QR-Code zur Seite

Vor dem Durst erst mal den Brandherd löschen

Zaberfeldvon Werner Stuber, HSt

Die Glo­cken der Och­sen­burger Mar­ga­re­then­kirche läuteten den Sonntag ein und waren gerade ver­klungen, da heulte nebenan vom Dach des Feu­er­wehr­ma­ga­zins auch schon die Sirene los und lockte eine große Schar, diesmal will­kom­mener, Schau­lus­tiger an: Mit einer Schauübung eröffnete die Och­sen­burger Feu­er­wehr ihr Fest rund ums Gerätehaus.

Gleich nebenan quillt dicker Rauch unter dem Werk­statttor der Schlos­serei Wössner heraus. Man hört Ver­letzte schreien und nie­mand hilft. Ganz unge­duldig warten auch schon die Zuschauer auf die Feu­er­wehr. Doch der örtliche Löschzug denkt nicht ans Helfen.

Schließlich haben die Och­sen­burger und Leon­bronner Flo­ri­ansjünger ja Fest und müssen ihre Gäste bewirten. Und bis der Zaber­felder Löschzug alar­miert ist und mit Tatü-Tata ange­braust kommt, dauert's eben ein paar Minuten.

Vor drei Wochen war's genau umge­kehrt. Da hatten die Zaber­felder ihr Fest und die Och­sen­burger löschten und ret­teten. In der Schlos­serei hat es eine Gas­ver­puf­fung gegeben. Der Werk­statt­anbau brennt, zwei ver­letzte Per­sonen sind noch drinnen und müssen geborgen werden. So beschreibt Och­sen­burgs Zugführer Werner Bauer dem Zaber­felder Ein­satz­leiter und Gesamt­wehr­kom­man­danten Günter Schuh­ma­cher das Übungs­sze­nario.

Mit zwei Löschgruppen im LF 8 und noch einmal im „alten“ TLF 8/6 rücken die Feu­er­wehrmänner aus Zaber­feld und Michel­bach an. Das neue Tanklöschfahr­zeug TLF 16/25 steht zwar schon im Zaber­felder Magazin, wird aber, weil's der Gemein­derat noch nicht gesehen hat, für diese Übung nicht ein­ge­setzt.

Außerdem wird es erst am 2. November offi­ziell in Dienst gestellt. Vom Hof und von der Straße her lässt Günter Schuh­ma­cher das Feuer bekämpfen und die angren­zenden Gebäude sichern. Aller­dings, um das momentan knappe Trink­wasser zu sparen, nur mit zwei Strahl­rohren und auch nur ganz kurz.

Umso mehr müssen die Männer des Angriffs­trupp arbeiten. Ausgerüstet mit Atem­schutzgeräten retten sie nach­ein­ander die beiden ver­letzten Per­sonen aus der Rauch gefüllten Werk­statt. Zur medi­zi­ni­schen Erst­ver­sor­gung werden sie anschließend der Schnell­ein­satz­gruppe (SEG) des Zaber­felder Roten Kreuzes überg­eben. Die ist inzwi­schen eben­falls mit vier Hel­fe­rinnen und Hel­fern und zwei Fahr­zeugen am „Brandort“ ein­ge­troffen.

Und trotz ordent­li­cher Behand­lung hört Sonja Die­fen­ba­cher nicht auf zu schreien und zu jam­mern. Zu sehr schmerzen ihre „Ver­bren­nungen“ . Schließlich kippt sie auch noch unter den hel­fenden Händen ihrer Rot­kreuz-Kol­legen in tiefe Bewusst­lo­sig­keit und zwingt so ihre Kame­raden zu wei­teren lebens­ret­tenden Maßnahmen. Blei­bende Gesund­heitsschäden sind den Ver­letzten nicht geblieben. Beim anschließenden gemütli­chen Bei­sam­men­sein auf dem Feu­er­wehr­fest waren jeden­falls alle wieder wohlauf.