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Feuerwehr ist für Ernstfall gewappnet

Bad Rappenauvon Peter Boxheimer, HSt

Der Alarm geht in der Leit­stelle um 16.16 Uhr ein. Nur sechs Minuten später sind die ersten Fahr­zeuge am Ein­satzort. In der Bad Rap­pen­auer Vul­pi­us­klinik ist ein Brand aus­ge­bro­chen, Pati­enten müssen gerettet werden. Dass sie für diese Auf­gabe gewappnet sind, beweisen Feu­er­wehr­leute aus der Kern­stadt, Fürfeld und Grom­bach am Sams­tag­nach­mittag bei einer Übung.

Der Schau­platz ist ideal, um den Ernst­fall zu proben. Eine Sta­tion im zweiten Ober­ge­schoss des Kran­ken­hauses steht leer, weil sie saniert werden soll. „Des­halb können wir hier eine schöne Übung machen“, sagt Geschäftsführer Joa­chim Off.

Drei Dummys liegen schon auf dem Boden. Die schweren Puppen müssen später geborgen werden. Blitz­licht soll Feuer simu­lieren, eine Maschine pro­du­ziert künst­li­chen Rauch. „Das ist quasi Dis­konebel“, erläutert der Pres­se­spre­cher der Wehr, Axel Klum­bach. Aus einem Laut­spre­cher sind Hil­fe­rufe und Geräusche von bre­chendem Glas zu hören. Das Übungs­sze­nario soll rea­lis­tisch sein. „Was wir hier wollen, ist, die Leute unter Stress zu setzen“, ver­deut­licht Stadt­kom­man­dant Felix Mann, der Übungs­leiter.

Ver­zweif­lung

Bewusst ist der Kurz­zeit­park­platz vor der Klinik nicht von abge­stellten Autos geräumt worden. Auf engem Raum müssen die Wehr­leute die Dreh­leiter in Posi­tion bringen. Rasch wird der Korb aus­ge­fahren. „Beeilt euch“, ruft ein ver­zwei­felter Patient, den ein Kran­ken­pfleger mimt, aus einem Fenster. Die schau­spie­le­ri­schen Qualitäten beein­dru­cken auch Bad Rap­penaus Oberbürger­meister Hans Heri­bert Blättgen: „Da bringt er richtig Stim­mung rein.“ Die Ber­gung des vom Feuer Ein­ge­schlos­senen dauert nur wenige Minuten.

In Win­des­eile werden Schläuche ver­legt. In die bren­nende Sta­tion dringen Atem­schutzgeräteträger vor und suchen nach sechs Ver­missten. Zuvor hat das Kli­nik­per­sonal bereits fünf bettlägrige Pati­enten in Sicher­heit gebracht. Rasch erkennen Übungs­be­ob­achter, wie wichtig eine Brand­schutztür in der Mitte eines langen Ganges ist. Sie ver­hin­dert, dass der gif­tige Rauch in die angren­zende Bereiche gelangt. Für Kom­man­dant Mann eine der wich­tigsten Ein­rich­tungen im Kran­ken­haus: „Der vor­beu­gende Brand­schutz ist das A und O.“

Bei fast null Sicht kämpfen sich die Feu­er­wehr­leute zu den Ver­letzten durch und bringen sie in Sicher­heit. Ein Kno­chenjob, wiegt doch allein ihre lebens­wich­tige Spe­zi­al­ausrüstung 20 bis 25 Kilo­gramm. „Das ist schon kräfte­zeh­rend“, weiß der Übungs­leiter. Und wenn so ein Dummy geschleppt werden muss, bringt der noch­mals 80 bis 90 Kilo­gramm auf die Waage.

Gedanken

Zwi­schen­drin gibt es regelmäßige Bespre­chungen der Führungskräfte. „Wir müssen uns zehn Sekunden Zeit nehmen und Gedanken machen“, erklärt der Stadt­kom­man­dant den Hin­ter­grund. „Dann ver­laufen die nächsten zehn Minuten rei­bungs­loser.“

Inzwi­schen liegen alle Ver­letzten an einem Sam­mel­platz im Freien und werden von Feu­er­wehr­leuten betreut. „Brand gelöscht“, meldet Ein­satz­leiter Thomas Wachno um 16.50 Uhr an der mobilen Kom­man­do­stelle und ver­teilt an die Medien ein erstes Kurz­pro­to­koll: 45 Feu­er­wehrkräfte, sieben Ein­satz­fahr­zeuge, sechs Geret­tete.

Fazit

Klinik-Geschäftsführer Off lobt die Blauröcke für ihre Pro­fes­sio­nalität: „Es hat alles wie am Schnürchen geklappt, und die Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehr hat einen her­vor­ra­genden Ein­druck hin­ter­lassen.“ Auch der Kom­man­dant ist­zu­frieden. Vor­be­rei­tungen und Abläufe hätten gestimmt. „Mir sind keine gra­vie­renden Fehl­schritte auf­ge­fallen“, lautet Manns erstes Fazit.