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"Wer beseitigt Ölschäden dann außer der Feuerwehr?"

von Carsten Friese, HSt

Das Ein­frieren von Lan­des­mit­teln für die Feu­er­wehren, vor allem für den Nicht-Pflicht­be­reich Umwelt­schutz, trifft die Feu­er­wehren in Stadt- und Land­kreis unter­schied­lich. Heil­bronns Feu­er­wehr hat alles Wich­tige an Bord, der Kreis-Brand­meister bemängelt das Fehlen von Gefahrgut-Gerätewagen für die Außenbe­reiche.

Wegen der sehr ange­spannten Haus­halts­lage hatte das Innen­mi­nis­te­rium Kom­munen und Land­kreise infor­miert, dass eine Reihe von Anträgen auf Förder­mittel keine großen Erfolgs­chancen habe. Vor allem " Nicht-Pflicht­auf­gaben" der Feu­er­wehren seien betroffen. Starke Kritik bringt SPD-Land­tags­mit­glied Rein­hold Gall zu den Plänen an. Hier werde auf dem Rücken von Kom­munen und Kreisen gespart. Jede noch so gute Feu­er­wehr werde "durch ver­al­tetes Mate­rial in die Schranken ihrer Leis­tungsfähig­keit gewiesen".

In der Stadt Heil­bronn kann man diese Dis­kus­sion der­zeit gelassen sehen. Eine Ölab­schei­de­an­lage ist vor­handen, eine 300 Meter lange Ölsperre hat die Stadt­feu­er­wehr im Vor­jahr quasi noch recht­zeitig anschaffen können. "Es steht der­zeit nichts aus", fasst Kom­man­dant Eber­hard Jochim zusammen. Und auch am Gefahr­stoffzug gibt's nichts zu kri­ti­sieren. Jochim: "Die Stadt ist abge­si­chert."

Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann kann bei Ölunfällen auf zwei Ölab­schei­de­an­lagen bauen. Er fragt kri­tisch: "Wenn das Besei­tigen von Ölschäden keine originäre Feu­er­wehr­auf­gabe ist - wer macht es dann?" Das Lan­des­um­welt­mi­nis­te­rium sieht er dann stärker in die Pflicht genommen.

Beim Gefahrgut hat der Land­kreis Heil­bronn ein dezen­trales Kon­zept erstellt. Klei­nere Gerätewagen Gefahrgut werden noch benötigt, vor allem für die äußeren Bereiche. "Wenn ein Unfall in Zaber­feld ist, dann sind 30 Minuten um, ehe einer unserer zwei 7,5-Tonner-Wagen dort ist ", beschreibt der Kreis­brand­meister das Pro­blem.

Klei­nere 3,5-Tonner-Wagen dezen­tral sta­tio­nieren, lauten die Pläne. "Da sehen wir noch Nach­hol­be­darf." Anträge für zwei Fahr­zeuge und ein Mehr­zweck­boot hat die Heil­bronner Feu­er­wehr beim Land an Haupt­aus­stat­tung bean­tragt. Kosten: rund 300 000 Euro. "Alle drei Vor­haben sind geneh­migt, wir können dieses Jahr nicht klagen", sagt Jochim. Land­kreis-Kol­lege Hans­mann stuft die Lage dagegen als "unbe­frie­di­gend" ein.

Für ein Drittel der ange­mel­deten Inves­ti­ti­ons­summe von 2,45 Mil­lionen Euro gab's bisher grünes Licht. Die Hälfte der Ver­pflich­tungsermächti­gungen für Feu­er­wehren im Haus­halt 2002 sei frei­ge­geben, über die andere Hälfte, rund 10,2 Mil­lionen Euro, werde noch im Spätjahr ent­schieden, nahm Lan­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums­spre­cherin Alice Loyson-Sie­me­ring Stel­lung.

Ange­sichts knapper Kassen "fördern wir die drin­gendsten Maßnahmen und dann sehen wir weiter". Ob Umwelt­schutz ganz aus der Förde­rung komme, könne sie nicht beant­worten. "Auf­ge­schoben ist aber nicht auf­ge­hoben."