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Große Brände und rechtzeitiges Eingreifen

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

219 Mal ging der Alarm im ver­gan­genen Jahr los – Erfolg­reiche Einsätze haben auch Arbeitsplätze gesi­chert

2019 war ein arbeits­rei­ches Jahr für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr in Bad Rap­penau, auf das Kom­man­dant Felix Mann bei der Haupt­ver­samm­lung hätte zurückbli­cken wollen. Doch diese musste, als eine der ersten Ver­an­stal­tungen, wegen der Coro­na­virus-Krise abge­sagt werden. Sie wird ver­mut­lich in diesem Jahr nicht mehr nach­ge­holt. Den­noch lohnt sich ein Blick auf die Sta­tistik.

219 Mal wurde die Feu­er­wehr im ver­gan­genen Jahr alar­miert, alleine 154 Mal piepste bei den Ein­satzkräften in der Kern­stadt der Melder, je viermal in Ober­gim­pern, Bab­stadt und Grom­bach, zehnmal in Heins­heim und 43 Mal bei den Mit­glie­dern der Abtei­lung Süd. Nur die Ret­tungskräfte in Wol­len­berg kamen ohne Alarm durchs Jahr.

„Wir waren im ver­gan­genen Jahr viel in Kirchardt“, sagt Mann zurückbli­ckend im Gespräch mit der Kraichgau Stimme, „da war der Brand auf dem Putenhof, der schon wegen seiner Größe im Gedächtnis geblieben ist, und die Einsätze bei der Serie von Brand­stif­tungen.“

Mit Stolz führt Mann Einsätze wie in einer Papier­fa­brik auf: „Da haben wir so recht­zeitig ein­ge­griffen, dass wir den wei­teren Betrieb sicher­stellen konnten und damit haben wir gewährleistet, dass die Firma am Markt bestehen kann.“ Oder der Ein­satz in einem anderen Gewer­be­be­trieb. „Wir wurden durch die Brand­mel­de­an­lage alar­miert und konnten vor Ort einen Schwel­brand fest­stellen“, so Mann, „durch das schnelle Ein­greifen haben wir die Sach­werte der Firma geschützt und Arbeitsplätze gesi­chert.“

Aus­bil­dung Vor­aus­set­zung des schnellen und ziel­ge­rich­teten Ein­grei­fens ist die Aus­bil­dung. „Im ver­gan­genen Jahr haben wir viel in die Aus­bil­dung inves­tiert“, sagt Mann, „davon können wir jetzt zehren.“

Doch es gab nicht nur ernste Einsätze, die den Ret­tungskräften im Gedächtnis geblieben sind. „Im April wurden wir zur Kläran­lage nach Zim­merhof alar­miert, weil ein Biber ins Klärbe­cken gefallen war.“ Warum der Nager das Lüftungs­be­cken, das zum Zeit­punkt seines unfrei­wil­ligen Bades nicht in Betrieb war, nicht eigenständig ver­lassen konnte, erklärt Mann so: „Wenn man in nor­malem Wasser schwimmt, hat der Körper durch die Verdrängung des Was­sers Auf­trieb und der Schwimmer kommt vorwärts.“ Anders in einem Belüftungs­be­cken: „Dort gibt es keinen Auf­trieb und man ertrinkt.“ Gemeinsam mit städti­schen Mit­ar­bei­tern gelang es, den Biber zu befreien.

Neben den klas­si­schen Feu­er­wehr­auf­gaben wie retten, bergen, schützen, helfen beschäftigte sich die Feu­er­wehr auch mit der Infra­struktur im Jugend­be­reich. Ein neues Jugend­kon­zept wurde erar­beitet und zu Beginn diesen Jahres wurde das soge­nannte Res­sort­mo­dell, das zwei große Jugend­ab­tei­lungen vor­sieht, eingeführt. „Das Res­sort­mo­dell kam sehr gut an“, sagt Mann, „doch durch die Pan­demie gab es gleich in der Anfangs­phase einen großen Dämpfer.“

Mann berichtet den­noch von neuen Gesich­tern, die den Weg zu den Roo­kies (zehn- bis zwölf Jahre), Dra­gons (zwölf bis 15 Jahre) und den Figh­ters (15 Jahre bis 17 Jahre) gefunden haben. „Um mit den Jugend­li­chen in Kon­takt zu bleiben, haben die Jugend­be­treuer einen Mal­wett­be­werb ins Leben gerufen, bei dem Logos für die drei Alters­gruppen ent­worfen werden sollen.“

Vir­tu­elle Knoten Zudem gab es einen Bas­tel­wett­be­werb und per Video­te­le­fonie bekamen die Jugend­li­chen die ver­schie­denen Knoten näher­ge­bracht. „Wir haben bei den Jugend­li­chen zu Hause Seile in den Brief­kasten geworfen und dann kam die Unter­wei­sung“, so Mann. Darüber hinaus wurde ein „Best Prac­tise Award“ aus­ge­lobt. Die Abtei­lungen sollten Lehr­vi­deos zu ver­schie­denen feu­er­wehr­tech­ni­schen Themen in Eigen­regie erstellen. Drei Abtei­lungen nahmen am Wett­be­werb teil.

Kom­pletter Jah­res­be­richt 2019 siehe https://www.feuerwehr-badrappenau.de/download/jahresberichte/