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Kameradschaft ein Leben lang

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Klaus Ehe­mann und Werner Fritz leisten seit 50 Jahren aktiven Dienst bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau

Zum ersten Mal wird in der Kur­stadt solch ein Jubiläum gefeiert: Klaus Ehe­mann (65) und Werner Fritz (64) sind seit einem halben Jahr­hun­dert bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau aktiv. Durch eine Ände­rung im Lan­des­recht wird diese Ehrung erst möglich.

Klaus Ehe­mann und Werner Fritz haben viel erlebt und haben sich Zeit genommen, gemeinsam mit Kom­man­dant Felix Mann und dem Abtei­lungs­kom­man­danten der Abtei­lung Süd, Frank Rieth, auf diese lange Dienst­zeit zurückzu­bli­cken. „Ich denke, wir wären beide nicht mehr dabei, wenn es den dama­ligen Jugend­wart Sieg­fried Meyer nicht gegeben hätte“, über­legt Klaus Ehe­mann. „Die Bon­felder Jugend­feu­er­wehr war eine der ersten Jugend­feu­er­wehren im Land­kreis“, ergänzt Werner Fritz, „und Sieg­fried war damals schon ein weit vor­aus­schau­ender Mann, der unheim­lich viel mit uns Jugend­li­chen gemacht hat.“ Noch gut können sich die beiden Männer an eine Fahrt nach London erin­nern. „Das war ein Erlebnis, das man nie­mals ver­gisst.“ Als 16-Jährige waren sie in der Metro­pole, gemeinsam mit 14 Kame­raden. „Heute kann man sich das gar nicht mehr vor­stellen, mit den Jugend­li­chen eine solche Fahrt zu machen. Die Anfor­de­rungen wären zu groß.“

Ein­ge­schworen

Der Mann, der Fritz mit 14 Jahren zur Feu­er­wehr lockte, war aller­dings ein anderer. „Unser Schul­bus­fahrer war der dama­lige Kom­man­dant der damals noch eigenständigen Gemeinde Bon­feld“, erzählt Fritz. „Er hat uns jeden Tag von der Feu­er­wehr erzählt.“ Dar­aufhin habe sich eine Grup­pen­dy­namik ent­wi­ckelt – es gab ja auch gar nicht so viele Frei­zeit­beschäfti­gungen für Jugend­liche wie heute. Ehe­mann weiß: „Bei der Feu­er­wehr war was geboten, das hat mich aus Jugend­li­cher fas­zi­niert. Außerdem waren wir eine ein­ge­schwo­rene Gemein­schaft.“ Später waren es die Kame­rad­schaft und der Zusam­men­halt, die Ehe­mann bei der Mann­schaft bleiben ließen. Beide sind sich einig: „Wir hatten die Aus­dauer, der Feu­er­wehr die Stange zu halten.“ Und das durch wech­sel­volle Zeiten.

Als Ehe­mann und Fritz 1969 in die Wehr ein­traten, hatte Bon­feld eine eigene Wehr mit einem Kom­man­danten. Im Zuge der Kreis­re­form wurde die Wehr zu einer Abtei­lung der Feu­er­wehr Bad Rap­penau mit einem Abtei­lungs­kom­man­danten.
Schluss­end­lich fusio­nierten die Abtei­lungen Bon­feld, Fürfeld und Tresch­klingen zur Abtei­lung Süd. Diese Fusion hat Ehe­mann als Mit­glied des Abtei­lungs­aus­schusses mit­be­gleitet und mit­ge­tragen. „Diese Fusion erwei­tert den Hori­zont jedes Ein­zelnen“, macht der 65-Jährige deut­lich: „Man lernt neue Kame­raden kennen, denn vorher gab es wenig Kon­takt mit den Kame­raden aus Fürfeld und Tresch­klingen.“

Wenn die beiden Mitt­sech­ziger auf ihre Lauf­bahn zurückbli­cken, fallen ihnen meh­rere Dinge auf. „Die Feu­er­wehr an sich hat sich gewan­delt. Gerade bei den Fahr­zeugen kennen wir uns nicht mehr so aus. Wir wissen jetzt, warum die jungen Kame­raden wochen­lang auf den Fahr­zeugen geschult werden“, erklärt Ehe­mann.

Außerdem hätten sich die Anfor­de­rungen geändert: „Früher hatten wir weniger Einsätze, aber mehr Brände“, weiß Fritz.
Unselbständig Dass es heute viel mehr Einsätze gebe, habe auch mit den Men­schen zu tun: „Heute sind die Men­schen unselbstständiger. Früher wäre nie­mand auf die Idee gekommen, wegen zehn Zen­ti­meter Wasser im Keller die Feu­er­wehr zu rufen. Das hätte die Nach­bar­schaft selbst erle­digt“, hat Fritz beob­achtet. Und noch ein Bei­spiel fällt dem 64-Jährigen ein: „Wir wurden einmal zu einem Mähdre­scher­brand auf ein Getrei­de­feld gerufen“, erin­nert sich Fritz, „und bis wir gekommen sind, hatte ein Bauer bereits den Pflug an den Traktor gebaut und eine weiträumige Furche um die bren­nende Maschine gezogen, damit nicht das ganze Feld abbrennt.“

Den Ver­gleich zu heute bringt Klaus Ehe­mann auf den Punkt: „Die Anspruchs­hal­tung der Bevölke­rung hat sich gewan­delt. Viele denken, die werden von meinen Steuern bezahlt, dann können die auch kommen, wenn ich rufe.“ Und noch etwas haben die erfah­renen Ein­satzkräfte beob­achtet: „Kam man früher an einen Ein­satzort, hieß es oft: ,Wie können wir helfen?’ Heute wird gegafft und auch noch gefilmt.“

Ehrung ver­schoben

Da die Jah­res­haupt­ver­samm­lung in diesem Jahr aus­fallen musste, müssen Klaus Ehe­mann und Werner Fritz auf ihre Ehrung noch ein biss­chen warten. „Wir möchten diese Ehrung im Kreise der Feu­er­wehr durchführen“, sagt Kom­man­dant Felix Mann. „Als Ansporn für die Jugend, damit die sehen, dass man durchaus seinen aktiven Dienst bis 65 Jahre tun kann“, ergänzt Frank Rieth.