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Feuerwehr zeigt, was sie drauf hat

Neuenstadt a.K.von Rainer Köller, HSt

Rauch­schwaden dringen aus der Kin­der­ta­gesstätte im Mühlweg in Neu­en­stadt. In der Ferne sind meh­rere Mar­tinshörner zu hören, mehr als 100 Zuschauer aller Alters­gruppen warten trotz strömenden Regens, bis die Ein­satzkräfte ein­treffen. Wie immer ist das Inter­esse groß, wenn die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neu­en­stadt eine Großübung im Pro­gramm hat.

Gesamt­kom­man­dant Hartmut Schaf­froth hat den Plan in der Hand und wartet eben­falls, bis die ersten Fahr­zeuge ein­treffen. Der erfah­rene Feu­er­wehr­mann mit den drei sil­bernen Sternen auf den neu eingeführten Schul­ter­klappen sorgt dann dafür, dass die Bürger ver­stehen, was da gerade geschieht.

Zuerst trifft der Ein­satz­leiter mit dem Kom­man­do­wagen ein und fährt am Brandort vorbei. Schaf­froth erklärt: „Die unwich­tigen Fahr­zeuge werden abseits abge­stellt, damit sie nicht stören.“ Der Ein­satz­leiter, am heu­tigen Tag ist das Andreas Küstner, ver­schafft sich einen ersten Über­blick, dann kommen auch schon die großen Fahr­zeuge, und los geht es mit dem ersten Angriff. Schläuche werden aus­ge­rollt und ange­schlossen, ruck­zuck liegen sie ein­satz­be­reit auf der nassen Straße.

Ori­en­tie­rung Der erste Angriff, erklärt der Kom­man­dant, geht immer über das Trep­pen­haus: Erst müssen alle wissen, „was ist los“? Die Lösch- und Ret­tungs­trupps können nicht ein­fach ins Unge­wisse rennen. Der Eigen­schutz ist immens wichtig: Alle, die rein­gehen, sollen auch gesund wieder nach Hause kommen. Hartmut Schaf­froth erin­nert an den Feu­er­wehr­grund­satz: „Nie an einem Feuer vor­bei­laufen.“ Bald beginnt die Mann­schaft, Ver­letzte, gespielt von Angehörigen der Jugend­feu­er­wehr, zu retten. Dabei wird über­deut­lich, wie wichtig das Fahr­zeug mit der Dreh­leiter sein kann. Aber auch zu Fuß werden Ver­letzte mit der Trage gerettet. Im Freien warten schon die Helfer des DRK-Orts­ver­eins Neu­en­stadt. Die gut aus­ge­bil­deten Sanitäter rund um Norman Schneider ver­sorgen zehn Ver­letzte. Auch Bürger­meister Nor­bert Heuser ist da. Wenn Eva­ku­ie­rungen not­wendig sein sollten, kann er, als Chef der Orts­po­li­zeibehörde, solche anordnen.

Am Ende gibt es sofort nach dem Ein­satz eine Manöver­kritik, die aber gnädig ausfällt, denn der Gesamt­kom­man­dant ist sehr zufrieden mit dem Ein­satz­ver­lauf. Hartmut Schaf­froth ist über­zeugt, dass solche Übungen unver­zichtbar sind: „Die Kin­der­ta­gesstätte wurde neu gebaut, wenn hier einmal ein Ein­satz not­wendig wäre, dann ist es besser, wenn wir das Gebäude schon einmal von innen gesehen haben.“

Pres­se­spre­cher Markus Schuster sieht wei­tere Vor­teile in diesen Übungen: „Die Bürger können zuschauen und teil­nehmen. So können sie sich iden­ti­fi­zieren mit ihrer Feu­er­wehr.“ Damit ver­bunden ist auch die Wer­bung für Nach­wuchs. Zwar sind die Neu­en­stadter der­zeit zufrieden mit der Akti­ven­zahl und dem Nach­wuchs, doch unent­wegt müssen per­so­nelle Lücken geschlossen werden.

Wegzüge Kom­man­dant Schaf­froth weiß, dass von den der­zeit 40 Kin­dern und Jugend­li­chen, die zur Jugend­wehr von Simon Kumm kommen, leider nicht alle zu den Aktiven wech­seln können: „Wegen der Woh­nungs­knapp­heit in Neu­en­stadt ziehen viele weg.“ Und Erwach­sene als Anfänger zur Teil­nahme an der Feu­er­wehr zu bewegen? Diese Chance steht nahe null.

Bild: Bei einer Großübung an und in der Kin­der­ta­gesstätte im Mühlweg zeigte die Neu­en­stadter Feu­er­wehr ihre Ein­satzfähig­keit.Foto: Agentur Kochertal