Kreisfeuerwehrverband Heilbronn

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Im Ernstfall gibt's genug Löschwasser

Neckarsulmvon Rudolf Landauer, HSt

Gibt es im Brandfall genügend Löschwasser im dicht besiedelten Gewerbegebiet in Neckarsulm? Dieser Frage ging die Neckarsulmer Feuerwehr in den Nachtstunden in der Rötelstrasse nach.
Zum anderen wollten die Stadtwerke wissen, wie sich das Wasserleitungsnetz verhält, wenn eine sehr große Wassermenge entnommen wird. Dazu gesellte sich noch das Bauverwaltungsamt der Stadt, denn das Testergebnis könnte eventuell Auswirkungen auf Brandschutzbelange in Baugenehmigungsverfahren haben.

Zahlreiche Blaulichter blinkten daher in den Nachtstunden in der Rötelstraße. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht hatte Kommandant Hermann Jochim die Fahrzeuge angeordnet. Jedes sollte eine größtmögliche Wassermenge aus dem Leitungsnetz entnehmen und über B-Schläuche wieder verspritzen.

Auslitern nennt Stadtkommandant Hermann Jochim dieses Verfahren und erklärte weiter: „Das dürfen jetzt aber nicht schlagartig alle auf einmal machen. Wir müssen die Höchstleistung langsam ansteuern und dann auf dem Niveau halten“, so der versierte Feuerwehrchef.

Über Funk wurden die jeweiligen Drucke abgeglichen, bis der Höchstwert erreicht war. Höchste Aufmerksamkeit jetzt auch bei den Mitarbeitern der Stadtwerke, die an Messstationen und wichtigen Schaltpunkten das Verhalten beobachteten.

Jörg David von den Stadtwerken Neckarsulm: „Uns interessiert vor allem die Gesamtstabilität des Leitungsnetzes unter diesen extremen Bedingungen und auch, ob es diese Menge liefern kann, weil wir ja Löschwasser für den so genannten Grundschutz bereitstellen müssen.“

Anspannung herrschte bei allen Beteiligten, der Versuch wird als sehr wichtig eingestuft. Vor drei Wochen gelang bereits ein ähnlicher Versuch im Trendpark Süd bestens. Auch der jüngste Versuch war von Erfolg gekrönt. Hermann Jochim: „Wir haben die erforderlichen 3200 Liter pro Minute um 800 Liter übertroffen und fuhren bis auf den Spitzenwert von 4000 Liter pro Minute hoch, das ist sehr gut. Ich bin sehr beruhigt “, so Jochim.

Auch Jörg David war mit diesem Test sichtlich zufrieden, die Löschwassermenge steht also bereit und das Neckarsulmer Leitungsnetz blieb stabil, obwohl beim Test der Druck von acht bar auf etwa 1,5 bar abgesenkt wurde. Auch das Bauverwaltungsamt der Stadt hat jetzt eine solide Grundlage bei der Beurteilung von Bauvorhaben und etwa der Erteilung von brandschutztechnischen Auflagen. Holger Feil vom Bauverwaltungsamt: „Wenn wir eine Löschwassermenge von 96 Kubikmeter pro Stunde oder 1600 Liter in der Minute erzielt hätten, dann würden die Bewertungsflächen nach den Industriebaurichtlinien nur bis 2500 Quadratmeter reichen. Da wir aber hier weit über 192 Kubikmeter, exakt 4000 Liter in der Minute testeten, erhöht sich auch die Bemessungsfläche auf 4000 Quadratmeter, was natürlich für die Betriebe im Gewerbegebiet Rötel enorme Vorteile bezüglich des Brandschutzes hat. “

Es war ein Versuch, der sich für alle Beteiligten gelohnt hat. Hinzu kommt die Sicherheit zu wissen, dass im Brandfall genügend Wasser aus den Strahlrohren kommt.

11.11.2003