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Bewohner über die Drehleiter gerettet

Lauffen a.N.von Carolin Bozic, HSt

Die betreute Wohn­an­lage Lin­denhof ist für die Ein­satzkräfte von Feu­er­wehr und DRK bis­lang unbe­kanntes Gebiet. „Wir waren bisher nur in Indus­triegebäuden“, meint Ein­satz­leiter Reiner Frisch. Umso wich­tiger, auch hier einmal den Ernst­fall zu proben.

Rund 100 Anwohner haben sich im Innenhof der Wohn­an­lage in der Lin­den­straße ver­sam­melt, um inter­es­siert die Hauptübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Lauffen zu beob­achten. Brand­meister René Irion infor­miert die Zuschauer durch ein Mikrofon über den Ablauf und das Vor­gehen der Ein­satzkräfte.

Rauch­ent­wick­lung In der Küche im ersten Ober­ge­schoss ent­de­cken die Bewohner der betreuten Wohn­an­lage eine starke Rauch­ent­wick­lung. Betreuerin Andrea Bauer reagiert schnell und alar­miert umge­hend die Ein­satzkräfte. Vier Per­sonen konnten sich nicht retten und befinden sich noch im Haus. Das ist die Sze­nerie, mit der die Feu­er­wehr in Lauffen den Ernst­fall probt.

Bereits drei Minuten nach Ein­gang des Not­rufs, ist der Kom­man­do­wagen mit Reiner Frisch vor Ort. Der Ein­satz­leiter ver­schafft sich zuerst einen Über­blick über die Situa­tion. Die schmalen Zufahrts­wege erfor­dern es, die ins­ge­samt sechs Ein­satz­fahr­zeuge in der rich­tigen Rei­hen­folge anfahren zu lassen. „Hier ist es zu eng, um umzu­parken“, stellt Haupt­feu­er­wehr­mann Michael Kenn­gott fest. Während einige Wehr­leute den Löschein­satz vor­be­reiten, kon­zen­trieren sich die Kol­legen auf die ein­ge­schlos­senen Bewohner. „Die primäre Auf­gabe ist die Men­schen­ret­tung“, infor­miert René Irion die Zuschauer.

Her­aus­for­de­rung Um mögliche Ret­tungs­wege frei­zu­legen, dämmt im Inneren des Gebäude­kom­plexes eine Ein­satz­gruppe die Rauch­ent­wick­lung im Trep­pen­haus ein. Gleich­zeitig kommt auf der Vor­der­seite des Hauses die Dreh­leiter zum Ein­satz. Durchs Fenster kann eine Person unver­sehrt geborgen werden. Eine größere Her­aus­for­de­rung ist die Ret­tung einer Person mit Geh­be­hin­de­rung über den Balkon.

Um die Ver­letzten kümmern sich Mit­glieder des Orts­ver­bandes des Deut­schen Roten Kreuzes. Außerdem ist der evan­ge­li­sche Pfarrer Gunter Bareis als Seel­sorger und Ansprech­partner vor Ort.

Bei der Wohn­an­lage han­delt es sich um eine Außenstelle der Stif­tung Lich­ten­s­tern in Löwen­stein. Hier leben Men­schen mit körper­li­chen und geis­tigen Beeinträchti­gungen, deren Bedürfnissen sich die Ein­satzkräfte anpassen müssen. „Wir waren schon vor zwei Tagen hier und haben unsere Atem­schutz­masken gezeigt, damit sich die Bewohner nicht erschre­cken“, erzählt Ein­satz­leiter Frisch.

Nach Abschluss des rund 15-minütigen Ein­satzes zieht er eine posi­tive Bilanz. „Ich bin voll zufrieden, mit dem Ablauf und allem“, meint der Ein­satz­leiter. Und auch Kom­man­dant Heiner Schiefer lobt die 30-köpfige Gruppe. „Das Ganze ist nicht ohne − mit sol­cher Ein­satz­klei­dung und bei diesem Wetter“, stellt der Stadt­brand­meister fest.

Die erfolg­reiche Übung wird dann am Sonntag mit Gästen gefeiert. Beim Tag der offenen Tür gibt es Kin­der­spiele, span­nende Aktionen und Bewir­tung.