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Rettung naht über die Leiter

Leingartenvon Carolin Bozic, HSt

Laut schrillt der Alarm durch die Eich­bot­t­schule in Lein­garten. Von Weitem ist bereits die Sirene der örtli­chen Feu­er­wehr zu hören. Zügig strömen die Schüler klas­sen­weise auf den Pau­senhof. Doch als vor dem Schulgebäude die Anwe­sen­heit überprüft wird, ist klar: Die Klasse 6a befindet sich, ein­ge­schlossen im Feuer, noch im Gebäude. Das ist das Sze­nario für den Pro­be­alarm der Gemein­schafts­schule, an dem erst­mals auch die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Lein­garten mit 17 Ein­satzkräften und fünf Fahr­zeugen betei­ligt ist. Neben der mitt­ler­weile rou­ti­nierten Eva­ku­ie­rungsübung findet in diesem Jahr auch eine spek­takuläre Ret­tungs­ak­tion statt.

Kurz bevor um 9.58 Uhr der Alarm ausgelöst wird, infor­miert Feu­er­wehr­frau Melissa Göbl die Klasse 6a über die bevor­ste­hende Räumungsübung. „Wenn der Alarm kommt, bleiben bitte alle sitzen.“ Denn die Schüler sollen nicht den kon­ven­tio­nellen Weg durch das Schul­haus nehmen, son­dern über die Ret­tungs­leiter der Feu­er­wehr in Sicher­heit gebracht werden.

Um auf sich auf­merksam zu machen, plat­ziert Lehrer Marco Schin­dele ein rotes Schild am Fenster. Das ist das Zei­chen für die Feu­er­wehr, dass Hilfe benötigt wird. Als die Ein­satzkräfte schließlich nach rund fünf Minuten ein­treffen, heißt es für die Kinder Ruhe bewahren, und den Platz am Fenster freiräumen. Denn dort wird die Leiter ange­dockt, über die die Feu­er­wehrmänner Manuel Tho­manek und Philipp Burek in das Zimmer klet­tern, um die Kinder vor ihrem Abstieg zu sichern. Ines (12) ist die Erste, die die Leiter hin­un­ter­klet­tert. „Ich habe mich sicher gefühlt“, erzählt die Schülerin. Auch für Batuhan (11) war der Abstieg auf­re­gend. „Ich habe zuerst in den Beinen gezit­tert aber dann war es leicht“, meint er.

Aus­tausch Während­dessen warten die anderen Klassen unter Auf­sicht ihrer Lehrer bereits auf dem Schulhof und ver­folgen gespannt die Ret­tungs­ak­tion. Zur Zeit des Pro­be­alarms befanden sich rund 300 Schüler im Gebäude. Nach ungefähr zwei­ein­halb Minuten war die Schule geräumt. Um sicher­zu­stellen, dass sich kein Kind mehr in der Gefah­ren­zone befindet, überprüft Sicher­heits­be­auf­tragte Birgit Kaiser die Anwe­sen­heit. Dabei steht sie in ständigem Aus­tausch mit Ein­satz­leiter Jürgen Fritz. „Bei uns läuft das so rou­ti­niert, dass die Schüler nie in Panik geraten“, so die Leh­rerin. Wie man sich im Ernst­fall ver­halten soll, weiß Achtklässler Dominik Beckert genau. „Wir müssen die Fenster schließen und das Tage­buch mit­nehmen. Der letzte macht die Türe zu, und dann läuft man zügig runter“, erklärt der 14-Jährige den Ablauf.

Einmal im Jahr muss die Schule einen Pro­be­alarm durchführen. Schon seit Längerem hegt Schul­leiter Andreas Heit­linger den Wunsch, die Feu­er­wehr dabei an Bord zu haben. Der Ein­satz in Koope­ra­tion mit den Ret­tungskräften wurde daher von langer Hand geplant. „Es müssen alle Vor­aus­set­zungen erfüllt sein“, erklärt er. Dazu gehöre bei­spiels­weise, die Echt­heit der Übung zu wahren oder die Zahl der anwe­senden Schüler zu kon­trol­lieren. „Alles, was wir bespro­chen haben, wurde umge­setzt“, freut sich der Schul­leiter.

Jugend­wart Dominik Frank ist eben­falls zufrieden mit dem Ablauf der Ret­tungs­ak­tion. „Der Ein­satz hat gut geklappt. Wir hatten genug Platz zum Arbeiten“, meint er.

Sta­tionen Um die Kinder anschließend mit den Auf­gaben der Feu­er­wehr ver­traut zu machen, haben die Ein­satzkräfte ver­schie­dene Sta­tionen vor­be­reitet. Dazu gehören neben einer Fahr­zeug­schau auch der rich­tige Umgang mit einem Feuerlöscher oder das Testen einer Wärme­bild­ka­mera.

Bild: Span­nende Sache: Über eine Leiter werden die Schüler der Klasse 6 a von den Ein­satzkräften der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr eva­ku­iert. (Foto: Carolin Bozic)