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Stratthaus watscht die Feuerwehren erneut ab

MdL Rein­hold Gall: "Am Samstag umwirbt Teufel die Feu­er­wehren auf dem Lan­des­feu­er­wehrtag, zwei Tage später verkündet sein Finanz­mi­nister dras­ti­sche Ein­schnitte - und der zuständige Innen­mi­nister schweigt beharr­lich"

Die Ankündi­gung von Finanz­mi­nister Stratt­haus, die Mit­tel­zu­wen­dungen an die Gemeinden zur Unter­hal­tung der örtli­chen Feu­er­wehren bei 46 Mil­lionen Euro für die nächsten Jahre ein­zu­frieren, stößt bei der SPD-Land­tags­frak­tion auf mas­siven Wider­stand.

Deren Spre­cher für die Bereiche Kata­stro­phen­schutz und Feu­er­wehren, Rein­hold Gall, nennt Stratt­haus´ Pläne "eine schal­lende Ohr­feige für die 140.000 ehren­amt­li­chen Feu­er­wehr­angehörigen im Lande, die im Auf­trag ihrer Städte und Gemeinden Ver­ant­wor­tung für die Sicher­heit der Ein­wohner tragen". "Was sind eigent­lich die Lobes­worte des Minis­terpräsidenten für die Flo­ri­ansjünger vom ver­gan­genen Samstag beim Lan­des­feu­er­wehrtag in Ulm wert, wenn sein Finanz­mi­nister zwei Tage später die Kürzung der Haus­halts­mittel verkündet?", fragt Gall. Völlig unverständlich sei, dass sich der zuständige Innen­mi­nister zu diesem Vor­gang bisher in tiefes Schweigen hüllt.

Anstatt die Mittel zur Auf­recht­erhal­tung eines geord­neten und ein­satzfähigen Brand- und Hil­fe­leis­tungs­schutzes in Baden-Württem­berg zu kürzen, erwartet die SPD Ant­worten auf die Frage, wie z. B. der bestehende Antrags­stau von etwa 60 Mil­lionen Euro abge­baut werden kann und wie das Land die in den zurücklie­genden Jahren aus der Feu­er­schutz­steuer in einer Größenord­nung von 41 Mio Euro ent­nom­menen Finanz­mittel den Kom­munen wieder zufließen lassen will.

"Die Gemeinden und die Feu­er­wehren brau­chen eine verlässliche Finanz­aus­stat­tung, um ihren Auf­gaben gerecht zu werden und dürfen nicht ständig Spiel­ball des Finanz­mi­nis­ters sein", for­dert Gall.

Aus dem Lan­des­haus­halt werden gegenwärtig nach Galls Angaben 4,48 Euro pro Ein­wohner zur Förde­rung der Feu­er­wehr­auf­gaben der Kom­munen aus­ge­geben. Zieht man davon jedoch die fest ver­planten Mittel ab, bleibe ein klägli­cher Rest von etwa 7,5 Mil­lionen Euro, der tatsächlich frei verfügbar ist: Das sind dann nur noch 70 Cent pro Ein­wohner!

Das Land gefährde damit die Ein­satz­be­reit­schaft der Feu­er­wehren im Lande zum Nach­teil der Bürge­rinnen und Bürger. Gall: "Des­halb erwarten wir jetzt ein Macht­wort des für die Feu­er­wehren zuständigen Innen­mi­nis­ters im Land und for­dern, dass er sich massiv den Bestre­bungen des Finanz­mi­nis­ters wider­setzt und die Inter­essen seiner Feu­er­wehren nach­haltig ver­tritt. Herr Schäuble ist für die innere Sicher­heit im Lande ver­ant­wort­lich und er hat auch die Ver­ant­wor­tung zu tragen, wenn es darum geht, die Städte und Gemeinden bei der Erle­di­gung ihrer Auf­gaben aus­rei­chend zu unterstützen."