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Partner für 28 000 junge Wehrleute im Land

von Steffan Maurhoff, HSt

Er ist da, wenn's brennt. Ob auf dem Stutt­garter Flug­hafen oder bei der Jugend­ar­beit. Andreas Rudlof aus Sie­gels­bach ist Feu­er­wehr­mann mit Leib und Seele - und Vize des Lan­des­ju­gend­feu­er­wehr­warts. Dafür opfert er viel.

„Der schönste Lohn ist es, wenn alles gut funk­tio­niert hat.“ Es klingt bescheiden, wenn Rudlof von dem erzählt, was er allein schon als Fach­ge­biets­leiter Ver­an­stal­tungen in der Lan­des­ju­gend­lei­tung auf die Beine stellte. Bei­spiels­weise die Aktivitäten der Jung­wehren auf dem neunten Lan­des­feu­er­wehrtag in Ulm: Unter anderem eine Akti­ons­straße mit Jugend­li­chen aus ganz Deutsch­land, eine Schauübung, ein so genanntes Expe­ri­men­ta­rium samt simu­lierter Staub­ex­plo­sion, Men­schen­ret­tung aus bren­nenden Tun­neln und Türen-Ein­treten: „Da ist Impro­vi­sa­tions- und Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent gefragt“, gibt Andreas Rudlof zu.

Doch der Reihe nach: Mit 17 Jahren trat er 1984 in die Sie­gels­ba­cher Feu­er­wehr ein. Von 1988 bis 1993 war er Mit­glied der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr in Bad Rap­penau und reak­ti­vierte die Jugend­feu­er­wehr­ar­beit in der Bäder­stadt. Seit zehn Jahren ist er bei der Flug­hafen-Feu­er­wehr in Stutt­gart. Aber die Jugend­feu­er­wehr ließ ihn nicht los. 2001 in die Lan­des­lei­tung der Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg berufen, gewann er durch seine Arbeit - wie die in Ulm, siehe oben - das Ver­trauen so vieler Kreis­verbände, dass er kürzlich von der Dele­gier­ten­ver­samm­lung zum Stell­ver­treter des Lan­des­ju­gend­feu­er­wehr­warts Hans-Peter Schäfer aus Sig­ma­ringen gewählt wurde.

Seine ehren­amt­liche Auf­gabe nimmt der 36-jährige Sie­gels­ba­cher sehr ernst. Immerhin gibt es der­zeit rund 28 000 Jugend­feu­er­wehr­leute, deren Inter­essen er bestmöglich ver­treten - und deren Zahl er stei­gern möchte. Von den rund 1100 Gemeinden im Land haben etwa 200 noch keine Jugend­feu­er­wehr, im Land­kreis Heil­bronn sind's fünf. Diese weißen Fle­cken auf der Land­karte der jungen Flo­ri­ansjünger gilt es zu tilgen. Nicht zuletzt mit Hilfe der (noch) win­kenden Förder­gelder von Innen­mi­nis­te­rium und Lan­des­stif­tung Baden-Württem­berg: 3500 Euro pro Neugründung. Genug Nach­wuchskräfte für die aktiven Wehren im Land hat der Sie­gels­ba­cher mit seinen Aktivitäten im Sinn.

Zehn- bis Zwölfjährige sollen mit feu­er­wehr­tech­ni­schen, aber auch spie­le­ri­schen und sozialen Ele­menten - von der Was­ser­schlacht im Sommer bis zur Wald­putzete - an die künftigen Auf­gaben her­angeführt werden. Dabei will Andreas Rudlof Ansprech­partner für die Basis sein, also die Jugend­feu­er­wehren auf Kreis- und Kom­mu­nal­ebene. Aber auch kom­pe­tenter Gesprächs­partner für über­ge­ord­nete Stellen wie das Innen­mi­nis­te­rium.

Nach rund 60 Tagen Amts­zeit stellt der frisch geba­ckene Copilot der jungen Wehren im Land fest: „Das Verhältnis zu den maßgeb­li­chen Stellen hat sich sehr positiv gestaltet.“ Viel Frei­zeit steckt der Sie­gels­ba­cher in seine Auf­gaben. Ohne das Verständnis seiner Frau Claudia ginge da nichts. Und die Kinder, Katha­rina (11) und Maxi­mi­lian (9)? „Die sind noch nicht dabei, aber sie sind begeis­tert.“