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Zwei Wehren kooperieren reibungslos

Neckarwestheimvon Harald Schmidt, HSt

Sams­tag­nach­mittag, kurz vor Ende eines langen Arbeits­tages in der Möbel­schrei­nerei Saur in Neckar­west­heim: Ein Mit­ar­beiter alar­miert über Notruf 112 die Feu­er­wehr­leit­stelle. In der Lackie­rerei hat sich ein mit Leinöl getränkter Lappen selbst entzündet. Das Feuer hat sich bereits im Raum aus­ge­breitet. In der zweistöckigen Halle halten sich noch meh­rere Per­sonen auf.

Stich­worte Dies ist die Aus­gangs­lage für eine Hauptübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr (FFW) Neckar­west­heim. Die Leit­stelle alar­miert nach Ein­gehen der Mel­dung die Feu­er­wehr­leute über Funk­mel­de­empfänger. Auf diesem Weg erhalten die Ein­satzkräfte stich­wort­ar­tige Infor­ma­tionen zur Lage und zur Örtlich­keit. Wenige Minuten später ist das Fahr­zeug mit der Ein­satz­lei­tung vor Ort.

Zu diesem Zeit­punkt dringt bereits dichter Qualm aus der Werks-halle. An einem offenen Fenster im Ober­ge­schoss stehen Per­sonen und rufen um Hilfe. Die Ein­satz­lei­tung ver­schafft sich einen schnellen Über­blick und koor­di­niert den Ein­satz. Während­dessen treffen drei wei­tere Löschfahr­zeuge der Neckar­west­heimer ein.

Schnell werden Schläuche an Hydranten ange­schlossen und aus­ge­rollt. Eine Ein­satz­gruppe rüstet sich mit Atem­schutzgeräten aus und betritt das Gebäude. Der Auf­trag: die ein­ge­schlos­senen Per­sonen her­aus­holen. Sire­nen­ge­heul kündigt zwei Fahr­zeuge der FFW Lauffen an, dar­unter der benötigte Dreh­lei­ter­wagen. Diese Unterstützung hat die Leit­stelle ver­an­lasst.

Inner­halb kürzester Zeit bringen die Wehr­leute den Dreh­lei­ter­wagen in Stel­lung, besetzen den Korb, und die Leiter wird zu den Hil­fe­ru­fenden aus­ge­fahren. Während drei Per­sonen aus dem Fenster gerettet werden, haben auch Kräfte des Atem­schutz­trupps zwei Männer aus der Halle geführt. Die stark Hus­tenden werden von Sanitätern über­nommen und ver­sorgt. Unter den zahl­rei­chen Zuschauern ist auch Gernot Saur (33), der Juni­or­chef der Firma. Er stellt fest: „Ich bin fas­zi­niert, wie rei­bungslos und rou­ti­niert alles abläuft. Gerade das Zusam­men­spiel der Feu­er­wehren aus Neckar­west­heim und Lauffen ist vor­bild­lich.“

Abgekämpft Rea­lis­tisch ist für ihn auch die Brand­ur­sache, obwohl er betont: „Wir gehen sehr vor­sichtig mit den Ölen und Lacken um und haben dafür einen extra Raum.“ Nach der Ret­tung der Men­schen werden die Löschar­beiten inten­si­viert. Die Feu­er­wehr­leute löschen an meh­reren Stellen während der Dreh­lei­ter­wagen zur Brandbekämpfung von oben genutzt wird.

Der Atem­schutz­trupp hat die Halle bereits ver­lassen. Abgekämpft nimmt Marc-Ulrich Kurrle die Maske vom Gesicht. „Das ist körper­liche Höchst­leis­tung, die Hitze und der Qualm ver­langen einem alles ab“, sagte der sicht­lich erschöpfte Feu­er­wehr­mann.

„Ruhig, besonnen, abgeklärt und in allen Aktionen nach­voll­ziehbar“, beschreibt der beob­ach­tende stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meister Heiner Schiefer die Übung. Mit der Mel­dung: „Feuer unter Kon­trolle“ beendet Neckar­west­heims Kom­man­dant Marc Wei­nert die Übung.

„Ich bin fas­zi­niert, wie rei­bungslos alles abläuft.“

Gernot Saur