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Feuerwehrhäuser haben Renovierungsstau

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Krasser könnte der Unter­schied bei der genaueren Betrach­tung der Feu­er­wehrhäuser in der Großen Kreis­stadt Bad Rap­penau nicht sein: auf der einen Seite die neu errich­tete Wache Süd mit ihrem ansehn­li­chen Innen- und Außenbe­reich, auf der anderen Seite die Feu­er­wehrhäuser in der Kern­stadt, Grom­bach und Ober­gim­pern, die ihre besten Tage bereits hinter sich haben.

Mitte der 80er Jahre fei­erte die Abtei­lung Ober­gim­pern Ein­wei­hung am Dresch­platz, das dama­lige Ein­satz­fahr­zeug, ein Ford Transit passte pro­blemlos in die Halle. Gut 30 Jahre später ist die Situa­tion eine ganz andere. Die beiden Fahr­zeuge haben kaum Luft nach oben, sobald das neue Fahr­zeug im Laufe des kom­menden Jahres aus­ge­lie­fert wird, ist die Halle bzw. der Sturz über den Toren zu niedrig. „Im Haus­halt der Stadt sind 490.000 Euro für die Sanie­rung in Ober­gim­pern ein­ge­stellt“, erläutert Kom­man­dant Felix Mann, „Anfang 2019 sollen die ver­schie­denen Arbeiten wie Rohbau, Dach, Tore, Böden und Aus­stat­tung aus­ge­schrieben werden.“ Geplant ist, die Halle um wenige Meter nach vorne zu verlängern und im hin­teren Bereich einen Anbau, in dem die geschlech­ter­ge­trennten Umkleiden unter­ge­bracht werden sollen, zu errichten. „Die Höhe der Tore muss auch geändert werden, damit wir das neue Fahr­zeug rein­be­kommen“, so Mann. Auch dem Inneren des Gebäudes sieht man an, dass hier gelebt und gear­beitet wurde. Der große Schu­lungs­raum soll in seiner jet­zigen Form erhalten bleiben, jedoch tech­nisch auf den heu­tigen Stand aufgerüstet werden. In der Fahr­zeug­halle, in der heute noch die Spinde der Ein­satzkräfte stehen, soll eine Absaug­an­lage instal­liert werden und sie für die heu­tigen Anfor­de­rungen ertüchtigt werden. „Es kommt ein Logis­tik­fahr­zeug“, kündigt Mann an, „und da muss bei­spiels­weise die dop­pelte Menge an Schläuchen hier Platz finden.“ Im Laufe des kom­menden Jahres sollen die Arbeiten über die Bühne gehen.

Soweit wie in Ober­gim­pern sind die Pläne in der Kern­stadt noch nicht gediehen. „Wir haben mögliche Stand­orte nach ver­schie­denen Kri­te­rien wie bei­spiels­weise Erreich­bar­keit, Anbin­dung und Lärmemis­sionen überprüft und werden diese Ergeb­nisse Oberbürger­meister Sebas­tian Frei präsen­tieren“, kündigt Mann, „denn das Ziel ist, mit der Stadt gemeinsam einen geeig­neten Standort zu finden.“ Etwa zwölf Mil­lionen Euro, so schätzt Mann, würde der Neubau der Kern­stadt­wache, der den aktu­ellen Anfor­de­rungen Rech­nung trägt, kosten.

In wesent­lich klei­neren Dimen­sionen bewegt sich das Vor­haben im Grom­bach. „Für Grom­bach hat die Stadt eine Wirt­schaft­lich­keits­be­trach­tung in Auf­trag gegeben“, erläutert Mann, und solange keine Fakten geschaffen sind, können wir nicht beur­teilen was es kostet und was gemacht werden soll.“ Die Frage, die sich beim äußert engen, unzweckmäßigen Domizil im Unter­ge­schoss der Ver­wal­tungs­stelle stellt, lautet: sanieren und erwei­tern oder neu bauen. Eines ist auf jeden Fall sicher: beide Fahr­zeuge sollen an einem Standort zusam­men­ge­legt werden, denn aktuell parkt der Mann­schafts­trans­port­wagen in einer Garage neben dem Schulgebäude, die wie die Ein­fahrt ins Feu­er­wehr­haus zu niedrig ist. Bei beiden Stellplätzen ist beim Ein­parken Mil­li­me­ter­ar­beit not­wendig. So beengt wie bei den Stellplätzen geht es auch in der impro­vi­sierten Umkleide, in der noch selbst­ge­schrei­nerte Spinde stehen, zu. „Das ist heute nicht mehr zeitgemäß“, findet Mann, „und drückt keine Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt mehr aus.“ (nit)

Hin­ter­grund: Besser als in Ober­gim­pern, Grom­bach und Bad Rap­penau ist der Zustand Feu­er­wehrhäuser in Bab­stadt, Heins­heim und Wol­len­berg. „In Wol­len­berg wurde das Feu­er­wehr­haus schon ertüchtigt“, erläutert Kom­man­dant Felix Mann, „hier gibt es neue, geschlech­ter­ge­trennte Umklei­de­ka­binen und eine Absaug­an­lage.“ Ein solche sei in Bab­stadt der­zeit nicht ein­ge­baut, „aber dort ist es so, dass es einen Stell­platz für ein Fahr­zeug gibt und der ist getrennt von den Umklei­de­ka­binen, die eben­falls nach Geschlech­tern getrennt sind.“ Maßnahmen, die auch in Heins­heim bei der Sanie­rung des Gebäudes jüngst umge­setzt worden sind. (nit)