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150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Oedheim 1866 - 2016 - Humorvoller Festakt

Oedheimvon Heinz Schmierer, Feuerwehr Oedheim

Humor­voller Festakt mit beson­deren Höhepunkten in der Kochana

Der Hydro­phor von 1880 auf der Bühne strahlte ebenso wie die erste hand­ge­scho­bene Feu­er­wehr­spritze der Oed­heimer Feu­er­wehr im Foyer, als die Bläser des Musik­ver­eins Oed­heim mit meh­reren Stücken die Gäste, Oed­heims Feu­er­wehr­ka­me­raden und -kame­ra­dinnen mit ihren Part­nern und die Feu­er­wehr-Dele­ga­tionen der Region begrüßten. Die sehr schön gestal­teten Feu­er­wehr-Motive der Kinder der Oed­heimer Kitas, der Kern­zeit-Betreuung und der Kunst-AG sowie die Bil­der­wand mit Expo­naten von 1764 bis 2016 unter­stri­chen die beson­dere Bedeu­tung des Abends.

Bei diesem tollen Rahmen hatte es der Düssel­dorfer Feu­er­wehr­mann und Kaba­ret­tist Günter Nuth als humor­voller Mode­rator des Fest­akts leicht, das Publikum zu begeis­tern. Er lud zu meh­reren Inter­view-Runden auf die feu­er­wehr-rote Couch und gab bei seiner Zeit­reise durch 150 Jahre Oed­heimer Feu­er­wehr-Geschichte die eine oder andere amüsante Bege­ben­heit und viel Wis­sens­wertes zum besten.

Chef-Runde Die erste Talk-Runde mit Bürger­meister Mat­thias Schmitt und Kom­man­dant Sven Kübler befaßte sich mit dem Jugend­traum fast jeden Jungen, der natürlich Feu­er­wehr­mann werden will, aber auch der span­nenden Frage an Sven Kübler, wie man in so jungen Jahren Feu­er­wehr­kom­man­dant wird. Als Bürger­meister Schmitt, bemerkte, dass der Kom­man­dant für eine noch bes­sere Aus­stat­tung noch nicht zum Bet­teln da war, gestand dieser, dass dies noch beim Vorgänger erfolgt ist. Auf die Wer­bung um den drin­genden Nach­wuchs für die Feu­er­wehr ange­spro­chen, bemerkte Schmitt, dass die neue Uni­form ihm sicher­lich auch sehr gut stehen würde, er sich als Chef der Feu­er­wehr aber nicht lau­fend selbst Bußgeld­be­scheide wegen Feh­lens bei den Übungen aus­stellen wolle.

Als Ver­treter für die 42 Oed­heimer Ver­eine durfte Dieter Hiemer das Geschenk der Ver­eine ebenso an Kom­man­dant Sven Kübler überg­eben wie die Kom­man­danten Marcel Vogt (Bad Fried­richs­hall) und Wolf­gang Rauh (Neckar­sulm) für die Feu­er­wehren des Spren­gels. Ein beson­deres Geschenk machte Gemein­derat und Meravo-Chef Bernd Hauber der Jugend­feu­er­wehr, er über­raschte Jugend­wart Peter Mall den Gut­schein für einen Rund­flug für alle Jugend­feu­er­wehr­leute über Oed­heim. Mall freute sich für die Jugend­feu­er­wehr mit den Worten „Das ist ein tolles Geschenk und Wer­bung für die Jugend­feu­er­wehr, denn mit einer Wurst und Semmel kann man heut­zu­tage keine jungen Leute mehr locken“.

Ehrenamt Die nächste Talk-Runde mit dem bis­he­rigen Innen­mi­nister von Baden-Württem­berg und Vor­sit­zendem des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn, Rein­hold Gall MdL, Dr. Bern­hard Lasotta, eben­falls Land­tags­ab­ge­ord­neter unseres Wahl­be­zirks und Arzt sowie Kreis­brand­meister Uwe Vogel nahm zum Thema Ehrenamt, das es zu stärken gilt, Stel­lung. Auch die Wertschätzung für den Feu­er­wehr­dienst, der sich auf­grund des Gefah­ren­ri­sikos von dem anderer Ehrenämter abhebt, gilt es her­vor­zu­heben. Baden-Württem­berg ist stolz auf die Tat­sache, dass es das Land mit den höchsten Ehren­amts­zahlen ist und dass es noch keine Nach­wuchs-Sorgen bei den Feu­er­wehren gibt, die Zahlen bei den Jugend­feu­er­wehren sogar noch steigen.

Günter Nuth und das Publikum konnten sich auch ein Bild davon machen, wie der Dienst bei der Feu­er­wehr künftig noch attrak­tiver beworben werden kann und der demo­gra­phi­sche Wandel auch Chancen beinhaltet, nicht nur als Nach­teil gesehen werden muss. Uwe Vogel nannte noch beein­dru­ckende Zahlen von der Inte­grierten Leit­stelle in Heil­bronn, die 2015 173.000 Not­rufe ent­ge­gen­nahm, 377.000 Tele­fo­nate führte und dabei 6.300 Einsätze dis­po­nierte.

Wie wars früher? Viele hun­dert Jahre Oed­heimer Feu­er­wehr-Erfah­rung saß bei der letzten Runde auf dem roten Sofa, die früheren Kom­man­danten Rein­hold Denzer, Ger­hard Leitz, heute Obmann der Oed­heimer Alters­ab­tei­lung, und Franz Schuster, Ehren­kom­man­dant, die beiden ehe­ma­ligen Bürger­meister Man­fred Ley und Ulrich Ruoff sowie mit Her­mann Weber, dem mit fast 89 Jahren ältesten Mit­glied der Wehr mit über 70 Jahren Dienst­zeit. Alle konnten von vielen Einsätzen und Bege­ben­heiten, zum Teil auch hei­teren, berichten, so war der erste Ein­satz von Her­mann Weber 1942 während des Krieges, als die Feu­er­wehr hauptsächlich aus Rent­nern und Frauen ohne fuer­wehr­tech­ni­sche Aus­bil­dung bestand und oed­heim auch eine Flie­ger­horst-Feu­er­wehr hatte. Die schwie­rige Suche nach einem geeig­neten Standort für die Feu­er­wehr-Gerätehäuser und die Ausrüstung, die sich ständig wei­ter­ent­wi­ckelt hat, waren ebenso Themen wie größere Einsätze mit schlimmen Folgen.

Beson­dere erwähnens­wert ist auch das Geschenk der Kinder der Kern­zeit und Kunst-AG, ein knall­rotes, sehr süßes Tanklöschfahr­zeug mit Kuchen – und Mar­zipan-Aus­stat­tung, das an Sven Kübler über­reicht wurde.

Durch viele humo­rige Ein­lagen von Günter Nuth mit „Hei­terem aus dem Blau­licht-Milieu“, der Sturz­ge­burt einer Gum­mi­puppe im Super­markt mit großartiger Unterstützung von Feu­er­wehr­mann Ger­hard Schmierer aus unseren Reihen sowie der unter­halt­samen Frage „Warum hat Gott die Feu­er­wehr­frauen erfunden?“ wurde der Festakt mit über dreistündigen High-Lights eine sehr schöne und kurz­wei­lige Jubiläums­ver­an­stal­tung, die noch lange in Erin­ne­rung bleiben wird, min­des­tens bis zum Festakt zum 175-jährigen Feu­er­wehr-Jubiläum 2041.