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Junge Feuerwehrleute proben erstmals den Ernstfall

Beilsteinvon Wolfgang Seybold, HSt

Am frühen Don­ners­tag­abend fahren in großer Eile Feu­er­wehr­fahr­zeuge durch die Beil­steiner Haupt­straße. Mit Blau­licht und Mar­tins­horn bahnen sie sich ihren Weg durch den Fei­er­abend­ver­kehr in die Damm­straße. In einem leer­ste­henden Wohn­haus ist in meh­reren Zim­mern Feuer aus­ge­bro­chen. Kom­man­dant Bernd Kir­cher hat für diese Übung das Brand­sze­nario mit ben­ga­li­schem Feuer dar­ge­stellt. Er ist auch in der Rolle des Nach­barn, der den Notruf wählt.

Stumme Alar­mie­rung „Der Ein­satz­be­fehl an die Wehr kommt nach 18 Uhr nur über die stumme, über Funk ver­brei­tete Alar­mie­rung“, erklärt er. Also ist kein Sire­nen­ge­heul zu hören. Wie lange wird es dauern, bis die Löschfahr­zeuge ankommen? Nach acht Minuten trifft der Mann­schafts­wagen mit Ein­satz­leiter Rainer Hei­dinger ein. Zwei Minuten später ist das große Tanklöschfahr­zeug mit 2500 Liter Wasser an Bord da. Das Löschgrup­pen­fahr­zeug und der Gerätewagen folgen wenige Minuten danach. Die Anfahrt gestaltet sich schwierig, da die Straße in einer Sack­gasse mündet.

Ein­satz­leiter Rainer Hei­dinger gibt das Sze­nario an die Löschmann­schaft aus: „Eine Person wird im Haus ver­misst.“ Ein Atem­schutz­trupp dringt schnell in das ver­qualmte Haus vor. Es gilt keine Zeit zu ver­lieren. „Die ver­misste Person ist geborgen“, meldet der Ein­satz­leiter kurz danach.

Die Wehr­leute kennen ihre Tätig­keiten genau. Schlauch­trupp und Maschi­nist kümmern sich um das Löschwasser. Ein B-Schlauch ver­bindet bald Löschfahr­zeug und Ver­teiler. Ein nahe gele­gener Hydrant stellt die Was­ser­ver­sor­gung sicher. Der Angriffs­trupp hat das Feuer im Wohn­haus schnell gelöscht. Mit einem großen Ven­ti­lator wird der Rauch aus den Wohnräumen geblasen. Danach kann sich der Ein­satz­leiter einen Über­blick über die Lage ver­schaffen. „Feuer schwarz“, kann nach einer halben Stunde Kom­man­dant Kir­cher melden, das heißt nichts brennt mehr.

Mit 30 Mann ist die Feu­er­wehr im Ein­satz. „Das waren über­wie­gend junge Kame­raden, die nach der Grund­aus­bil­dung zum ersten Mal den Ernst­fall übten“, sagt der Kom­man­dant. Er sei zufrieden mit dem Aus­bil­dungs­stand. „Die Zeit von der Alar­mie­rung bis zum Ein­treffen am Ein­satzort ist mit unter zehn Minuten akzep­tabel.“

Ana­ly­sieren Dass sich die Zufahrt schwierig gestaltet, damit müssten die Fahrer fertig werden. Für den Kom­man­danten und die gesamte Mann­schaft gilt es, bei den Übungs­abenden den Ver­lauf zu ana­ly­sieren. Man müsse vor allem sehen, wo Abläufe noch zu ver­bes­sern seien, so Kir­cher.