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Gasexplosion: Mauern zerbrechen, Glas birst, ein Mann stirbt

Einsatz der Feuerwehr HeilbronnExplosion oder Verpuffung am von Franziska Feinäugle, HSt

Die verhängnis­volle Sekunde ist am Frei­tag­morgen gegen 10 Uhr. Eine Sekunde, die die Biber­acher Metz­gerei Wirth zu einem völlig verwüsteten Unglücksort macht, einen 27-jährigen Mann das Leben kostet und sieben Men­schen ver­letzt. In der Bon­felder Straße explo­diert eine Gas­fla­sche.

Alles liegt so durch­ein­ander, dass man nicht weiß, was wohin gehört. Was für Kräfte in den Arbeitsräumen der Metz­gerei in dieser einen Sekunde gewirkt haben, kann man ablesen aus den Dingen, die man sieht.

Ein Stahltor der Wurstküche, aus der Ver­an­ke­rung gerissen, liegt 15 Meter ent­fernt auf der gegenüber­lie­genden Hof­seite und hat ein hölzernes Gara­gentor zer­split­tert. Paletten und oran­ge­far­bene Plas­tik­kisten mit und ohne Fleisch liegen ver­streut durch­ein­ander.

Nebenan am Wohn­haus ist eine Glas­fas­sade zer­borsten, in der Metz­gerei selbst sind Mauern gekippt und zer­bro­chen, dazwi­schen liegen eine völlig ver­bo­gene Metall­wanne und andere Gegenstände, die man kaum noch erkennt.

Der Spu­ren­si­cherer der Heil­bronner Kripo hat ein piep­sendes Gerät um den Hals, das ihm den Gas­ge­halt der Luft anzeigt. Keine Gefahr. " Ver­mut­lich war die Deto­na­tion da drin", sagt er und zeigt in einen Raum, der früher eine Wand mehr hatte und Kühl- und Tech­nik­raum war. Ein 27-jähriger Metz­ge­rei­mit­ar­beiter ist ums Leben gekommen.

"Er hat ver­mut­lich die Haare von Schweineköpfen abge­flammt mit dem Gas­brenner", sagt Poli­zei­spre­cher Rainer Köller. "Heute war Schlachttag." Warum die Gas­fla­sche explo­diert ist, unter­sucht nun ein Sach­verständiger für Gasunfälle. Die sieben Kol­legen des Getöteten waren zum Unfall­zeit­punkt eben­falls in den Erd­ge­schossräumen des Anwe­sens.

Sie wurden mit Kno­chenbrüchen, Ver­bren­nungen, Knall­trau­mata und Schocks in die Kli­niken am Gesund­brunnen und am Plat­ten­wald ein­ge­lie­fert; zwei von ihnen sind schwer ver­letzt.

"Die Feu­er­wehr hat her­vor­ra­gend reagiert", sagt Kri­mi­nal­oberrat Volker Mössinger, der als Ein­satz­leiter der Polizei am Unglücksort ist. Gleich nach ihrem Ein­treffen haben die Feu­er­wehr­leute die Erd­gas­lei­tungen gekappt und Gas­mes­sungen durchgeführt. Nach wenigen Minuten ist klar, dass keine Gefahr für die Anwohner besteht.

Notärzte und Ret­tungskräfte kümmern sich um die Ver­letzten und um Angehörige, die zum Unglücksort kommen. Die Familie des 27-Jährigen weiß eine Stunde nach der Explo­sion noch nichts von seinem Tod. Not­fall­seel­sorger Dr. Karl Braun­gart aus Oed­heim steht zwi­schen Kran­ken­wagen, Feu­er­wehr- und Poli­zei­autos und ist bereit für seinen schwie­rigen Ein­satz. "Ich begleite die Poli­zisten zu den Angehörigen des Toten." Die Betreuung sol­cher vom Schicksal getrof­fener Men­schen dauert manchmal eine Stunde, manchmal fünf.