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Zu wenig Geld für die Kreis-Wehren

von Reto Bosch, HSt

Schlechte Nach­richten hat Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann vom Land bekommen: Für das lau­fende Jahr fließen nur 788 000 Euro an Förder­mit­teln für Inves­ti­tionen in den Kreis - gerade mal ein Drittel der Summe, die Hans­mann ange­meldet hatte. Folge: Viele Feu­er­wehr-Pro­jekte der Kom­munen müssen in die War­te­schleife.

"Völlig unbe­frie­di­gend" nennt Hans-Wil­helm Hans­mann die der­zei­tige Situa­tion. Ins­ge­samt 2,45 Mil­lionen Euro hat Hans­mann beim Land ange­meldet. Davon wollte er den Kauf von 16 Fahr­zeugen und Großgeräten sowie sieben Baumaßnahmen unterstützen. Freuen können sich nach dem Bescheid des Regie­rungspräsidiums Stutt­gart (RP) aber nur acht Kom­munen über modernes Gerät: Jagst­hausen und Wid­dern erhalten jeweils 86 000 Euro, bedacht werden zudem Lan­gen­bret­tach, Zaber­feld, Bad Rap­penau, Weins­berg-Grant­schen, Neckar­sulm und Lauffen.

Acht wei­tere Orte gehen leer aus. An ihren Maga­zinen können im Moment nur zwei Kom­munen bauen. Erlen­bach bekommt 221 000, Neu­en­stadt 53 000 Euro.

Weit rei­chende Folgen könnte der RP-Bescheid nach Angaben Hans­manns für Wüstenrot und Kirchardt haben. Beide Gemeinden wollten für ihre Bau­vor­haben Mittel aus dem Aus­gleichs­stock des Landes bean­tragen. Doch dafür müssen sie die Feu­er­wehr-Fachförde­rung nach­weisen. Das können sie nun nicht, der Aus­gleichs­stock bleibt ihnen also unter Umständen ver­schlossen.

Harry Brunnet, Vor­sit­zender des Gemein­detag-Kreis­ver­bands Heil­bronn, hofft aller­dings, dass dieses Pro­blem über eine Aus­nah­me­re­ge­lung umgangen werden kann.

Kreis­brand­meister Hans­mann beklagt, dass nach der­zei­tigem Stand "not­wen­dige Maßnahmen" nicht rea­li­siert werden können. Die Anträge der Kom­munen seien aus feu­er­wehr-fach­li­cher Sicht geprüft worden. " Das sind keine Wunsch­zettel der Gemeinden." Im Land­kreis Heil­bronn besteht ein ver­gleichs­weise hoher Inves­ti­ti­ons­be­darf. Warum? Die Wehren im Kreis sind bei der Umset­zung der so genannten "Hin­weise zur Leis­tungsfähig­keit der Feu­er­wehr" weit fort­ge­schritten. Diese machen bei­spiels­weise neue, zen­tral gele­gene Maga­zine not­wendig.

Die Feu­er­wehr-Förde­rung speist sich aus zwei Töpfen. Der größere wird von der Feu­er­schutz-Steuer gefüllt (etwa 40 Mil­lionen Euro/Jahr), der deut­lich klei­nere von all­ge­meinen Haus­halts­mit­teln. Ins­ge­samt viel zu wenig, um alle Ansinnen der Wehren zu erfüllen. Ein wei­teres Pro­blem: Die Lan­des­re­gie­rung hat zwar 7,5 Mil­lionen Euro an reinen Haus­halts­mit­teln für das Jahr 2002 in den Etat ein­ge­stellt, bis jetzt aber nur die Hälfte davon frei gegeben. Das kri­ti­sieren Hans­mann und Brunnet uni­sono. "Der Gemein­detag unter­nimmt einen Vorstoß, um die Mittel noch frei zu bekommen", sagt Brunnet. "Und ich gehe davon aus, dass wir uns durch­setzen."

Auch die Land­tags-Frak­tion der SPD will in dieser Ange­le­gen­heit aktiv werden. Der Ober­sulmer SPD-Abge­ord­nete Rein­hold Gall, in seiner Frak­tion für die Feu­er­wehren zuständig: Die Regie­rung verstoße gegen ihre gesetz­liche Ver­pflich­tung, Kom­munen bei Feu­er­wehr-Inves­ti­tionen aus­rei­chend zu unterstützen.

Posi­tive Signale sendet unter­dessen das Finanz­mi­nis­te­rium aus: Auf Anfrage der Heil­bronner Stimme ver­sprach Pres­se­spre­cher Michael Birk: "Die feh­lenden 50 Pro­zent der Haus­halts­mittel werden demnächst frei gegeben."