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Personensuche - wer suchet, der findet

Bad Friedrichshallvon Regina Wittich, Feuerwehr Bad Friedrichshall

Bereits zum dritten Mal trafen sich enga­gierte Feu­er­wehrmänner und –frauen der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall, um das Angebot der Aus­bilder anzu­nehmen sams­tags in einem der Abrisshäuser der Stadt Bad Fried­richs­hall zu üben. Mit ver­schie­denen Sze­na­rien war dies auch die gute Gele­gen­heit, ver­schie­dene Vor­ge­hens­me­thoden durch­zu­spre­chen, aus­zu­pro­bieren und Fragen zu klären.

Im ersten Durch­gang übte man noch ohne Rauch oder sons­tigen Mit­teln, um Basics der noch recht jungen Truppe abzu­rufen. Der Angriffs­trupp war beauf­tragt den Brand im 2. Ober­ge­schoss des Gebäudes zu löschen. Der Trupp konnte die Türe öffnen, dies geschieht über die „Türöffnungs­pro­zedur“, welche die Feu­er­wehrmänner immer wieder üben. Hierfür bringt sich der Trupp vor der Tür in Stel­lung und spricht sich ab, um immer wieder die Türe kurz zu öffnen und einen Sprühstrahl Rich­tung Decke des Raumes zu sprühen. Hier spielte der zweite Aus­bilder die Möglich­keit eines Flash overs ein, welche die Männer erwischte. Somit mel­dete er zwei ver­letzte Per­sonen im 2. Ober­ge­schoss. Nun ging es an den außenste­henden Aus­bilder, wel­cher gleich­zeitig als Ein­satz­leiter fun­gierte, einen Ret­tungs­trupp in das Gebäude zu schi­cken, um den Angriffs­trupp zu retten.

Bei Ein­treffen des Ret­tungs­trupps in dem Zimmer der Ver­letzten bat der Ein­satz­leiter alle Teil­nehmer mit hinzu, um die ver­schie­denen Möglich­keiten der Ret­tung mit und ohne Hilfs­mittel durch­zu­spre­chen. Ideen­geber wurden hierbei gleich auf­ge­for­dert, ihre Möglich­keit vorzuführen und durften sich von der Gruppe Vor- und Nach­teile anhören.

Nach einer Kaffee- und Rau­cher­pause ging es mit dem Erklären beim Durch­su­chen von Räumen ohne Sicht weiter. Auch hier gab es beim Vorführen das sofor­tige Feed­back in Form von Fragen, Ideen und Vor- und Nach­teilen, egal ob Rechte-Hand bzw. Linke-Hand Methode oder die Tau­cher­me­thode. Bei der Rechte-Hand bzw. Linke-Hand Methode muss drin­gend immer eine Hand an der Wand bleiben, der zweite Feu­er­wehr­mann des Trupps ist mit der Schlinge des Gürtels, wel­cher jeder Feu­er­wehr­mann anhat, an seinem Kol­legen befes­tigt, was den Vor­teil hat, dass der Trupp so einen größeren Radius abde­cken kann. Natürlich funk­tio­niert dies nur in klei­neren Räumen, da sonst die Mitte des Raumes nie abge­deckt wird. Bei größeren Räumen greift man des­wegen zu der soge­nannten Tau­cher­me­thode. Hierbei sucht sich der Trupp eine Ecke des Raumes. In dieser bleibt einer des Trupps und hält den Lei­nen­beutel, das Ende des Seils wird an dem zweiten Mann des Trupps befes­tigt, dieser bewegt sich nun in immer größer wer­denden Kreisen von der Ecke bis dieser eine wei­tere Ecke erreicht hat oder eben die ver­misste Person gefunden hat. Auch das Türe öffnen mit­tels Hal­ligan­tool war Thema in der Bespre­chung. Auch hier waren noch wei­tere Ideen vor­handen, welche sogleich in die Praxis umge­setzt wurden.

Nach den Demons­tra­tionen war Mit­tags­zeit, welche mit Linsen und Spätzle zele­briert werden sollte, jedoch musste das Essen warten, da der Melder der Frei­wil­ligen tat. Durch genaue Abspra­chen im Voraus, was in genau so einem Fall zu tun ist und wer wel­chen Posten ein­nimmt, ging das Aufräumen und Auf­sitzen gewohnt zügig und die Feu­er­wehr konnte zu einem Objektalarm ausrücken. Da sich dieser jedoch als Täuschungs­alarm her­aus­stellte, waren die Ein­satzkräfte auch wieder zügig vor Ort und konnten so noch eine warme Mahl­zeit zu sich nehmen.

Gestärkt ging es dann end­lich mit dem zweiten Durch­lauf weiter. Diesmal brannte es im ersten Ober­ge­schoss und man ver­misste zwei Per­sonen. Um es den Trupps nicht zu ein­fach zu machen wurde fleißig mit­tels Nebel­ma­schine ein­ge­ne­belt und alle Rollläden her­un­ter­ge­lassen. Da man nun wusste wie es richtig geht, ver­lief dieser Durch­gang zügig und rei­bungslos. Auch Funk­ver­kehr mit dem besetzten ELW funk­tio­nierte und die fik­tiven Ein­satzkräfte zur Unterstützung konnten ein­ge­spielt werden.

Für das große Finale, den dritten und letzten Durch­gang des Tages, hatte man sich etwas aus­ge­dacht, was ein wenig anspruchs­voller war. Diesmal war das gesamte Dach­ge­schoss kom­plett ein­ge­raucht und eine Person wurde ver­misst. Das Vor­gehen wurde vor­ge­geben: Mit Hilfe einer Steck­leiter in das 2. Ober­ge­schoss, über den Balkon in das Trep­pen­haus und über die Treppe hoch in das Dach­ge­schoss.

Nach dem antreten, lei­terte man also an den Balkon des 2. Ober­ge­schosses an und der Angriffs­trupp stieg hoch. Hier ging es auch Fragen zu klären, wie man zum Bei­spiel genau Schlauch hoch­be­kommt oder wie man über­haupt in das Gebäude hin­ein­kommt, wenn alle Fenster und auch die Bal­kontür ver­schlossen sind. An der Rauch­grenze ange­kommen ent­schloss sich der Angriffs­trupp die Such­me­thode über die Linke-Hand Methode durchzuführen und wie es manchmal im Leben nun einmal ist: Man braucht Glück. Direkt im links angren­zenden Bad wurde der Dummy, also die ver­misste Person gefunden und konnte somit gerettet werden.

Mit einer letzten Bespre­chung über den Her­gang wurde auch dieser Durch­gang, aber auch der erfolg­reiche Übungstag beendet.

Mit der Freude, dass es hof­fent­lich auch in Zukunft solche Möglich­keiten zum Üben gibt, gilt der Dank vor Allem Jürgen Vogt für die Vor­be­rei­tung, aber auch Michael Sieg­mann, wel­cher als wei­terer Aus­bilder anwe­send war ist zu danken und natürlich jedem ein­zelnen Feu­er­wehr­mann, wel­cher sich zum nor­malen Übungs­dienst Zeit für solch eine Zusatzübung Zeit nimmt!