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Neckarsulmer Feuerwehrleute leisten ehrenamtlichen Einsatz auf Rekordniveau

Neckarsulmvon Stadt Neckarsulm

Jah­res­be­richt 2015 weist unverändert hohe Ein­satz­zahlen aus

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neckar­sulm hat auch im ver­gan­genen Jahr ehren­amt­li­chen Ein­satz auf Rekord­ni­veau geleistet. „Die Belas­tung im Ehrenamt nimmt weiter zu“, zog Kom­man­dant Wolf­gang Rauh auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Feu­er­wehr im katho­li­schen Gemein­de­haus St. Paulus Bilanz. Im Rückblick auf das Ein­satz­ge­schehen 2015 stellte Wolf­gang Rauh fest: „Die Feu­er­wehr Neckar­sulm ist ihren Anfor­de­rungen voll gerecht geworden und konnte zu jeder Tag- und Nacht­zeit die not­wen­dige und fach­ge­rechte Hil­fe­stel­lung leisten.“

Seit dem Jahr 2012 hat sich die Zahl der Einsätze auf gleich­blei­bend hohem Niveau ein­ge­pen­delt. Nach 338 Einsätzen im Jahr 2014 musste die Neckar­sulmer Feu­er­wehr im Berichts­jahr 344-mal ausrücken, um Brände zu löschen, Men­schen­leben zu retten, frei­ge­setztes Gefahrgut auf­zu­nehmen oder Hoch­wasser zu bekämpfen. Auch beim Che­mie­un­fall an der Jagst war die Feu­er­wehr Neckar­sulm mit 35 Mann im Ein­satz. Sie halfen mit, die Folgen des Gift­un­falls durch kon­ta­mi­niertes Löschwasser einzudämmen.

2015 löschte die Feu­er­wehr fast genauso viele Brände wie im Jahr davor, nämlich 59 Kleinbrände, sechs Mit­telbrände und zwei Großbrände. Über­wie­gend bestimmte aber erneut die tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung das Ein­satz­ge­schehen im ver­gan­genen Jahr. 60 Pro­zent der Einsätze ent­fielen auf diesen Auf­ga­ben­schwer­punkt. Dazu gehörten 35 Öleinsätze, fünf weniger als im Jahr davor, 24 Türöffnungen (minus sieben), 22 Ver­kehrsunfälle (plus einer) und 15 Gefahr­gut­einsätze (plus drei). Während die Zahl der Was­ser­einsätze um 13 auf vier Fälle zurückging, bewältigte die Wehr mit 28 Alarmen mehr als dop­pelt so viele Sturm- und Unwet­ter­einsätze wie 2014.

20-mal rückte die Feu­er­wehr Neckar­sulm aus, um Men­schen zu retten. 20 Per­sonen ver­danken den Neckar­sulmer Flo­ri­ansjüngern ihr Leben. 28 Per­sonen wurden bei Unfällen oder Bränden ver­letzt. Vier Men­schen kamen ums Leben. Bis auf einen Leicht­ver­letzten blieben alle Mit­glieder der Feu­er­wehr bei ihren Einsätzen unver­letzt.

Mit 172 Mit­glie­dern in der Ein­satz­ab­tei­lung blieb der Per­so­nal­be­stand stabil. Trotz verstärkter Wer­be­ak­tionen im ver­gan­genen Jahr konnte die Feu­er­wehr jedoch keine neuen Mit­glieder gewinnen, wie Wolf­gang Rauh einräumte. Die Mit­glieder, die auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung neu ver­pflichtet wurden, wech­selten von der Jugend­feu­er­wehr in den aktiven Dienst oder waren zuvor bereits andern­orts Mit­glied der Feu­er­wehr. Umso mehr betonte der Kom­man­dant die Bedeu­tung des Ehren­amts, das auch für die Feu­er­wehr eine „wich­tige Säule“ bilde: „Um in allen Gemeinden eine schnelle und gute Hilfe leisten zu können, braucht es eine funk­tio­nie­rende Feu­er­wehr und Men­schen, die sich ohne Rücksicht auf ihre pri­vaten Inter­essen für Men­schen in Not ein­setzen.“

OB Scholz: „Unsere Feu­er­wehr leistet Her­vor­ra­gendes“

„In unserer Feu­er­wehr wird das ganze Jahr über Her­vor­ra­gendes und Außeror­dent­li­ches geleistet,“ bestätigte Oberbürger­meister Joa­chim Scholz. Die Band­breite des Ein­satz­spek­trums stelle „unglaub­liche Anfor­de­rungen“ an die Feu­er­wehr­leute und erfor­dere viel Fach­wissen. Die Feu­er­wehr Neckar­sulm sei bekannt für ihren hohen Aus­bil­dungs­stand und den her­vor­ra­genden Ausrüstungs­stan­dard und genieße „nicht nur im Land­kreis, son­dern in der gesamten Region sehr hohes Ansehen“, ver­si­cherte Joa­chim Scholz. „Die Feu­er­wehr ist ein wich­tiger und fester Bestand­teil unserer Stadt­ge­sell­schaft.“ Auch in finanz­wirt­schaft­lich schwie­ri­geren Zeiten werde die Stadt die erfor­der­li­chen Haus­halts­mittel für die Feu­er­wehr zur Verfügung stellen. Der OB erin­nerte an den unlängst ein­ge­weihten Neubau des Feu­er­wehrgerätehauses in Dahen­feld und die Übergabe des neuen Löschgrup­pen­fahr­zeuges LF 10 an die Abtei­lung Ober­ei­sesheim. „Die Stadt schafft die äußeren Rah­men­be­din­gungen, die eine moderne Feu­er­wehr heut­zu­tage braucht.“

Mit Blick auf die stei­genden Zahlen an Asyl­be­wer­bern in Neckar­sulm rief OB Scholz die Feu­er­wehr auf, nach inter­es­sierten Bewer­bern oder erfah­renen Feu­er­wehrmännern unter den Flücht­lingen Aus­schau zu halten. In der Feu­er­wehr könnten Flücht­linge von der guten Kame­rad­schaft pro­fi­tieren und wesent­lich schneller inte­griert werden als in anderen Berei­chen. „Es wäre ein gran­dioses Zei­chen, wenn die Feu­er­wehr zur Inte­gra­tion bei­tragen könnte,“ bekräftigte Joa­chim Scholz.

Eine wich­tige Feu­er­wehr im Land­kreis

Im Namen des Land­rats­amtes Heil­bronn dankte der stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meister Heiner Schiefer der Feu­er­wehr Neckar­sulm für die geleis­tete Arbeit im ver­gan­genen Jahr. Die Neckar­sulmer Wehr sei auch für den Land­kreis wichtig und leiste wert­volle Dienste, etwa mit ihren überörtlich ein­setz­baren Fahr­zeugen und der Fach­gruppe Elek­tro­technik, die als erste Fach­gruppe im Land­kreis von Sieg­fried Kern, Fach­be­rater Elek­tro­technik bei der Feu­er­wehr Neckar­sulm, auf­ge­baut wurde.

Die Jah­res­haupt­ver­samm­lung bil­dete auch wieder den fest­li­chen Rahmen, um langjährige Mit­glieder der Feu­er­wehr Neckar­sulm zu ehren. Über­reicht wurden die Aus­zeich­nungen von Innen­mi­nister Rein­hold Gall und OB Joa­chim Scholz. Die höchste Aus­zeich­nung ging an Kom­man­dant Wolf­gang Rauh. Der Stadt­brand­meister erhielt das Feu­er­wehr-Ehren­kreuz in Gold für 40 Jahre aktive Dienst­zeit. Das Feu­er­wehr-Ehren­kreuz in Silber für 25 Dienst­jahre ging an Brand­meister Sven Förschner sowie die Haupt­feu­er­wehrmänner Gerald Friebe und Michael Schönbrunn. Für 60 Jahre Mit­glied­schaft wurde Oberlösch­meister Willi Seitz geehrt. OB Scholz dankte allen aus­ge­zeich­neten und geehrten Feu­er­wehr­mit­glie­dern für den jahr­zehn­te­langen Ein­satz in einem beson­deren Ehrenamt. Er dankte auch den Ehe­part­ne­rinnen und -part­nern, dass sie dieses wich­tige ehren­amt­liche Enga­ge­ment unterstützen. „Die Feu­er­wehr ist im Prinzip eine große Familie“, bemerkte Scholz. (snp)

Bild 1: Für jahr­zehn­te­langes Enga­ge­ment im aktiven Feu­er­wehr­dienst ehrten Innen­mi­nister Rein­hold Gall (4. v. re.) und OB Joa­chim Scholz (2. v. re.) die Neckar­sulmer Feu­er­wehrmänner (v. li.) Michael Schönbrunn, Sven Förschner, Gerald Friebe und Kom­man­dant Wolf­gang Rauh. Die Haupt­brand­meister Markus Kiy (li.) und Ludwig Zoll (re.) gra­tu­lierten als erste.

Bild 2: Auf der jüngsten Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Feu­er­wehr Neckar­sulm ver­pflich­tete Kom­man­dant Wolf­gang Rauh (re.) neue Mit­glieder für den aktiven Dienst: (v. li.) Robin Wall­rath, Sinan Tis­kaya, Jörg Herz­berger, Simon Lips, Janis Jakob und Con­stantin Berg.