­bach und Grant­schen ver­zeich­neten sie, da das Abwas­ser­netz durch die "mas­siven Regenfälle in kurzer Zeit über­lastet war", erklärt Kom­man­dant Wolf­gang Fischer. Einen pri­vaten Keller im Indus­trie­ge­biet Abtsäcker traf es beson­ders.

80 000 Liter pumpte die Feu­er­wehr aus dem über­flu­teten Keller mit Garage. Zwei Nobel­ka­rossen und Motorräder wurden über­schwemmt, auch die Hei­zungs­an­lage war beschädigt.

In wei­teren Kel­lern und tiefer gele­genen Woh­nungen stand das Wasser bis zu 70 Zen­ti­meter hoch. An anderer Stelle mussten die durch die Was­ser­massen ange­ho­benen Schacht­de­ckel wieder in ihre Ver­an­ke­rung gebracht werden. 42 Ein­satzkräfte waren wegen der Schäden in der Gemeinde bis in die Mor­gen­stunden unter­wegs.

Kurz nach 23 Uhr kam der erste Hil­feruf für die Feu­er­wehr in Ell­hofen: Die Haupt­straße stand 80 Zen­ti­meter unter Wasser. Auch das Magazin der Feu­er­wehr war betroffen. "Das habe ich noch nicht erlebt", berichtet der stell­ver­tre­tende Kom­man­dant Fried­rich Arnold. "Es ging alles schlag­artig", rund 55 Liter Wasser auf den Qua­drat­meter kamen in 45 Minuten vom Himmel. Etliche Keller waren über­flutet und mussten leer gepumpt werden.

Die Flo­ri­ansjünger in Ell­hofen holten sich Unterstützung von Leh­ren­steins­feld. Die dor­tige Gemein­de­halle gegenüber dem Rat­haus ver­kraf­tete ebenso wenig die Was­ser­massen wie viele Pri­vathäuser. " In Sturzbächen schoss es vom Dach auf den Par­kett­boden der Gemein­de­halle ", so Arnold. Erst gegen 14 Uhr waren die Säube­rungs­ar­beiten in Ell­hofen beendet.