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Neue Feuerwehr-Spitze sieht sich nicht unter Zugzwang

Eppingenvon Peter Boxheimer, HSt

Eine neue Führung hat die Eppinger Feu­er­wehr bei der Haupt­ver­samm­lung gewählt. Zum Gene­ra­ti­ons­wechsel, dem Löschzügekon­zept, dem Gerätehaus und den wei­teren Auf­gaben hat sich das Trio an der Spitze der Hilfs­or­ga­ni­sa­tion mit gut 500 Mit­glie­dern in einem Inter­view geäußert.

Hat die Eppinger Feu­er­wehr neue Köpfe gebraucht?

Thomas Blösch: Es war so, dass der Wunsch nach einem Wechsel von Seiten der Kom­man­danten der Abtei­lungs­wehren ange­klungen war und wir hierfür von den Kame­raden vor­ge­schlagen wurden.

Ist das aus­ge­wech­selte Kom­mando die Speer­spitze der mitt­leren Gene­ra­tion, die jetzt in die Ver­ant­wor­tung drängt?

Oliver Kohler: Wir haben sicher nicht gedrängt. Bei der Feu­er­wehr haben wir eine gute Alters­struktur. Auch ältere Kame­raden sind noch in Führungs­po­si­tionen. Natürlich gehören wir eher der jüngeren Gene­ra­tion an, aber wir sind alle schon um die 20 Jahre dabei.

Und bringen damit die not­wen­dige Erfah­rung für Ihre Auf­gaben mit?

Alex­ander Schmidt: Ja, natürlich.

Blösch: Wir sind die ganze Zeit auch schon Führungskräfte gewesen, viel­leicht in zweiter, manche auch in dritter Reihe. Bei Einsätzen konnten wir viele Erfah­rungen sam­meln und Führungs­qualitäten beweisen. Das führen wir jetzt ein­fach fort und haben dabei eine starke Mann­schaft hinter uns, die uns den Rücken stärkt. Sie steht für uns ein, wenn es darauf ankommt, und genauso tun wir das im Gegenzug auch.

Bei den Wahlen haben Sie sich durch­ge­setzt, aber dabei etliche Nein-Stimmen und Ent­hal­tungen bekommen. Haben Sie Vor­be­halte oder Gegen­wind gespürt?

Blösch: Es war ja kein scho­nender Übergang vom Kom­mando. Dass es hier auch Gegen­stimmen und Ent­hal­tungen gibt, war uns von vorn­herein bewusst, und wir haben das auch offen signa­li­siert bekommen. Manche wollten damit ein Zei­chen setzen, dass man so einen Übergang nicht unbe­dingt haben will. Sie haben uns trotzdem Unterstützung zuge­sagt und werden das hof­fent­lich auch wei­terhin tun. Die ersten Einsätze und Übungs­dienste haben gezeigt, dass sich alle in bemer­kens­werter Form ein­bringen und uns helfen, das Amt auszuführen.

Was will das neue Kom­mando anders machen?

Kohler: Wir haben eine gut aus­ge­bil­dete und gut auf­ge­stellte Wehr. Des­halb sehen wir nicht den Bedarf, dass wir unter Zug­zwang sind, drin­gend etwas ändern zu müssen. Wir können und wollen erst mal das Bestehende erfolg­reich fortführen. Dass neue Köpfe neue Ideen haben, bleibt nicht aus. Gedanken, wo man etwas ver­bes­sern kann, hat man immer. Die eine oder andere kleine Ände­rung wird sicher­lich kommen. Aber das ist nicht aus der Not heraus geboren.

Hat sich das Löschzügekon­zept Nord und Süd bewährt?

Kohler: Wir stehen dieses Jahr vor dem Abschluss der Umset­zung des Löschzügekon­zepts und bekommen die beiden Mann­schafts­trans­port­wagen für Adels­hofen und Rohr­bach. Damit sind alle Abtei­lungen gut aus­ge­stattet. Jetzt geht es darum, das Ganze fortzuführen und zu schauen, wo man nach­bes­sern kann.

Blösch: Bei Einsätzen haben wir erfahren, dass sich das Kon­zept bewährt hat. Die Abtei­lungs­wehren bekommen Auf­gaben, für die sie üben und mit denen sie ver­traut sind. Sie werden unsere Spe­zia­listen für manche Ein­satz­sze­na­rien sein. Das trägt auch zum Erhalt man­cher Abtei­lungen bei. Nur so kriegen wir mehr Moti­va­tion in die Truppe rein und haben dann den Nach­wuchs, den wir in Zukunft drin­gend brau­chen.

Haben Sie damit auch genügend Leute zur Verfügung?

Kohler: Durch das Löschzügekon­zept erreiche ich die erfor­der­liche Per­so­nalstärke, um bei einem Ein­satz wirk­lich hand­lungsfähig zu sein. Die ein­zelnen Abtei­lungen können sich mischen. Fehlen irgendwo Atem­schutzgeräteträger, setzen sich die Kräfte am zen­tralen Treff­punkt inner­halb der Autos kurz um und fahren mit einer Aus­stat­tung zur Ein­satz­stelle, wie es sich gehört.

Das heißt, die Exis­tenz der Abtei­lungs­wehren steht nicht zur Debatte?

Schmidt: Nein. Das Löschzügekon­zept trägt Früchte, die Jungs sind moti­viert. Natürlich gibt es am Anfang bei etwas Neuem immer Skepsis. Aber das kommt gut an und klappt. Wir haben es schon zweimal erfahren.

Bei wel­chen Einsätzen?

Blösch: Beim Hoch­wasser in Bad Fried­richs­hall wurde der Löschzug Süd neben der Abtei­lung Eppingen hin­zu­ge­rufen. Der Löschzug Nord hat geholfen, als bei der Firma Alba in Eppingen Kühlschränke gebrannt haben, um Gebäude zu schützen und die Löschwas­ser­ver­sor­gung her­zu­stellen.

Ist der Standort des Eppinger Gerätehauses ein Thema?

Blösch: Unser Gerätehaus liegt geo­gra­fisch ziem­lich zen­tral und ist für die Ein­satzkräfte aus dem ganzen Stadt­ge­biet gut anzu­fahren. Wir sind mit unseren Fahr­zeugen schnell auf der Bun­des­straße - ent­weder Eppingen-West oder -Mitte - und können dadurch die Orts­teile rasch errei­chen.

Kohler: Unser Standort ist optimal. Wir kommen auch inner­halb des Stadt­ge­biets überall gut ran. Für uns wird es aber nach Fer­tig­stel­lung des Park­hauses wei­terhin Pro­bleme mit der Park­si­tua­tion rund ums Gerätehaus geben. In die Über­le­gungen zur Erwei­te­rung des Schul­hofs und zur ver­kehrs­be­ru­higten Ludwig-Zorn-Straße müssen wir des­halb ganz klar mit ein­ge­bunden werden.

Braucht die Feu­er­wehr neue Fahr­zeuge?

Blösch: Die Abtei­lung Eppingen kriegt ein Hil­fe­leis­tungs-Löschfahr­zeug. Das ist aus­ge­schrieben, der Auf­trag wird dieses Jahr ver­geben. Die Lie­fer­zeit liegt momentan aber zwi­schen 18 und 20 Monaten. 2019 soll Eppingen ein Löschgruppen-Fahr­zeug bekommen, Mühlbach 2020 oder 2021.

Kohler: Das Pro­blem ist, dass die Her­steller zur­zeit sehr gut aus­ge­lastet sind.

Blösch: Bis alle Fahr­zeuge da sind, wird es wohl 2022 werden.

Das neue Kom­mando

Der Eppinger Feu­er­wehr­chef Thomas Blösch ist 36 Jahre alt. Er war zuvor zweiter stell­ver­tre­tender Stadt­kom­man­dant und zweiter Mann der Stützpunkt­wehr in der Kern­stadt. Blöschs erster Stell­ver­treter Alex­ander Schmidt (30) aus Elsenz ist im Stadt­teil stell­ver­tre­tender Abtei­lungs­kom­man­dant und Jugend­wart. Der neue zweite Vize­kom­man­dant Oliver Kohler (37) war in Eppingen als lei­tender Löschzugführer, Aus­bilder und zudem auch jah­re­lang als Aus­schuss­mit­glied enga­giert.