QR-Code zur Seite

Unerwartete Anerkennung für das Ehrenamt

Eppingenvon Nicole Theurer, HSt

Vor gut einem Monat hieß es in der Nord­stadt der Fach­werk­stadt Land unter. Mehr als 60 Liter Regen binnen einer Stunde sowie von Fel­dern in die Straßen gespülter Schlamm stellten die Feu­er­wehr vor eine Her­ku­les­auf­gabe, denn ins­ge­samt 178 Ein­satz­stellen mussten bei etwa 800 betrof­fenen Bürgern abge­ar­beitet werden. Tal­straße, Spitzgärten, Emil-Thoma-Straße, die braune Brühe machte Woh­nungen unbe­wohnbar, über­schwemmte Keller und Garagen.

Auch Uwe Müller und Karl-Peter Ehe­halt gehörten zu den Geschädigten. „Die Feu­er­wehren, das tech­ni­sche Hilfs­werk und das Deut­sche Rote Kreuz leisten selbstlos frei­wil­ligen Dienst an der Bevölke­rung, die Mit­glieder stellen ihre Leis­tung, ihre Zeit und ihre Arbeits­kraft kos­tenlos zur Verfügung und das ist heute nicht mehr selbst­verständlich“, betonte Ehe­halt, der gemeinsam mit Müller die Helfer der Unwet­ter­nacht zu einem Hel­ferfrühschoppen in seine Event­scheune ein­ge­laden hatte.

„Wenn alle Men­schen eine mensch­liche Ein­stel­lung hätten wie die ehren­amt­li­chen Helfer, dann hätten wir die Pro­bleme in der Welt nicht.“ Des­halb sei es für Uwe Müller und ihn ein persönli­ches Anliegen, den Hilfskräften zu danken, so Ehe­halt. „Als ich gefragt habe, ob den Ret­tungskräften eine Geld­spende oder ein Frühschpppen lieber sei, haben sie sich spontan für das kame­rad­schaft­liche Mit­ein­ander ent­schieden.“ Und so kamen Flo­ri­ansjünger aus Bra­cken­heim, Schwai­gern, Nie­der­hofen, Itt­lingen, Gem­mingen und der Eppinger Gesamt­wehr sowie Mit­glieder des THW und DRK ges­tern Morgen gerne in die Ehe­haltsche Scheune.

„Wir haben sehr viele Geld­spenden erhalten und uns darüber unend­lich gefreut, denn das ist nicht selbst­verständlich“, betonte Eppin­gens Kom­man­dant Martin Kuh­mann, „diese und dieser Frühschoppen sind eine unend­liche Wertschätzung unserer Arbeit und für die Moral der Truppe unend­lich wichtig.“ Seit 38 Jahren ist Kuh­mann dabei, „aber sowas habe ich noch nie erlebt.“ Damit stand er nicht alleine, denn weder Volker Lang (Schwai­gern), noch Peter Hügle (Bra­cken­heim), Steffen Ebert (Gem­mingen) oder Flo­rian Hernik (Itt­lingen) hatten je so ein Erlebnis. „Das ist eine Aner­ken­nung für das Ehrenamt, eine schöne Geste, die wir nor­ma­ler­weise nicht erleben“, erklärte Ebert, während Hügle einräumte, „als ich davon gehört habe, hatte ich Gänse­haut, denn diese Ver­an­stal­tung ist eine Bestätigung für die Arbeit, die wir das ganze Jahr über leisten, das ist eine große Geste, die wir nicht erwartet haben.“ Von dieser Ein­la­dung werde in den Wehren sicher­lich noch lange gespro­chen werden, davon zeigte sich Volker Lang über­zeugt, während der stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meister Heiner Schiefer den „hohen Stel­len­wert“ der Ver­an­stal­tung unter­strich. „Das ist ein­malig, das zeigt, dass unsere Arbeit geschätzt wird, zumal einige Ein­satzkräfte persönlich betroffen waren und sich trotzdem der All­ge­mein­heit zur Verfügung gestellt haben.“ In seiner und seiner Kame­raden Arbeit bestärkt sah sich Flo­rian Hernik. „Selbst­verständlich ist das nicht. Wir machen unsere Arbeit gerne, aber so was bestärkt uns natürlich in unserem Tun.“ Wobei, so betonte Hernik, „wir schon während des Ein­satzes von den betrof­fenen Anwoh­nern mit Kaffee und Bre­zeln ver­sorgt worden sind.“