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Frust bei der Feuerwehr: Neue Fahrzeuge verspäten sich

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Die Beschaf­fung eines Feu­er­wehr­autos braucht lange Vor­lauf­zeiten. Wenn dann Mon­ta­ge­fehler und Verzögerungen wei­tere War­te­zeit ver­ur­sa­chen, ist der Ärger groß.

Gleich sechs neue Feu­er­wehr­fahr­zeuge wird es in den kom­menden zwei Jahren in Bad Rap­penau und Eppingen geben. In Eppingen werden im kom­menden Monat zwei Mann­schafts­trans­port­wagen für die Abtei­lungen Rohr­bach und Adels­hofen ankommen, mit der Aus­lie­fe­rung des bereits bestellten Hil­fe­leis­tungslöschgrup­pen­fahr­zeugs (HLF 20) rechnet Kom­man­dant Thomas Blösch in 15 bis 20 Monaten.

Wesent­lich früher, im Mai des kom­menden Jahres rechnet Bad Rap­penaus Kom­man­dant Felix Mann mit der Aus­lie­fe­rung des neuen Löschgrup­pen­fahr­zeugs (LF 20), das in der Kern­stadt das alte Tanklöschfahr­zeug ablösen wird. Für die Abtei­lung Ober­gim­pern soll ein neuer Gerätewagen, der den Schlauch­wagen ersetzen wird, beschafft werden.

Das alte Auto hat eine Vor­ge­schichte

Eigent­lich schon in Dienst gestellt sein sollte das Mitt­lere Löschfahr­zeug, das für die Abtei­lung Wol­len­berg vor­ge­sehen ist. „Hier gibt es aber Lie­fer­verzögerungen“, räumt Mann ein und geht davon aus, dass im kom­menden Januar die Roh­bau­ab­nahme für das Fahr­zeug erfolgen kann. „Die Wol­len­berger Bevölke­rung muss sich aber keine Sorgen machen“, beru­higt Mann.

Das Löschgrup­pen­fahr­zeug, das in Wol­len­berg steht, funk­tio­niert ein­wand­frei. 34 Dienst­jahre hat der Oldie inzwi­schen auf dem Buckel. Er war damals kein fabrik­neues Fahr­zeug, son­dern ein gebrauchtes Fahr­zeug vom Tech­ni­schen Hilfs­werk (THW).

Dieser gra­vie­rende Fehler verärgert die Wehr

„Das neue Fahr­zeug ist vom Fahr­ge­stell her kleiner und wiegt unter 7,49 Tonnen, so dass man keinen Lkw-Führer­schein braucht“, nennt Mann nur zwei Vor­teile. Zudem sei es leichter, wen­diger und mit neuen Gerätschaften bestückt.

Aller­dings sei der Firma beim feu­er­wehr­ge­rechten Umbau des Lkws ein gra­vie­render Fehler unter­laufen: Beim Her­aus­flexen einer Trenn­wand sei die B-Säule angesägt worden. Die Firma ver­suchte, den Schaden zu repa­rieren - trotzdem sei er bei der Abnahme auf­ge­fallen.

Die Kurstädter bekommen nun ein kom­plett neues Fahr­ge­stell - was noch mal ein paar Monate länger dauert.

Die wich­tigste Eigen­schaft des Kom­man­danten: Geduld

Dabei ist die Beschaf­fungs­zeit ohnehin eine lange: „Es dauert ungefähr vier Jahre, bis ein Fahr­zeug bei uns auf dem Hof steht“, über­schlägt Mann. Zunächst stellen Ver­wal­tung und Feu­er­wehr den Bedarf nach einem neuen Fahr­zeug fest. Das geschieht nach Vor­gaben, die Politik und Lan­des­feu­er­wehr­ver­band aus­ge­ar­beitet haben.

Anhand dieser Vor­gaben wird eine Fahr­zeug­ka­te­gorie ausgewählt, der Kauf kommt in die Haus­halts­pla­nung. Zuschüsse aus Lan­des­mit­teln werden bean­tragt - „wobei wir fast immer erst im Fol­ge­jahr einer Antrag­stel­lung berücksich­tigt wurden“, erklärt Mann. Liege der Förder­be­scheid vor und sind die Haus­halts­mittel bewil­ligt, werde das Leis­tungs­ver­zeichnis erstellt und je nach Auf­trags­summe euro­pa­weit aus­ge­schrieben. „Berücksich­tigt man noch die Lie­fer­zeiten von 14 bis 20 Monaten, dann sind rund vier Jahre ins Land gezogen.“

Die Rap­pen­auer Retter haben noch mehr vor

Die Rap­pen­auer Wehr hat noch andere große Auf­gaben zu bewältigen. Im Dezember soll die neue Wache Süd im Buchäcker­ring ihren Dienst auf­nehmen. Die neue Abtei­lung besteht aus den bis­he­rigen Abtei­lungen Bon­feld, Fürfeld und Tresch­klingen.

Außerdem suchen Stadt­ver­wal­tung und Feu­er­wehr nach einem neuen Standort für das Feu­er­wehr­haus der Kern­stadt gemacht. Die bereitet Kopf­zer­bre­chen: „Tempo-30-Zonen ver­rin­gern die Zeit, die uns bleibt, um einen Ein­satzort zu errei­chen und die Hil­fe­leis­tungs­zeiten ein­zu­halten. Wir müssen gut über­legen, wo wir hin­gehen.“