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Feuerwehr nimmt Arbeitgeber in die Pflicht

Brackenheimvon Michael Buyer, HSt

„Stell dir vor, es brennt und keiner kommt!“ Heiner Schiefer, stell­ver­tre­tender Kreis­brand­meister, brachte diesen beun­ru­hi­genden Gedanken bei der Haupt­ver­samm­lung der Bra­cken­heimer Wehr ins Spiel. Für die Bürger der Heuss-Stadt besteht zum Glück gegenwärtig kein Anlass zu dieser Sorge. 20 Per­sonen konnten im letzten Jahr bei Bränden und durch tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungen gerettet werden. „Trotz eines wei­teren Rückgangs des tagsüber verfügbaren Per­so­nals, kann die Hilfs­frist von zehn Minuten in den meisten Fällen noch ein­ge­halten werden“, stellte Kom­man­dant Peter Hügle fest. Hier seien die Arbeit­geber gefor­dert, Feu­er­wehr­angehörige während der Arbeits­zeit für den Feu­er­wehr­dienst frei­zu­stellen.

Pro­jekt Nachdem die Feu­er­wehr im ver­gan­genen Jahr ihre Sat­zung moder­ni­siert hat, ist die Mit­glie­der­wer­bung in diesem Jahr ein großes Pro­jekt – nicht nur für die Kern­stadt. „Auch in den ein­zelnen Abtei­lungen benötigen wir mehr Mit­glieder“, legte Peter Hügle das Ziel für die kom­menden Jahre fest.

98 Mal rückte die Feu­er­wehr 2017 aus. 24 Brände, 48 Hil­fe­leis­tungen, 24 Fehl­alarme und zwei sons­tige Einsätze leis­tete sie. Beson­ders in Erin­ne­rung blieb ein Ein­satz in Stock­heim: ein Brand nach einem ver­suchten Bank­raub. Hier löschte die Feu­er­wehr den Brand und eva­ku­ierte ein Mehr­fa­mi­li­en­haus.

Ärger­lich findet der Kom­man­dant sich wie­der­ho­lende Fehl­alarme in einer Flücht­lings­un­ter­kunft, die durch ein­fache tech­ni­sche Maßnahmen zu ver­hin­dern wären. „Da müssen wir etwas tun“, ver­sprach Bürger­meister Rolf Kieser. Etwas getan wurde auch bei der Fort­bil­dung. 160 Monats- und Sonderübungen führten die Feu­er­wehr­ab­tei­lungen durch. 127 Ver­an­stal­tungen waren es bei der Jugend­feu­er­wehr.

Sze­nario Her­aus­ra­gend war eine inter­kom­mu­nale und land­kreisüberg­rei­fende Übung im Frei­zeit­park Trips­drill. Das Sze­nario: eine Ver­puf­fung im Küchen­be­reich des Restau­rants bei der Kata­pult-Ach­ter­bahn mit meh­reren Ver­letzten und mit der Ret­tung von Hand­wer­kern, die sich auf dem Dach befanden. Außerdem wurden mit der Dreh­leiter Per­sonen aus den Wagen gerettet.

„Feu­er­wehr­mann zu sein ist eine Frage der inneren Ein­stel­lung, des Cha­rak­ters. Sie sind Vor­bilder einer bürger­schaft­li­chen Ethik“, lobte Diakon Willi Forstner.

Neben den Beförde­rungen gab es Aus­zeich­nungen für sieben Per­sonen: Das sil­berne Feu­er­wehr­eh­ren­zei­chen für 25 Jahre aktiven Dienst gab es für Steffen Deile, Oliver Hirschmüller, Tobias Klein und Alex­ander Stol­zen­berger. 40 Jahre aktiven Dienst leis­teten Fried­rich Reiner und Wolf­gang Mayer. Sie bekamen das Feu­er­wehr­eh­ren­zei­chen in Gold. Und für 50 Jahre Mit­glied­schaft wurde Helmut Klein geehrt.

„Ich danke ihnen für ihre Bereit­schaft, im Not­fall ihren Mit­men­schen zu helfen“, sprach Bürger­meister Rolf Kieser für die Bürger der Gesamt­stadt Bra­cken­heim.