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Ein Quantensprung für die Brandbekämpfung

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Frei­wil­lige Feu­er­wehr erhält neue Trag­kraft­spritze – Das Gerät ist wichtig für den Was­ser­trans­port über weite Stre­cken

Mit sicht­li­cher Freude haben Bad Rap­penaus Oberbürger­meister Sebas­tian Frei, Feu­er­wehr­kom­man­dant Felix Mann und Frank Rieth, Abtei­lungs­kom­man­dant der Abtei­lung Süd, eine neue Trag­kraft­spritze für die Abtei­lung Süd in Emp­fang genommen. Gespendet wurde das rund 10.000 Euro teure Gerät vom Badi­schen Gemein­de­ver­si­che­rungs­ver­band (BGV). Dessen stell­ver­tre­tender Vor­stands­vor­sit­zender Rai­mund Herr­mann übergab die Spende persönlich. Zusätzlich hatte er noch ein Feu­er­wehr­bob­bycar und zwei Kin­der­feu­er­wehr­helme als Drauf­gabe dabei.

War­te­liste „Wir freuen uns sehr über die Spende und darüber“, bekun­dete Sebas­tian Frei. Der OB erin­nerte daran, dass der Ver­si­che­rungs­ver­band ursprünglich aus der Feu­er­wehr­ver­si­che­rung ent­standen ist. Rai­mund Herr­mann erin­nert daran, dass der Antrag für die Trag­kraft­spritze bereits 2013 bei der Ver­si­che­rung ein­ge­gangen ist. „Wenn ich sowas sehe, wird mir immer ganz warm und ich frage mich dann, warum das so lange dauert.“ Die Ant­wort gab er sich gleich selbst: „Wir haben eine lange War­te­liste und jährlich kommen 20, 30 Anträge dazu“, so Herr­mann. Der Bedarf sei groß, gleich­zeitig stehe nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Und außerdem darf keine Feu­er­wehr ver­gessen werden: „Es geht immer um Frei­wil­lige Feu­er­wehren und dabei um klei­nere Wehren in Gemeinden, die nicht ganz die große Finanz­kraft haben.“

Herr­mann strich die Leis­tungen der Wehren heraus und betonte: „Was die Frei­wil­ligen Feu­er­wehren leisten, ist etwas Beson­deres, das nötigt mir Respekt ab, denn die Leis­tung wird frei­willig und ehren­amt­lich erbracht, teil­weise unter Ein­satz des eigenen Leibs und Lebens.“ Er wünsche sich mehr Men­schen, die sich enga­gieren, so Herr­mann. Die Feu­er­wehren seien auch Teil des sozialen Lebens: „Es gibt kaum ein Fest in einer Kom­mune, bei dem nicht die Feu­er­wehr dabei ist.“

Ins­ge­samt, so Mann, habe die Feu­er­wehr Bad Rap­penau nun acht Trag­kraft­spritzen. Doch diese neue sei ein „Quan­ten­sprung“ im Ver­gleich zu ihrem Vorgänger­mo­dell, sagte Kom­man­dant Felix Mann. Förderte das Vorgänger­mo­dell mit acht Bar Druck 800 Liter Wasser pro Minute, so bringt es die neue Spritze bei zehn Bar Druck auf 1650 Liter pro Minute. Der höhere Druck sei beson­ders wichtig: „Das bedeutet, Wasser kann über eine längere Distanz und über einen größeren Höhen­un­ter­schied gefördert werden.“ Das sei für die Abtei­lung Süd von Vor­teil, die viele Aus­sied­lerhöfe in ihrem Ein­satz­ge­biet habe, die nicht unbe­dingt alle an die Trink­was­ser­ver­sor­gung ange­schlossen seien. Wie wichtig es sei, Wasser über lange Stre­cken fördern zu können, habe sich gerade erst bei dem Großbrand am ver­gan­genen Wochen­ende gezeigt.

Hoch­wasser Doch nicht nur bei Bränden, deren Zahl laut Mann leicht rückläufig sind, soll das Gerät zum Ein­satz kommen: „Auch für die tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung ist es ein­setzbar, etwa bei Hoch­wasser oder Stark­re­gen­er­eig­nissen.“