QR-Code zur Seite

Sauerstoff wird Weg versperrt / Im Schlaf wird Rauch ignoriert

Heilbronnvon Carsten Friese, HSt

Die große Gefahr bei einem Brand ist der Rauch. „Wir lassen unsere Leute nie ohne Atem­schutz den Innen­an­griff starten“, betont Feu­er­wehr­chef Eber­hard Jochim.

Aus gutem Grund: Das Koh­len­mon­oxid im Rauch setzt sich beim Ein­atmen viel leichter in den roten Blutkörper­chen fest als Sau­er­stoff und belegt dann die Andockplätze im Blut.

Die Sau­er­stoff­zu­fuhr sinkt, es findet kein Sau­er­stoff­aus­tausch im Körper mehr statt. Trotz Atmung kommt es zum Ersti­ckungstod durch Sau­er­stoff­mangel.

Auch sonst ist der Rauch gefährlich. Ver­brennen Bett­fe­dern, kann Blausäure ent­stehen, bren­nender Kunst­stoff kann Salzsäure und Chlo­ride her­vor­bringen.

Eine Möglich­keit, durch Rauch zu gehen, sind Brand­flucht­hauben. In jedem Löschfahr­zeug hat die Feu­er­wehr vier Stück. Durch den Filter werden Rauch­par­tikel und Koh­len­mon­oxid zurückge­halten. Ein leichter Atem­wi­der­stand ent­steht dadurch. (cf)

Im Schlaf wird Rauch igno­riert:

„Es ist eine irrige Annahme, dass Men­schen oder Tiere vom Feu­er­rauch auf­wa­chen.“ Heil­bronns Feu­er­wehr­kom­man­dant Eber­hard Jochim redet Klar­text. Kri­tisch sieht die Feu­er­wehr­spitze, dass in über 90 Pro­zent der Haus­halte keine Rauch­melder instal­liert sind.

Ab 20 Euro gebe es diese. Sie seien leicht an der Decke anzu­schrauben, die Bat­terie reiche ein­ein­halb Jahre. Mit einem schrillen Pfeifton wird im Brand­fall Alarm geschlagen. Jochim: „Rauch­melder gehören aus unserer Sicht in jede Woh­nung.“

Und auch die Tat­sache, dass nicht überall Haus­num­mern an den Häusern ange­bracht sind, hat den Ein­satzkräften schön öfter Pro­bleme bereitet.

Vize-Wehr­leiter Achim Gruber erin­nert daran, dass jeder selbst mal betroffen sein kann. „Wenn Ret­tungskräfte im Not­fall eine Minute zusätzlich suchen müssen, kann es schon zu spät sein.“ (cf)