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Premiere als "sehr guter Konzertsaal"

Lauffen a.N.von Ulrike Kieser-Hess, HSt

Sie strahlten um die Wette: der Feu­er­wehr­kom­man­dant, der Archi­tekt und der Bürger­meister. Und selbst der neue Ein­satz­wagen ELW1 erstrahlte in leuch­tendem Rot bei der Übergabe des Feu­er­wehrgerätehauses in Lauffen.

Zehn Jahre vor­be­rei­tende Dis­kus­sionen, eine Aus­schrei­bung, an der sich zwölf Archi­tekten betei­ligt hatten, eine Bau­zeit von 16 Monaten, eine Gesamt­summe von 3,36 Mil­lionen Euro - und jetzt schwärmt Bürger­meister Klaus-Peter Wal­den­berger: „Gibt es etwas Schöneres, als ein öffent­li­ches Gebäude an mar­kanter Stelle für die frei­wil­lige Feu­er­wehr zu bauen?“ Zumal, wenn das Haus, so der Rat­haus­chef, „ein­fach klasse“ ist.

Vom Heil­bronner Archi­tekten Bernd Zim­mer­mann wurde „die Auf­gabe gut gelöst“. Er hat ein Feu­er­wehr­haus geplant, das „funk­tional wie archi­tek­to­nisch über­zeugt und auch in zwanzig Jahren nicht alt­mo­disch oder lang­weilig wird“, davon ist man auf Gemein­de­seite über­zeugt.
Manchmal seien ihm die Dis­kus­sionen um das neue Gebäude wie ein Ring­kampf zwi­schen Feu­er­wehr, Archi­tekt und Finanzen vor­ge­kommen, resümierte der Rat­haus­chef die bau­liche Vor­ge­schichte. „Da wurde manchmal schon brutal gerungen, und ich habe mir schon über­legt, einen Preis für die belei­digtste Leber­wurst aus­zu­setzen.“ Er selbst sei „ohne Ein­schränkung“ von dem neuen Bau über­zeugt, wobei ihm „der Übungs­turm beson­ders gefällt“.

Der bietet Trai­ningsmöglich­keiten zum Bei­spiel für das Löschen in Trep­penhäusern, das Arbeiten mit der Dreh­leiter und das Abseilen. Als „ganz großen Tag“ im Leben eines Feu­er­wehr­angehörigen bezeich­nete Kom­man­dant Heiner Schiefer die Ein­wei­hung des Gebäudes, in das seine aktiven Flo­ri­ansjünger - 73 Männer und fünf Frauen sowie 13 Jungs und 11 Mädchen der Jugend­feu­er­wehr - am Mitt­woch ein­ziehen.

„Unsere Frei­zeit für ihre Sicher­heit“: Dieses Motto, das auf dem neuen Ein­satz­leit­wagen steht, gilt für alle Ehren­amt­li­chen, stellte der Vor­sit­zende des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Rein­hold Korb fest. „ Damit alle Bürger von Lauffen ruhig schlafen können.“

Der stell­ver­tre­tende Bürger­meister der Part­ner­stadt La Fert-Ber­nard, Jean Carl Gre­lier, lobte auch eine für diesen Abend ganz wich­tige neue Funk­tion des neuen Feu­er­wehrgerätehauses: „Es ist auch ein sehr guter Kon­zert­saal.“ Das hatten zur fei­er­li­chen Umrah­mung der Übergabe der Chor der Regis­win­dis­kirche, die Solisten Susanne Ferber, Mar­tina Unkauf, Andreas Kramer und Karl­heinz Guten­sohn sowie das Kam­mer­or­chester der Musik­schule Lauffen bewiesen.

Unter der Lei­tung von Dieter Hans und Hartmut Clauß erklangen Mozarts „Ouvertüre zu Titus“ und dessen Krönungs­messe. Ein gekonnt und har­mo­nisch präsen­tiertes klang­li­ches Bonbon, in der Fahr­zeug­halle, in der künftig wohl eher das Moto­rengeräusch und die Sirenen der elf Ein­satz­fahr­zeuge den Ton angeben.

Kreis­brand­meister Hans Wil­helm Hans­mann lobte das „sehr gelun­gene Bau­werk“, das „den Bedürfnissen ent­spre­chend ange­mes­sene Arbeits­be­din­gungen für die Lauf­fener Wehr schafft“. Am Samstag konnte man sich bei einer Ein­wei­hungs­party und am Sonntag bei einem Tag der offenen Tür davon über­zeugen.