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Hauptsache, es bleibt was übrig

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

Ja, das aus­ge­dehnte Fußball­drama hat am Samstag ein großes Loch in die Kasse der Feu­er­wehr­ab­tei­lung in Mas­sen­bach gerissen. Geschaut wurde eben doch zu Hause. „Aber da setzen wir den natio­nalen Gedanken mal über unseren Ver­lust“, meint Abtei­lungs­kom­man­dant Timo Schweizer mit einem Augen­zwin­kern. Am Sonntag sind die Bänke dann wieder voll besetzt beim Hof­fest am Magazin.

Auf­takt Begonnen hatte der Tag mit einem evan­ge­li­schen Got­tes­dienst mit Pfarrer Immo Wache. „Mein Gedanke war: Warum fangen wir um zehn in der Kirche an und die Feu­er­wehr hier, da können wir doch auch zusammen beginnen“, erläutert er. Gerade in so einem kleinen Dorf sollten Ver­eine und Grup­pie­rungen − und dazu zähle er auch die Kirche − über­legen, was man gemeinsam machen könne. „Bereit­schaft und Poten­zial sind da, und dann klappt das auch.“ Es ist nicht der erste The­men­got­tes­dienst, den Wache durchführt. Statt einer Pre­digt führt er lieber ein Inter­view mit Betei­ligten, in diesem Fall mit Timo Schweizer. „Das freie Gespräch wird dann eine Mischung aus aktu­eller Aus­le­gung eines Bibel­textes und gleich­zei­tiger Infor­ma­tion von Fach­leuten.“ Das kommt gut an. „Wir haben durchweg posi­tives Feed­back bekommen, sowohl von Kirchgängern als auch sol­chen, die sonst eher selten im Got­tes­dienst sind“, freuen sich Pfarrer und Feu­er­wehr­mann. Einer Wie­der­ho­lung steht also nichts im Weg.

Die Besu­cher genießen auch am späten Mittag die viel­sei­tige Aus­wahl von Cur­ry­wurst und Hähnchen über Salat­teller und Fischbrötchen bis hin zu frisch geba­ckener Pizza. Die macht mit Gio­vanni Greco ein echter Ita­liener. Und natürlich linste auch der am Sams­tag­abend immer wieder auf einen Bild­schirm, um das Fußball­spiel zu sehen. Und die Nie­der­lage seiner Mann­schaft zu erleben. „Aber das ist kein Pro­blem, wir sind heute trotzdem gut drauf“, meint seine Frau Car­mela.

In der Garage wird gebrut­zelt, was das Zeugs hält. In Mas­sen­bach wird noch alles selber gemacht. Schon vieles wurde aus­pro­biert, etwa Wurst­salat und geräucherte Forelle. Zum echten Renner ent­wi­ckelten sich aber Pizza und Fisch­weck, auf dessen Test Schweizer als Angler bestanden hatte.

Kraftakt Zwei Tage Hof­fest, das ist für die kleine Abtei­lung schon ein großer Kraftakt, bei dem jeder ran muss. „Ohne unsere Frauen und Part­ne­rinnen würde das über­haupt nicht gehen“, freut sich der Abtei­lungs­kom­man­dant über die Unterstützung. Nur eine Beschwerde habe er erhalten − das Bier sei zu billig mit 2,50 Euro für die Halbe. „Aber wir sind immer noch auf dem Land und solange was für die Kame­rad­schafts­kasse und unseren Aus­flug übrig bleibt, ist alles gut.“