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Starker Regen lässt die Flüsse anschwellen

von Rudolf Landauer, HSt

Die Kurve der Pegelstände auf dem Inter­net­aus­druck der Hoch­wasser-Vor­her­sage-Zen­trale Baden-Württem­berg (HZV) stieg ges­tern bedroh­lich nach oben. Ver­ant­wort­liche in Ämtern, Kom­munen, Feu­er­wehren und Bauhöfe im nördli­chen Land­kreis trafen Vor­sorge für ein mögli­ches Hoch­wasser.

Während die Kreis­straße zwi­schen Neu­en­stadt und Kochertürn abends bereits gesperrt war, errich­teten die Feu­er­wehr und der städti­sche Bauhof Bad Fried­richs­hall bei der Kochen­dorfer Mühle die mobile Hoch­was­ser­schutz­wand.

Bereits um vier Uhr in der Nacht zum Mitt­woch hatte das Handy von Stadt­kom­man­dant Kurt Semen geläutet.

Die auto­ma­ti­sche Pegel­mes­sung bei der Mühle hatte den Anstieg des Kochers fest­ge­stellt und ihm eine Nach­richt zum Abhören und auf das Dis­play geschickt.

Modernste Technik beim Hoch­was­ser­schutz: Zwei Sen­soren erfassen jede Verände­rung des Was­ser­standes und aktua­li­sieren dann ihre Mit­tei­lungen an den Kom­man­danten.

Eine tele­fo­ni­sche Rücksprache bei der Karls­ruher HZV bestätigte die Gefahr eines Hoch­was­sers. Den­noch reagierte man in Bad Fried­richs­hall wie auch in anderen Orten ohne Hektik und Panik.

Schließlich blieb trotz ange­spannter Lage noch genug Zeit zu reagieren. Die Experten kennen schließlich die Eigen­arten der ver­schie­denen Gewässer.

Bei Pegel­stand 147 läuft der Kocher bei der Mühle über. Der Pegel in Stein stieg in der Stunde um etwa zehn Zen­ti­meter an und dieses Wasser kommt auch in Kochen­dorf an.

So ord­nete Kom­man­dant Kurt Semen um 14 Uhr ges­tern mittag an, die mobile Stell­wand zu errichten. In etwa einer Stunde stand sie und die Kochen­dorfer Angrenzer konnten die Nacht ruhiger ver­bringen.

Auch der Platz­wart des Gun­dels­heimer Cam­ping­platzes, Jürgen Küffner, ver­fiel nicht in Panik. "Wir sind hier das Spiel mit dem Fluss gewohnt", sagte er. Aller­dings sahen die Pro­gnosen für seinen Platz nicht gut aus.

Die HVZ pro­gnos­ti­zierte für Gun­dels­heim im Laufe der Nacht eine Pegelhöhe von 6,8 Meter, dann ist der Platz über­flutet. Ein ernstes Pro­blem hatte der Gun­dels­heimer Forst­re­vier­leiter Wolf­gang Frie­de­rich.

Mit einer Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung der Natur­schutzbehörde hatte er meh­rere rie­sige Pap­peln auf dem Cam­ping­platz fällen lassen, weil sie Men­schen und Wohnwägen auf dem Platz wegen feh­lender Stand­si­cher­heit bedrohten.

Gerade als am Boden lagen, stieg der Neckar bedroh­lich an. Jetzt war Eile geboten, denn bei stei­gendem Wasser bestand die Gefahr, dass die Stämme den Neckar hin­unter getrieben werden.

Mit allen Mann und Geräten schafften es die Forst­leute in letzter Minute, das Holz bei­seite zu schaffen.

Auch in Bad Wimpfen reagierte man auf die Pegel­an­stiege. In der Tal­stadt ver­schlossen Mit­ar­beiter des Bau­hofs die neur­al­gi­schen Stellen mit vor­ge­fer­tigten Hölzern.

Bern­hard Kaune und Uli Lanze legten ruhig eine Bohle auf die andere und das große und das kleine Fischertörchen waren ver­ram­melt, der Neckar hatte draußen zu bleiben.

In der Kom­man­do­zen­trale der Feu­er­wehr Bad Wimpfen besprach Kom­man­dant Rein­hold Korb mit Timo Frey und Jürgen Großkopf von der Stadt­ver­wal­tung die Maßnahmen, die man für die Nacht vor­sehen möchte. Alle hofften natürlich, dass das Hoch­wasser nicht dra­ma­tisch weiter steigen wird.