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Gütermotorschiff kentert in Kurve vor Lauffen

Lauffen a.N.von Franziska Feinäugle, HSt

Der Hin­ter­grund sieht aus wie ein Gemälde von Spitzweg: Wen­gerter arbeiten als zier­liche Figürchen in der Abend­sonne. Der Vor­der­grund ist jeder Idylle fern: Geken­tert liegt ein Güter­mo­tor­schiff im Neckar ober­halb der Lauf­fener Schleuse. Ein Tau­cher sucht nach dem Auto der Kapitänsfa­milie.

Der Mann und die Frau können sich noch recht­zeitig in Sicher­heit bringen, als das Unglück ges­tern Abend seinen Lauf nimmt. Das 73 Meter lange Schiff, neckarabwärts von Stutt­gart Rich­tung Heil­bronn unter­wegs, hat flüssigen Neckar­schlamm geladen, der sich in der Links­kurve vor Lauffen ver­la­gert und das Schiff zum Kippen bringt.

"Beide Per­sonen sind vor dem Ken­tern abge­sprungen und an Land geschwommen", sagt Lauf­fens Feu­er­wehr­kom­man­dant Heiner Schiefer. "Die Frau ist mit leichtem Schock und einer Unterkühlung ins Kran­ken­haus gebracht worden, der Mann ist unver­letzt mit­ge­fahren."

Woher das Güter­mo­tor­schiff stammt, wissen bis Redak­ti­ons­schluss selbst die Ein­satzkräfte am Ufer neben dem gekippten 1125-Brut­to­re­gis­ter­tonnen-Gefährt nicht zu sagen. "Das Typen­schild sieht man halt so schlecht. Es ist auf der anderen Seite", sagt Heil­bronns Feu­er­wehr­kom­man­dant Eber­hard Jochim und wendet sich wieder dem Geschehen zu. Was­ser­schutz- und Land­po­lizei, die Feu­er­wehren Lauffen und Heil­bronn, das Wasser- und Schiff­fahrtsamt, DLRG, DRK und ASB sind vor Ort, 28 Fahr­zeuge ins­ge­samt, dar­unter sieben Boote.

Getan wird am Unglücks­abend nicht mehr viel. Jeden­falls nicht mit dem geken­terten Schiff. Eine Ölsperre wird gelegt, das Schiff gesi­chert. "Dann wird voll­ends abgeklärt, wie und wann geborgen wird", sagt Heiner Schiefer. Jemand sagt etwas von Freitag.

Michael Hönig von der Was­ser­schutz­po­lizei ergänzt, erst kommt jemand von der Ver­si­che­rung vor Ort und sieht sich den Schaden an.

Schleu­senwärter Chris­tian Baus, der das Unglück kurz nach 17 Uhr beob­achtet und sofort die Feu­er­wehr alar­miert hat, weiß noch nicht, wann die Schleuse wieder pas­siert werden darf. "Erstmal auf Anord­nung vom Chef warten. Noch tut sich nichts."