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Leingarten hat nur noch zwei Feuerwehr-Standorte im Rennen

Leingartenvon Claudia Kostner

Im November soll die Ent­schei­dung zwi­schen Bike-Park und Nord­heimer Straße fallen. Beides will die Feu­er­wehr nicht.

Klar ist, wir werden ein Feu­er­wehrgerätehaus bauen„, betonte Lein­gar­tens Bürger­meister Ralf Stein­brenner. Nur wo, darauf konnte sich der Gemein­derat in seiner Sit­zung am Don­nerstag nicht einigen. Nach langer und teil­weise emo­tio­naler Debatte wurde die Ent­schei­dung ver­tagt. Die Freie Wähler­ver­ei­ni­gung (FWV) hatte mit ihrem Vor­schlag, das Bike-Park-Gelände an der B 293 als Standort zu prüfen, über­ra­schend für neuen Dis­kus­si­ons­stoff gesorgt.

Erst sechs, dann drei, jetzt vier.

Im Sep­tember hatte das Heil­bronner Archi­tek­turbüro Riemer Pla­nung sechs mögliche Stand­orte vor­ge­stellt. Drei davon schloss der Gemein­derat aus. Die ver­blie­benen lagen alle­samt südlich der Bahn­linie. Weil sich später her­aus­stellte, dass viele Wehr­leute im Gewer­be­ge­biet nördlich davon arbeiten, brachten die Freien Wähler per E-Mail an die Ver­wal­tung am Diens­tag­abend den Bike-Park ins Gespräch. “Aus bau­li­cher Sicht fast ideal„, nannte diesen Jens Kampkötter vom Büro Riemer, der die Mach­bar­keits­studie kurz­fristig überar­beitet hatte.

Aber egal, ob dort, ob am jet­zigen Standort Südstraße, auf dem Rasen­platz im Eich­bott oder auf dem Acker nahe des Krei­sels an der Nord­heimer Straße (L 1105): “Eine ideale Lösung gibt es nicht„, musste nicht nur Thilo Klar (CDU) fest­stellen. Mal hängt es an den Ein­satz­zeiten, anderswo an den Kosten, dann wieder an der mögli­cher­weise man­gelnden Akzep­tanz der Anwohner.

Her­vor­ra­gende Ausrücke­zeiten

Die Feu­er­wehr möchte in der Südstraße bleiben. “Dort haben wir, vom Fach­planer explizit bestätigt, eine her­vor­ra­gende durch­schnitt­liche Ausrücke­zeit von 3:45 Minuten für das erste Fahr­zeug und 5:30 Minuten für das zweite„, lautet das Haupt­ar­gu­ment von Kom­man­dant Rouven Leib­brand. Weil das aber die teu­erste Lösung und zudem der Grundstücks­er­werb unsi­cher ist, sprach sich die Mehr­heit des Gemein­de­rats dagegen aus. Auch Platz zwei auf der Wunsch­liste der Wehr wurde schon mal aus dem Rennen genommen: der Standort im Eich­bott. Und das, obwohl auch aus Sicht der Ver­wal­tung - mit Aus­nahme der Anwoh­ner­ak­zep­tanz -“die meisten Gründe„ dafür spre­chen. “Das Gelände wollen wir für eine Schul­erwei­te­rung oder soziale Dinge vor­halten„, erklärte Ralf Stein­brenner. “Eich­bott wäre gut, aber ist zu wert­voll für diese Nut­zung„, argu­men­tierte Katja Springer (CDU), die zur Südstraße ten­dierte.

Für die Peri­pherie

Für Wolf­gang Kret­sch­mann spricht vieles für die Nord­heimer Straße. “Daran hat auch der neue Standort nichts geändert„, erklärte der SPD-Gemein­derat. “Für mich ist die Nord­heimer Straße der Favorit„, sagte auch Man­fred Eitel (FWV). “Wir müssen an die Peri­pherie„, betonte Jürgen Brame (Bündnis 90/Die Grünen). Des­halb kämen nur die Nord­heimer Straße und der Bike-Park in Frage. “Dort gibt es auch Erwei­te­rungsmöglich­keiten.„

Zwei Herzen in einer Brust

“Eigent­lich könnte es der Feu­er­wehr ja egal sein, aber für die Betrof­fenen gibt es Nach­teile„, meinte dazu Daniel Kiesow, selbst Feu­er­wehr­mann und FWV-Gemein­derat, räumte aber ein:. “Wir sind uns bewusst, dass die Kosten ein großes Argu­ment gegen die Südstraße sind.„ Zwei Herzen schlagen auch in der Brust von André Göbl (SPD). “Den Mehr­wert, den wir haben, wenn wir am alten Platz bleiben, können wir nicht in Geld auf­wiegen„, so der frühere Kom­man­dant. “Die monetäre Seite ist das eine, aber das Haupt­au­gen­merk ist auf die tak­ti­sche Vari­ante zu legen. Die Ausrücke­zeiten sind rele­vant„, fand Thomas Lan­des­vatter (CDU).

Schlech­tere Vor­aus­set­zungen

Im November soll die Ent­schei­dung zwi­schen den ver­blie­benen Stand­orten Bike-Park und L 1105 fallen. “Die Feu­er­wehr kann diese nur aus ein­satz­tak­ti­scher und nut­ze­ri­scher Sicht beur­teilen„, so Rouven Leib­brand. Beides werde sich ver­schlech­tern. Ralf Stein­brenner sieht das anders: “Es ist die Frage, ob der Kampf um jede Sekunde not­wendig ist. Keiner weiß im Voraus, wo es brennt, ein Unfall pas­siert oder ob die Schranke gerade unten ist.„