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Gasexplosion: Mann in Lebensgefahr

Einsatz der Feuerwehr HeilbronnExplosion oder Verpuffung am von Franziska Feinäugle, HSt

Frei­tag­nach­mittag zerreißt eine hef­tige Gas­ex­plo­sion die Ruhe am Rand von Alt-Böckingen. Mit lebensgefährli­chen Ver­bren­nungen wird ein 56-Jähriger in eine Spe­zi­al­klinik geflogen. Seine Mutter (84) erleidet schwere Ver­let­zungen. Der Mann hat laut Polizei mit großer Wahr­schein­lich­keit am Gaszähler mani­pu­liert.

Es knirscht bei jedem Schritt, schon auf dem Weg zu dem Haus im Robert-Stolz-Weg liegen überall Glas­scherben. Eine lange weiße Gar­dine hängt durch ein zer­split­tertes Fenster nach draußen. Hinten im Garten liegt ein rie­siger Fens­ter­rahmen, den die Druck­welle aus der Ver­an­ke­rung gerissen und fort­ge­schleu­dert hat, sogar die First­ziegel sind vom Dach gefallen. "Wenn hier statt Fens­tern eine geschlos­sene Wand gewesen wäre, hätte so eine Druck­welle even­tuell zum Ein­sturz des Gebäudes führen können", sagt Helmut Kling von der Heil­bronner Berufs­feu­er­wehr.

Der Alarm geht um 15.25 Uhr ein. Als die Feu­er­wehr­leute vier Minuten später am Unglücksort ein­treffen, kommt ihnen am Haus­ein­gang in teils bren­nenden Klei­dern der 56-Jährige ent­gegen und will dann wieder zurück ins Haus, in dem seine Mutter noch ist.

Die Ret­tungs­sanitäter der Feu­er­wehr kümmern sich um seine Erst­ver­sor­gung, während ihre Kol­legen die 84-jährige Frau aus dem Haus retten; sie sitzt mit ver­brannten Haaren im ersten Stock auf dem Sofa. Die Frau wird mit schweren Ver­bren­nungen ins Kran­ken­haus gebracht und später eben­falls mit dem Ret­tungs­hub­schrauber in die Spe­zi­al­klinik nach Lud­wigs­hafen geflogen.

Zim­mer­pflanzen ohne Töpfe liegen kopfüber auf den Treppen, das Wohn­zimmer ist verwüstet. Zwi­schen zahl­losen Scherben liegt ein ange­split­terter Türknauf. Im Keller hat jemand am Gaszähler eine der Lei­tungen abmon­tiert, so dass Gas ausströmen konnte. "Wir gehen momentan davon aus, dass es höchst­wahr­schein­lich der 56-Jährige war" , sagt Poli­zei­spre­cher Peter Lechner, gleich nach dem Alarm zum Unglücksort gekommen. Motiv? Unklar. Beide Ver­letzten sind momentan nicht ver­neh­mungsfähig. Die Heil­bronner Kripo hat die Ermitt­lungen auf­ge­nommen.

Die 13 Helfer von den Ret­tungs­diensten und die fünf Notärzte sind schon wieder fort, die 20 Feu­er­wehr­leute mit Aufräumen beschäftigt. " Sollen wir zur Eigen­tums­si­che­rung überall Span­platten von innen gegen die Fens­ter­rahmen schrauben?" fragt ein Feu­er­wehr­mann und bekommt ein Nicken zur Ant­wort. Der Sach­schaden wird auf min­des­tens 300 000 Euro geschätzt.