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Kleine Feierstunde für ein bedeutendes Projekt

Kirchardtvon Rudolf Landauer, HSt

Die grüne Birke mit ihren bunten Bändern verkündet es sichtbar auf dem Dach: Am neuen Gerätehaus der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Kirchardt wurde ges­tern das Richt­fest gefeiert.

Das 1,7 Mil­lionen Euro teure Großpro­jekt liegt am Kirchardter Orts­rand in Rich­tung Ber­wangen. Mit dem Richt­fest tritt es in die ent­schei­dende Phase seiner Fer­tig­stel­lung ein.

Doch etwas war dieses Mal anders: Kein Zim­mer­mann hielt den Richt­spruch. Es war nämlich kein Zim­mer­mann mit den Arbeiten am Dach beauf­tragt. Die Kon­struk­tion ist aus Stahl und Eisen. Kur­zer­hand sprang Gemein­derat und Feu­er­wehr­mann Philip Kuhn in die Bre­sche.

Humorig und lustig hielt er den Richt­spruch nach alter Bau­her­ren­sitte und schmet­terte nach drei langen Zügen aus dem Wein­glas das leere Glas „hinab zum Grund, damit geweiht sei der Bau zur Stund“.

Bürger­meister Rudi Kübler freute sich, dass trotz der enormen Hitze zahl­reiche Gäste und Feu­er­wehr­ka­me­raden zum neuen Domizil gekommen waren, um das für die Kom­mune und ihre Ein­rich­tung so wich­tige Ereignis gebührend zu feiern. Kübler for­derte vor allem die Blauröcke dazu auf, das neue Zuhause zu beschnup­pern und sich mit den Bege­ben­heiten vor Ort ver­traut zu machen.

Kübler erin­nerte aber auch daran, dass ange­sichts der mise­ra­blen Ent­wick­lung der kom­mu­nalen Finanzen der Neubau zum jet­zigen Zeit­punkt wohl gar nicht mehr begonnen worden wäre. „Ich freue mich aber den­noch, dass dieses für Kirchardt und seine Orts­teile wich­tige Pro­jekt gestartet wurde und es so zügig fort­schreitet.“

Froh machte den Ver­wal­tungs­chef auch, dass bei den bereits ver­ge­benen 80 Pro­zent der Bau­summe immerhin 70 000 Euro unter dem Kos­ten­plan liegen. Das Bau­werk solle als Signal und als Symbol der Zusam­mengehörig­keit unter den Feu­er­wehr­ka­me­raden und Abtei­lungen wirken, maß Rudi Kübler dem Gebäude Bedeu­tung zu.

Weil das Zusam­menführen der Abtei­lungen in Kirchardt prak­ti­ziert wird, ran­giert die Gemeinde offenbar bei der Ver­gabe der Zuschuss­mittel auch ganz vorne. Kirchardt erhielt vor dem Hin­ter­grund auch Bar­mittel und keine so genannten Ver­pflich­tungsermächti­gungen, wie sie den Gemeinden übli­cher­weise bei der­ar­tigen Pro­jekten zuge­wiesen werden.

Auch Kreis­brand­meister Hans Wil­helm Hans­mann maß dem Zusam­men­legen von Abtei­lungen Gewicht zu. Kirchardt erhielt 275 600 Euro aus der Fachförde­rung Feu­er­wehr und 480 000 Euro aus dem Aus­gleichs­stock.

Zu den Zuschüssen muss Kirchardt fast eine Mil­lion Euro zur Finan­zie­rung des Bau­werks auf­bringen, das nach den Plänen des Heil­bronner Archi­tek­turbüros Bechler-Krumm­lauf ent­steht. Wenn alles nach Plan verläuft, ist es zum Jah­res­wechsel fertig.