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Kommunikation ist hier das A und O

Widdernvon Antonia Köller, HSt

Über 80 Männer und Frauen übten den Ernst­fall: In einem Wid­derner Wohn­haus gab es eine Gas­ex­plo­sion, zahl­reiche Ver­letzte soll es gegeben haben. Das Tech­ni­sche Hilfs­werk des Orts­ver­bandes Wid­dern, die örtliche Feu­er­wehr, das DRK Möckmühl und die Polizei legten bei der Übung ins­be­son­dere Wert auf gut abge­stimmte Kom­mu­ni­ka­tion.

Stefan Lunzer vom Poli­zei­posten Jagst­hausen weiß, von was er spricht. „Die Auf­ga­ben­tei­lung und die Koor­di­na­tion der ver­schie­denen Ein­satzkräfte ist das Wich­tigste bei einem even­tu­ellen Ernst­fall.“ Des­halb richten die Ret­tungskräfte schnellstmöglich eine gemein­same Ein­satz­zen­trale ein. Dadurch wird das „blinde“ Vor­gehen ein­zelner Gruppen ver­hin­dert, planmäßig und nach Anwei­sung der Ein­satz­leiter werden die Auf­gaben erle­digt.

Doch von vorne. Schon beim Anfahren werden die ersten Pro­bleme deut­lich. Bloß nicht zu weit her­an­fahren. Wenn noch Gas ausströmt, sind die Ein­satzkräfte gefährdet. Feu­er­wehr­kom­man­dant Wolf­gang Schlägel schickt erst einmal die Spe­zia­listen mit Atem­schutz und Messgeräten an das Haus heran. Gerade eben ist die Dun­kel­heit ein­ge­bro­chen. Als Übungs­ob­jekt wird ein zusam­men­ge­fal­lenes Haus benutzt.

Gespens­tisch liegt die Ruine da. Das Dach fehlt. Der Zuschauer hat das Gefühl, da könnte tatsächlich etwas pas­siert sein. „Gas­frei“ wird vom Unter­su­chungs­team gemeldet. Darauf haben die anderen Trupps gewartet. Inzwi­schen wurde bereits ein Ver­bands­platz auf­ge­baut. Andere Flo­ri­ansjünger rollten die Schläuche aus.

Die ein­ge­setzten Gruppen bestehen in der Regel aus Hel­fern aller drei Orga­ni­sa­tionen. Während die Feu­er­wehr­leute und die Helfer des THW die Ver­letzten bergen, können sich die Frauen und Männer vom Roten Kreuz sofort um die Ver­unglückten kümmern. „Ach­tung, da sind even­tuell Leute im Schock weg­ge­rannt“, ertönt eine War­nung. Sofort wird auch in angren­zenden Gebäuden und im Wald gesucht.

Ins­ge­samt neun Ver­letzte werden geborgen, zum Ver­bands­platz gebracht und im Zelt des DRK ver­sorgt. DRK-Ein­satz­leiter Georg Schultes ist an vor­derster Front dabei. In einigen Metern Höhe, auf dem Steg vor einer Scheune liegt ein Ver­letzter, der reani­miert werden muss. Die Herz­mas­sage macht der Chef selbst, dann wird der Reani­mierte weg­ge­tragen. Die Ver­letzten sind gut pre­pa­riert und spielen wie echt.

Egzon Gashi ist mit seiner Ver­sor­gung am Ende recht zufrieden. Albert Schultes mimt den Ver­letzten, der auch noch im DRK-Zelt psy­chi­sche Pro­bleme hat, weil sein Sohn auch ver­letzt wurde.

Im Zelt wird's hek­tisch, aber nicht unsach­lich, als plötzlich ein Ver­letzter nach dem anderen herein getragen wurde. Doch Georg Schultes lädt trotzdem Kinder und Erwach­sene ein, die als Zuschauer gekommen sind waren, sich im Zelt alles anzu­schauen und auch Fragen zu stellen.

THW-Ein­satz­leiter Jochen Rei­chert ist wie die beiden anderen Chefs am Ende zufrieden. Recht schnell hat seine Mann­schaft für eine aus­rei­chende Beleuch­tung gesorgt. Was das Trio und Stefan Lunzer am meisten freut: Die Kom­mu­ni­ka­tion und Zusam­men­ar­beit der Gruppen klappte sehr gut.