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Wie viele Räder hat ein Jumbo? Fragen, Antworten, Spiel, Spaß, Spannung und Action bei der zweiten Adventure-Tour der Kreisjugendfeuerwehr Heilbronn

Untereisesheimvon Andreas Rudlof

Dun­kel­blau und orange waren am ver­gan­genen Samstag die domi­nie­renden Farben in den Straßen und Gassen von Unter­ei­sesheim. Kein Wunder, wenn man bedankt, dass dort ab 8.30 Uhr ins­ge­samt 352 Jugend­feu­er­wehr­angehörige und Betreuer aus dem gesamten Land­kreis Heil­bronn unter­wegs waren, um an der zweiten Adven­ture-Tour der Kreis­ju­gend­feu­er­wehr Heil­bronn teil­zu­nehmen. An dem Spek­takel betei­ligten sich 41 Mann­schaften aus 25 Städten und Gemeinden des Land­kreises.

Die beiden Orga­ni­sa­toren Alex­ander Blind und Knut Stein­bauer hatten sich dabei einen spe­zi­ellen Zeit­plan aus­ge­dacht, um Stau­ungen an den ein­zelnen Sta­tionen zu ver­meiden. Hierzu zählte auch die Auf­tei­lung in eine östliche und west­liche Tour durch den Ort. Zu lösen waren neben Denk­sport­auf­gaben und Wis­sens­fragen natürlich auch zahl­reiche Spiel­sta­tionen, damit für die Teil­nehmer ein abwechs­lungs­rei­cher Ver­lauf gewährleistet war und keine Lan­ge­weile auf­kommen konnte.

Ob beim Lei­nen­beutel-Ziel­werfen, bei dem eine Feu­er­wehr­leine samt Beutel in ein Punk­te­feld möglichst weit und ziel­genau geworfen werden und der Werfer das Lei­ne­n­ende am Schluss auch noch in der Hand behalten musste, oder beim „Spritzhäuschen“ - hier mussten von jedem Team­mit­glied die dane­ben­ste­henden Auf­fangbehälter in kürzestmögli­cher Zeit mit Wasser befüllt werden - die Mädchen und Jungs der ein­zelnen Jugend­feu­er­wehren waren eifrig und enga­giert bei der Sache. Schließlich galt es, dem Vor­jah­res­sieger, der Jugend­feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall, den Wan­der­pokal abzu­jagen.

Abso­lutes „High­light“ der Adven­ture-Tour-Sta­tionen war die Posi­tion „Fährmann hol über“ am Mühlb­achsee. Jeweils eine Mann­schaft, bestehend aus drei Jugend­li­chen musste den Mühlb­achsee in einem Schlauch­boot über­queren. Dabei war quer über den See ein Stahl­seil gespannt, an dem sie sich und ihr Boot über das Gewässer ziehen mussten. Auf der anderen Seite ange­kommen, wurde das Boot an drei wei­tere Team­kol­legen überg­eben. Diese mussten dann noch zwei Sandsäcke mit­nehmen und den Weg wieder ans gegenüber­lie­gende Ufer suchen. Dass dieses Was­ser­spiel nicht ohne „Opfer“ bleiben würde, war abzu­sehen. Der erste, der mit dem „kühlen Nass“ Bekannt­schaft machte, war ein Junge der gast­ge­benden Jugend­feu­er­wehr Unter­ei­sesheim.

Nicht minder inter­es­sante Spiel­sta­tionen, wie z.B. Sackhüpfen, ein Arma­turen-Puzzle, Holz­ski­fahren, Schlauch­ziel­werfen, Schub­kar­ren­rennen und Kis­ten­sta­peln run­deten das Action­an­gebot ab.

Ihr Können mussten die Jugend­li­chen auch beim Gewichtschätzen unter Beweis stellen: Von einem Metall­rohr musste mit einem Rohr­ab­schneider ein Stück abge­schnitten werden. Mit zwei mögli­chen Ver­su­chen mussten die Mann­schaften die Länge schätzen, um ein Gewicht von 200 Gramm zu „ersägen“, damit die volle Punkt­zahl erreicht werden konnte.

Jedoch nicht nur Spaß und Spiel waren gefragt, auch pädago­gi­sche Ele­mente waren bei der Adven­ture-Tour ver­treten. In einem „Kim­spiel“ hatten die Jugend­feu­er­wehr­angehörigen zum einen ihre Merkfähig­keit unter Beweis zu stellen und zum anderen wurde das Gehör getestet. Gleiche Paare - die in kleinen Film­dosen ver­packt waren - mussten anhand ihrer Klang­ei­gen­schaften her­aus­ge­funden bzw. erraten werden.

Um den Event abwechs­lungs­reich zu gestalten, waren neben Schnel­lig­keit, Geschick­lich­keit und Team­geist - wie bei den Action-Sta­tionen - auch Wissen, All­ge­mein­bil­dung und Impro­vi­sa­ti­ons­ta­lent gefragt.

„Die Jugend­li­chen sollen hier ein beson­deres Gemein­schaftsgefühl erleben“, so Knut Stein­bauer. Beson­ders wichtig findet er hierbei, dass neben der Förde­rung des not­wen­digen Team­geistes auch der „Wir-Gefühl“ gestärkt und auch die Zusam­men­ar­beit sowie das Ken­nen­lernen der ein­zelnen Jugend­feu­er­wehren des Land­kreises unter­ein­ander gefördert wird. „Es ist unerlässlich, dass die Jugend­li­chen auch einmal über den Tel­ler­rand hin­aus­schauen und überörtliche Kon­takte knüpfen“, ist Knut Stein­bauer über­zeugt. „Das erleich­tert später im aktiven Dienst die Zusam­men­ar­beit unter­ein­ander wesent­lich“, so der stell­ver­tre­tende Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart weiter.

Die Wis­sens­fragen stellten als aus­glei­chender Part zum „Action­teil“ dann beson­dere Anfor­de­rungen an die Fähig­keiten der ein­zelnen Teams zur Beschaf­fung der benötigten Infor­ma­tionen. Durch Befragen der Unter­ei­sesheimer Bevölke­rung, Nach­lesen auf Schau- oder Infor­ma­ti­ons­ta­feln und - natürlich wie bei „Wer wird Mil­lionär?“ - dem „Tele­fon­joker“, sprich Handy, war der Ideen­reichtum der Mädchen und Jungen gefor­dert, um an die jeweils rich­tigen Lösungen zu kommen.

Wer wusste, dass die drei Begriffe „Frei­heit, Gleich­heit, Brüder­lich­keit“ aus den Tagen der französischen Revo­lu­tion im 18. Jahr­hun­dert stammten, hatte die Punkte schon einmal sicher.
„Wie viel Räder hat eine Boeing 747?“ Wer 18 als Ant­wort her­aus­brachte bzw. ankreuzte, bekam die volle Punkt­zahl. Manche Teams waren bei der Lösungs­fin­dung hier sehr erfin­dungs­reich - sie kannten einen Mit­ar­beiter der Stutt­garter Flug­ha­fen­feu­er­wehr und holten sich dort kur­zer­hand die benötigte Infor­ma­tion.

Ins­ge­samt waren mit den Feu­er­wehr­angehörigen der Unter­ei­sesheimer Feu­er­wehr 60 Helfer um Kom­man­dant Gustav Müssig und Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Wolf­gang Hagner den ganzen Tag über im Ein­satz, um ent­weder die Teil­nehmer zu ver­pflegen oder als Schieds­richter an den ein­zelnen Sta­tionen, in der Logistik oder als Fahrer zum Gelingen dieser Adven­ture-Tour bei­zu­tragen.

Anlass für die Aus­rich­tung der zweiten Adven­ture-Tour in Unter­ei­sesheim war das 20jährige Bestehen der dor­tigen Jugend­feu­er­wehr.

Gustav Müssig erin­nerte sich in einem kurzen Rückblick an die Anfänge und bekräftigte die Not­wen­dig­keit einer aktiven Jugend­ar­beit zur Nach­wuchs- und Bestands­si­che­rung der frei­wil­ligen Feu­er­wehren im Land.

Auch Rein­hold Korb, der Vor­sit­zende des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn, unter­strich die Aus­sagen seines Vor­red­ners und bedankte sich bei den Orga­ni­sa­toren und allen Hel­fern für das gute Gelingen der Ver­an­stal­tung.

Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Wolf­gang Hagner bedankte sich außerdem für die zuteil­ge­wor­dene Unterstützung durch die Firmen Cam­pina sowie Knorr und erläuterte dass die Adven­ture-Tour künftig im zweijährigen Wechsel mit dem Indiaca-Tur­nier statt­finden soll.