QR-Code zur Seite

Hausmeister verfolgt gespannt die eigene Rettung

Roigheimvon Bernhard Götz, HSt

Das Nacht­essen steht auf dem Tisch, man­cher hackt noch Kar­tof­feln hin­term Haus, ein anderer hat schon die Pan­tof­feln ange­zogen und liest Zei­tung. Plötzlich, Sire­nen­ge­heul über den Dächern von Roig­heim.

Die Männer der frei­wil­ligen Feu­er­wehr springen auf: Weg vom Nacht­essen, die Hacke fällt achtlos zu Boden, Pan­toffel und Zei­tung fliegen in die Ecke. Alarm!

Seit kurzem ist die aufwändige Sanie­rung der Roig­heimer Gemein­de­halle abge­schlossen. Eine gute Gele­gen­heit für die frei­wil­lige Feu­er­wehr im Rahmen der Jah­res­hauptübung die Hydranten und Ein­rich­tungen zur Feu­erbekämpfung zu überprüfen.

Aber nicht nur die Ein­rich­tungen müssen sich bewähren, auch die Feu­er­wehr­leute müssen ihr Können beweisen. Kaum ist das Sire­nen­ge­heul ver­klungen, treffen auf der Feu­er­wache schon die ersten Feu­er­wehrmänner ein. Zu Fuß, mit dem Auto oder Fahrrad kommen sie eilig heran. Auf der Wache erhalten sie von Günter Fahr­bach, dem Kom­man­danten, den Ein­satz­be­fehl.

Sobald eine Löschgruppe kom­plett ist, fährt der erste Wagen mit Blau­licht und Mar­tins­horn zur Authen­rieth-Halle hinüber. Die Gemein­de­halle brennt und der Haus­meister wird ver­misst - so das gestellte Sze­nario.

Aus einer Sei­tentür der Halle, welche zum Unter­ge­schoss führt, dringt dichter Rauch hervor. Zwei Mann mit Gas­masken und Sau­er­stoff­fla­schen auf dem Rücken befes­tigen ein Seil an einer Straßenla­terne und ver­schwinden mit Beil und Lampe auf Knien rut­schend, in den qual­menden Schlund des engen Trep­pen­hauses. „Men­schen­ret­tung vor Feu­erbekämpfung“ - So war die Anwei­sung von Nico Saur, dem stell­ver­tre­tenden Kom­man­danten, der den Ein­satz leitet.

Inzwi­schen hat die Jugend­gruppe die Zufahrt­straßen zu Stadt­halle abge­sperrt. Mehr und mehr Schläuche werden aus­ge­rollt und an Hydranten, Pumpen, Rohren und Ver­tei­lern vor und im Gebäude ange­schlossen. Als Jürgen Wenzel, der Maschi­nist am großen Löschfahr­zeug, die Ven­tile öffnet, schießt das Wasser in die Schläuche. Ein wei­terer Trupp der Wehr steht schon an der Seckach. Dessen Auf­gabe ist es, mit einer wei­teren Pumpe Löschwasser mit hohem Druck in ein Rohr ein­zu­leiten, das unter den Schienen der Haupt­strecke Heil­bronn - Würzburg direkt auf den Vor­platz der Gemein­de­halle führt.

Der Ein­satz­leiter koor­di­niert und über­wacht die Maßnahmen über Sprech­funk. Den Nach­barn der Authen­rieth-Halle steht die Erleich­te­rung ins Gesicht geschrieben, als sie erkennen, dass es sich nur um eine Übung han­delt.

Ja, die innere Span­nung löst sich bei man­chem in einem Lächeln, als Haus­meister Michael Vogel­mann bei ihnen steht und gespannt seine eigene Ret­tung beob­achtet. Soeben wird er, „der Haus­meister“, dar­ge­stellt von einer Übungs­puppe der Feu­er­wehr, mit einer Trage aus dem ver­rauchtem Keller geborgen.

Nachdem der Ver­misste geborgen ist, rückt der wei­tere Trupp mit einem Löschschlauch in das Gebäude ein. Inzwi­schen ist auch Bürger­meister Michael Grimm vom Rat­haus herüber­ge­kommen und beob­achtet den Ein­satz „seiner“ Feu­er­wehr, die inzwi­schen das kom­plette Areal der Gemein­de­halle gesi­chert hat. Einige Zeit später wird der Rauch­erzeuger im Kel­ler­ge­schoss abge­schaltet. Das Feuer ist aus.

Bürger­meister und Feu­er­wehr­kom­man­dant konnten mit der gezeigten Leis­tung zufrieden sein. Dis­zi­pli­niert und ent­schlossen gingen an diesem Abend 19 aktive Feu­er­wehrmänner, eine Feu­er­wehr­frau und acht Jungs der Jugend­feu­er­wehr mit vollem Ein­satz zur Sache.

13.09.2003