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"Nachüben" vor dem Ernstfall - Hauptübung der Feuerwehr Güglingen

Güglingenvon Roland Baumann, HSt

Ins­ge­samt zufrieden waren die Ver­ant­wort­li­chen nach einer Übung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehren Güglingen, Frau­en­zim­mern und Eibens­bach an der Real­schule Güglingen. Manche Details müssen jedoch "nachgeübt" werden, um im Ernst­fall gerüstet zu sein.

Mehr als 100 Zuschauer hatten sich nach Vorankündi­gung des " Ernst­falls" schon am Ein­satzort ver­sam­melt, ehe der Feu­er­alarm im Schul­kom­plex am Stadt­graben über­haupt ausgelöst worden war. Die Hauptübung stand diesmal ganz im Zei­chen der Men­schen­ret­tung.

"Bei einem Expe­ri­ment im Che­mie­saal ist es zu einer Explo­sion samt Brand und starker Rauch­ent­wick­lung gekommen", ver­mel­dete die Schul­lei­tung. Par­allel zur Brandbekämpfung sollte nach Ver­letzten und Ver­missten gesucht werden.

Pünkt­lich um 15 Uhr heulten die Sirenen. Sechs Minuten später war das erste Feu­er­wehr­fahr­zeug ein­satz­be­reit vor Ort. Im Minu­ten­takt folgten sechs wei­tere Fahr­zeuge und drei Ein­satz­wagen des DRK.

Den "Brand" hatten die Wehren schnell unter Kon­trolle. Auch die Ber­gung von Ver­letzten klappte gemeinsam mit DRK-Hel­fern aus Bra­cken­heim und Zaber­feld wie am Schnürchen.

Bei der Ver­miss­ten­suche taten sich die Flo­ri­ansjünger jedoch schwerer. Im weit ver­zweigten Schul­kom­plex hatten sich fast zwei Dut­zend Kinder "ver­steckt". Doch nach gut 25 Minuten konnte die Ein­satz­lei­tung froh verkünden: "23 Men­schen ver­misst, 23 gerettet."

Nachdem die von Feuer und Rauch ein­ge­schlos­senen Kinder mit­tels Tragen eben­erdig geborgen oder mit Steck­lei­tern aus den oberen Stock­werken gerettet worden waren, blieb am Ende sogar noch Zeit für feu­er­wehr­tech­ni­sche Demons­tra­tionen.

So wurde gezeigt, wie ein sekun­den­schnell per Press­luft auf­ge­bauter Sprung­retter - der Nach­folger des Sprung­tu­ches - mit wenigen Hand­griffen zur Ein­satz­stelle gebracht werden kann. Auch spe­zi­elle Siche­rungsgeräte für die Atem­schutz-Geräteträger wurden vorgeführt.

So genannte "Tot­manngeräte", die ein schrilles Signal von sich geben, wenn sich ein Feu­er­wehr­mann beim Ein­satz etwa zehn Sekunden nicht mehr bewegt, wurden erfolg­reich aus­pro­biert.

Eines haben Feu­er­wehr­lei­tung, Schul­lei­tung und Stadt­ver­wal­tung am Ende des knapp einstündigen Ein­satzes erkannt: Auf einen Ernst­fall in der mitt­ler­weile größten Real­schule im Kreis Heil­bronn mit knapp 1000 Kin­dern und über 50 Lehrkräften müssen sie sich noch besser vor­be­reiten. Bei der Manöver­kritik wurden Dinge ange­spro­chen, "die noch nachgeübt werden müssen", so der stell­ver­tre­tende Kom­man­dant Bernd Neu­bauer.

"Der Übungs­zweck wurde erfüllt", meinte Bürger­meister Klaus Die­te­rich. Es sei aber fast nicht vor­stellbar, wenn tatsächlich über 1000 Men­schen unter einem Dach ver­sam­melt wären und ein großer Ret­tungs­ein­satz not­wendig würde. "Es gibt sicher noch Details zu bespre­chen", merkte das Stadt­ober­haupt an, zeigte sich aber mit Per­sonen- und Technik-Ein­satz zufrieden.