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Seminar für Führungskräfte: Stellt sich bei der Sicherheit die Kostenfrage?

Landkreis Heilbronnvon Andrea Rudolph, HSt

Die Finanz­mi­sere der öffent­li­chen Hand macht auch den Frei­wil­ligen Feu­er­wehren im Land­kreis Heil­bronn zu schaffen: Nur 38 Pro­zent der für dieses Jahr geplanten Inves­ti­tionen wurden rea­li­siert, berich­tete Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann bei einem Seminar für Feu­er­wehrführungskräfte in Bad Rap­penau.

Der Bürger müsse im Moment zwar noch nicht um seine Sicher­heit bangen, aber die Lage sei deut­lich schlechter als in den ver­gan­genen Jahren. 2001 wurden noch knapp 60 Pro­zent der Vor­haben getätigt, Anfang der 90er Jahre lag die Quote sogar bei über 95 Pro­zent.

„Wenn es so wei­ter­geht, dann werden wir unsere Auf­gaben nicht mehr bewältigen können“, warnte Kreis­brand­meister Hans­mann.

Er bat die beiden Gäste, den Bad Rap­pen­auer Bürger­meister Hans Heri­bert Blättgen und den stell­ver­tre­tenden Landrat Lutz Mai, sich für die Unterstützung der frei­wil­ligen Helfer ein­zu­setzen.

„Die Lage ist ein­fach düster. Auch die Feu­er­wehren müssen Abstriche machen“, ent­geg­nete Lutz Mai. Zu den von Hans­mann ange­spro­chenen Lan­des­mit­teln sagte der Dezer­nats­leiter: „Die zehn Mil­lionen sind zwar ein­ge­plant, werden aber vor­aus­sicht­lich nicht mehr kommen.“

Die Feu­er­wehren müssten künftig auf stärkere Zusam­men­ar­beit setzen, sich gegen­seitig unterstützen und aus­tau­schen.

Bei einem Schwer­punkt des andert­halbtägigen Semi­nars mit 75 Teil­neh­mern wurde die Finanz­pro­ble­matik beson­ders deut­lich. Ein Fach­mann der Lan­des­feu­er­wehr­schule in Bruchsal infor­mierte über die Möglich­keiten einer Übungs­ein­rich­tung für Träger von Atem­schutzgeräten.

Davon könnten rund 2000 Feu­er­wehr­leute im Kreis Heil­bronn - ins­ge­samt sind es 4000 aktive Mit­glieder - pro­fi­tieren. „Die Übung würde pro Mann rund 140 Euro kosten, die Lohn­er­satz­kosten nicht ein­be­rechnet.“

Über die Rea­li­sier­bar­keit sol­cher Kurse müsse man, so Hans­mann, mit Gemeinden und Land­kreis nun ins Gespräch kommen. Um den Brand im Phan­ta­sia­land Brühl im Mai 2001 ging es im ersten Pro­gramm­teil am Samstag. Das Inter­esse der Kreis­feu­er­wehr­leute an diesem Ach­ter­bahn­brand mit rund 70 Ver­letzten hat einen guten Grund: Im Erleb­nis­park Trips­drill bei Clee­bronn könne jeder­zeit ähnliche Gefahr drohen, erklärte der Kreis­brand­meister.

Am Sonntag wurde die Fort­bil­dung mit tro­ckener Theorie fort­ge­setzt. Diplom-Inge­nieur Michael Markus von der Uni­versität Karls­ruhe refe­rierte über neue Ret­tungs- und Ber­gungs­tech­niken.

Dazu gehörte bei­spiels­weise das ziel­ge­rich­tete Vor­gehen beim Ein­satz in einem zertrümmerten Gebäude.