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Von Großbränden und Anthraxkuverts

Neckarsulmvon Petra Halamoda, HSt

Ein von Flammen gelb verfärbter Himmel, gebors­tene Fenster und 25 Ein­satzkräfte, die das Feuer nie­derkämpfen. Großbrand in der Großgarta­cher Straße in Heil­bronn. Bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Neckar­sulmer Feu­er­wehr in der Ballei wurde auch dank ein­drucks­voller Bilder deut­lich, wel­chen Her­aus­for­de­rungen die Flo­ri­ansjünger sich im ver­gan­genen Jahr stellen mussten.

Die Foto­gra­fien, die dank Pow­er­point-Präsen­ta­tion auf der Lein­wand hinter Feu­er­wehr­kom­man­dant Her­mann Jochim auf der Bühne erscheinen, spre­chen für sich.

So vielfältig wie die Arbeits­einsätze im ver­gan­genen Jahr waren auch die Maßnahmen. Da war ein Ver­letzter zu bergen, der mit Kno­chenbrüchen nach seinem Sturz in einer Grube lag, dort galt es einen LKW-Brand auf der A6 bei der Anschluss­stelle Ober­ei­sesheim zu löschen.

"Zuerst hatten wir einen Schau­m­an­griff in Erwägung gezogen", erklärte Kom­man­dant Jochim. In der Nähe der Unfall­stelle gab es jedoch einen Bach. "Da wären dann bald die Fische an der Oberfläche geschwommen".

Mit Ein­satz von viel Wasser und Unterstützung der benach­rich­tigten Heil­bronner Wehr konnte ein Umwelt­schaden ver­hin­dert werden.

Schlimm auch die Erin­ne­rung an einen schweren Unfall mit einem Gefah­ren­tankzug auf der Auto­bahn, der ver­mut­lich durch einen her­um­rol­lenden Reifen ins Schleu­dern kam und zwei Lkws mit­ge­rissen hatte.

"Der Fahrer wurde tödlich ver­letzt", sagt Jochim. Wie ver­kraften frei­wil­lige Feu­er­wehrmänner die Bilder, die sich ihnen an Unfall­stellen bieten?

"Wir haben einen sehr guten Not­fall­seel­sorger", erzählt Jochim im Gespräch mit der Heil­bronner Stimme. Das beste Rezept sei es, nach dem Ein­satz zusam­men­zu­sitzen und mit­ein­ander zu reden.

Auch ver­meint­liche Milz­brand­er­reger hielten die Feu­er­wehr im ver­gan­genen Jahr in Atem. Aufwändig wurde ein Brief unter­sucht, auf dem "Pusten " geschrieben stand - es stellte sich heraus, dass es sich um eine Bewer­bung für eine Putz­stelle han­delte.

Die Gesamtstärke der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Neckar­sulm ist von 239 Mann im Jahr 2000 auf 244 in 2001 gewachsen. An Sonn- und Fei­er­tags­diensten wurden 1056 Stunden abge­leistet.Die Gesamt­feu­er­wehr rückte ins­ge­samt 263 Mal aus. "Es hat sich gezeigt: Die Brandhäufig­keit hat nichts mit der Urlaubs­zeit oder bestimmten Fei­er­tagen zu tun", sagte Jochim. Am Nach­mittag nähmen die Einsätze zu.

Neben dem Rückblick gab es auch Ehrungen. Brand­meister Rein­hold Seitz wurde mit dem Deut­schen Feu­er­wehr­eh­ren­kreuz in Silber aus­ge­zeichnet, Oberlösch­meister Rolf Hein­rich mit der Ehren­nadel des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn.

Ein Vier­tel­jahr­hun­dert Dienst­zeit hatten Ober­feu­er­wehr­mann Erhard Gurr, Lösch­meister Rai­mund Recht und Brand­meister Werner Seufer hinter sich gebracht.

Hans Keller und Hans Sen­del­bach sind seit 40 Jahren, Her­mann Merkle, Alfons Holz­apfel, Klaus Heck­mann und Emil Höpfer stehen seit 50 Jahren im Dienst der Flo­ri­ansjünger.

Alfred Jochim und Wolf­gang Rauh wurden erneut zu stell­ver­tre­tenden Kom­man­danten gewählt.