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Verbotswidrig geparkte LKW und voreilige Kraftfahrer frustrieren Helfer

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Einsätze auf der Auto­bahn sind eine beson­dere Her­aus­for­de­rung

Der Ausbau der A6 stellt nicht nur Kraft­fahrer auf eine Gedulds­probe, auch Ret­tungs­dienste wie die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Rap­penau bekommen gestie­genes Ver­kehrs­auf­kommen und beengte Platz­verhältnisse zu spüren.

Vor Beginn der Baumaßnahmen hatte die Rap­pen­auer Hilfs­or­ga­ni­sa­tion nur einen Auto­bahn­ab­schnitt in Fahrt­rich­tung Mann­heim, zwi­schen den Anschluss­stellen Bad Rap­penau und Sins­heim-Steins­furt zu bear­beiten. Im Zuge der Bau­stelle gibt es eine spe­zi­elle Alarm- und Ausrücke­ord­nung (AAO). Die teilt den Bereich in sechs Seg­mente ein und sieht vor, dass die Rap­pen­auer auch in Rich­tung Heil­bronn auf die Auto­bahn gehen. Wobei: Der Bau­stel­len­be­reich ist für Retter gar nicht das große Pro­blem.

Her­aus­for­de­rung „Im ganzen Jahr 2017 hatten wir zehn Einsätze auf der Auto­bahn, dieses Jahr waren es bis Anfang August bereits 15, dar­unter vier Fahr­zeugbrände“, zählt Kom­man­dant Felix Mann auf und schiebt nach: „Aller­dings waren nur drei der 15 Einsätze im Bau­stel­len­be­reich, so dass man sagen kann, die Bau­stelle bereitet uns nicht wesent­lich mehr Pro­bleme.“ Aber sie birgt einige Her­aus­for­de­rungen. Etwa das Bilden einer Ret­tungs­gasse: „Oft stehen die Lkw ver­bots­widrig mehr­reihig auf der Fahr­bahn“, stellt Mann fest. „Wir können auch beob­achten, dass vor allem ausländi­sche Fahrer keinen Platz machen.“ Das sei frus­trie­rend. „Wir wollen auf der Anfahrt möglichst wenig Zeit ver­lieren und stellen dann oft fest, dass zwar für das erste Auto eine Ret­tungs­gasse gebildet wird, danach die Fahr­zeuge aber vor­eilig wieder zusam­men­fahren, so dass es kein Durch­kommen mehr gibt.“

Zu enge Fahr­bahnen Für den Bau­stel­len­be­reich auf der A6, den die Rap­pen­auer betreuen, gilt das aber nur bedingt, denn, „dort ist es gar nicht mehr möglich, eine Ret­tungs­gasse zu bilden, da die Fahr­bahnen zu eng sind.“ Das erhöht übri­gens auch die Unfall­ge­fahr für die Retter. Des­halb sieht die AAO auch vor, dass bei Unfällen von jeder Seite Ret­tungs­fahr­zeuge auf die Auto­bahn auf­fahren können. „Not­falls auch ent­gegen der Fahrt­rich­tung. Aller­dings nur in enger Absprache mit der Polizei, wenn es eine Voll­sper­rung gibt und wenn sicher­ge­stellt ist, dass auf keinem Park­platz mehr ein Fahr­zeug steht, das auf die Auto­bahn fahren kann.“ Für Mann und seine Kol­legen liegt der Schwer­punkt der Einsätze auf Höhe von Grom­bach, beim Park­platz Bau­ern­wald mit seiner langen Geraden.

Ver­hee­rend Warum es gerade dort so häufig kracht, darüber könne man nur spe­ku­lieren. Mann ver­mutet: „In der Bau­stelle sind die Fahrer hoch­kon­zen­triert, mögli­cher­weise lässt die Kon­zen­tra­tion dann auf der langen Geraden nach.“ Das, was die Retter gerade bei Lkw-Unfällen, die das Gros der Einsätze aus­ma­chen, vor­finden, ist oft ver­hee­rend. „Auf der Auto­bahn wirken durch die Geschwin­dig­keiten und die Massen höhere Kräfte.“

Für die tech­nisch anspruchs­vollen Einsätze, brauche es gewisse Rou­tine. Wobei: Einsätze auf den Landes- und Kreis­straßen seien psy­chisch belas­tender: „Denn da rücken wir in den Berei­chen aus, in denen wir wohnen.“ Und fast jedes Mal kenne einer der Helfer das Unfall­opfer. Als Bei­spiel nennt Mann den Fron­tal­zu­sam­menstoß im Jahr 2015 nahe Bon­feld mit vier Toten. „Dar­unter waren zwei Kinder. Das ist ganz beson­ders belas­tend.“

Nach­be­trach­tung Des­halb legen seine Kol­legen und er auch großen Wert auf die Nach­be­trach­tung. „Wir ent­scheiden jedes Mal aufs Neue, ob wir ein soge­nanntes Debrie­fing anbieten.“ Und auch dieses habe sich gewan­delt. „Heute spricht man offener darüber, wie man einen Ein­satz erlebt hat.“ So gelinge es, die Vorgänge besser ein­zu­ordnen und Bilder, die vor dem geis­tigen Auge ablaufen, ins rich­tige Licht zu rücken. „Heute spricht man offener darüber,wie man einen Ein­satz erlebt hat.“