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Über Drehleiter werden Bewohner in Sicherheit gebracht

Beilsteinvon Barbara Barth, HSt

Es ist nur eine Übung, aber es könnte auch ein Ernst­fall sein: Es brennt, im Zimmer 111 der Senio­ren­wohn­an­lage Haus Ahorn hat der Rauch­melder ange­schlagen. Alarm. Das Haus an der Ils­felder Straße ist das Ziel einer Großübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Beil­stein. Etwa alle fünf Jahre wird geprüft, ob das Brand­schutz­kon­zept des Hauses noch stimmig ist, und ob die Schnitt­stelle zwi­schen Wohn­an­lage und Feu­er­wehr funk­tio­niert.

Alarm

Mit Blau­licht und Sirene fahren die Männer vom Feu­er­wehr­haus im Hart durch Beil­stein zum Ort des Gesche­hens. Um 16.11 Uhr ist der Alarm ausgelöst worden. Im Echt­fall käme er von der Inte­grierten Leit­stelle in Heil­bronn mit dem Stich­wort „Brand­mel­de­an­lage Senio­ren­wohn­an­lage Haus Ahorn Beil­stein“. Im Fall der Übung ist die Mel­dungsübert­ra­gung abge­schaltet. Feu­er­wehr­mann Jürgen Brosi macht Rauch und meldet den „Brand“ per Handy an die Feu­er­wehrhäuser in Beil­stein und Obers­ten­feld.

Um 16.15 ist der Mann­schafts­trans­port­wagen mit der Ein­satz­lei­tung vor Ort. Aus einem gesi­cherten Kasten holen die Feu­er­wehr­leute den Zen­tral­schlüssel für das Haus. Bei einem nächt­li­chen Brand wären alle Türen ver­schlossen. Hinter dem Ein­gang erfahren die Ein­satzkräfte in der Brand­mel­de­zen­trale, wo es brennt und wie sie dahin kommen. Das Pfle­ge­per­sonal um Heim­lei­terin Andrea Stoll ist eben­falls per stillem Alarm infor­miert. Die unmit­tel­baren Nach­barn des Brand­orts werden aus ihren Zim­mern geholt. Sollte die Feu­er­wehr das Kom­mando zur Eva­ku­ie­rung geben, würden die Bewohner ins gegenüber lie­gende Gym­na­sium gebracht. Da es eine Übung ist, wissen die 109 Bewohner natürlich Bescheid und stehen dicht gedrängt auf Bal­konen, Ter­rassen und an den Fens­tern. „Klasse, richtig was los heute“, meint ein Senior und lässt das Fußball­spiel im TV links liegen.

In der Zwi­schen­zeit ist der erste Atem­schutz­trupp mit C-Strahl­rohr im Haus. Die Person aus Zimmer 111 wird gefunden und um 16.24 Uhr über die Dreh­leiter der Feu­er­wehr Obers­ten­feld in Sicher­heit gebracht. Der „Supergau“, wie Beil­steins Kom­man­dant Bernd Kir­cher die Situa­tion beschreibt, tritt ein, als das Per­sonal fest­stellt, dass eine zweite Person fehlt. Wo ist die Bewoh­nerin aus Zimmer 128? Drei Trupps suchen sie. Die Ret­tung erfolgt wieder über die Dreh­leiter.

Pro­bleme

Nach ein­ein­halb Stunden ist die Übung beendet. Bei der Manöver­kritik spricht Kir­cher von einer „her­vor­ra­gend funk­tio­nie­renden Brand­mel­de­an­lage“. Die Straßen müssten schneller für den Durch­gangs­ver­kehr gesperrt werden. Mit dem Funk traten Pro­bleme auf, so dass die Ver­bin­dung Angriffs­trupp - Grup­penführer gestört gewesen sei. Ob es an der Archi­tektur oder dem vielen Beton liegt müsse geprüft werden. Außerdem fiel der Feu­er­wehr auf, dass die Zim­mer­num­mern nicht am Balkon stehen.

Bild: Mit der Dreh­leiter aus Obers­ten­feld wird die Beil­steiner Feu­er­wehr eine Bewoh­nerin aus dem Haus Ahorn über den Balkon „retten“. Foto: Bar­bara Barth